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Alonsos zahlreiche Konkurrenten

Der Renault-Piloten würde einen Titelkampf mit nur einem Gegner bevorzugen – am liebsten wäre ihm ein Duell mit Michael Schumacher...

Für Fernando Alonso verlief die Saison bislang wie am Schnürchen, in den ersten drei Rennen konnte der Renault-Pilot einen zweiten Platz und zwei Siege feiern und liegt in der Gesamtwertung bereits wieder deutlich vor seinen Konkurrenten. Auch im vergangenen Jahr hatte der Spanier einen ähnlich guten Start in die Saison, weshalb er sich schon früh darauf verlegte, den Vorsprung zu halten.

Anfang 2005 habe er noch überhaupt nicht an den WM-Titel gedacht, erklärte Alonso in einem Interview mit der Motorsport aktuell. Und genauso gehe er auch in diesem Jahr an die Saison heran. "Es stimmt allerdings, dass ich im letzten Teil der WM vom vergangenen Jahr sehr konservativ gefahren bin, weil ich keine Manöver riskieren wollte, die mich Punkte gekostet hätten."

Konstanz brachte Alonso 2005 den Titel

Auch 2006 will er nach der gleichen Taktik verfahren, falls er zu Saisonmitte einen ausreichenden Vorsprung haben sollte. "Insgesamt hat sich mein Fahrplan bewährt: Bei jedem Rennen aufs Podest klettern, am besten natürlich gewinnen, und im Sommer schauen, wohin mich das bringt und entsprechend agieren", erläutert Alonso seine persönliche Strategie, die ihm 2005 den Titel einbrachte.

Nach seinem ersten Meisterschafts-Triumph fühlt sich der 24jährige deutlich entspannter, und da er nichts mehr beweisen müsse, könne er den Motorsport nun mehr genießen, berichtet Alonso weiter. Dennoch fühle es sich nach wie vor seltsam an, wenn er von sich selbst als Weltmeister spreche: "Mich selber vor anderen Menschen als Weltmeister zu bezeichnen, klingt für mich fremd, als ob es nicht richtig wäre."

Viel Konkurrenz beim Projekt "Titelverteidigung"

Doch sein neues Ziel hat der Spanier bereits fest vor Augen: "Das nächste Ziel besteht darin, den WM-Titel erneut zu gewinnen, das übernächste, es mit McLaren zu schaffen", blickt er voraus. Dennoch ist er der Meinung, dass der erste Titel immer etwas Besonderes bleiben werde, egal wie oft er die Meisterschaft noch für sich entscheiden könne. Ähnlich hatte sich auch Michael Schumacher vor kurzem geäußert, der alle Erfolge nach seinem ersten Titel 1994 als Bonus bezeichnete.

Bei seinem Projekt Titelverteidigung geht Alonso jedoch nicht davon aus, dass er eine Solofahrt wird hinlegen können. Ganz im Gegenteil sieht er gleich mehrere potenzielle Konkurrenten. Zwar sei es seiner Meinung nach noch zu früh in der Saison, um das wahre Kräfteverhältnis analysieren zu können, jedoch ist er sich sicher, "dass Kimi und Michael Piloten sind, mit denen man immer rechnen muss, weil sie in der Regel sehr konstant fahren."

Auch Fisichella und Button sind ernste Herausforderer

Doch daneben sieht er auch seinen Teamkollegen Giancarlo Fisichella als Konkurrenten, dem er nach dessen Pech in der vergangenen Saison 2006 mehr Glück wünscht, auch wenn er ihn natürlich trotzdem schlagen will. Ihm sei klar, "dass Glück ein zerbrechliches Gut ist. Mir kann es genauso passieren, dass ich mal drei Rennen in Folge nicht ins Ziel komme, und dann bist du sehr schnell weg vom Fenster", spricht der Spanier die Pechsträhne Fisichellas im vergangenen Jahr an.

Auch Jenson Button könnte laut Alonso noch ein ernsthafter Herausforderer werden, wenn die Entwicklung bei Honda entsprechend vorangehe. Damit sieht der amtierende Weltmeister sich gleich mehreren Konkurrenten gegenüber, auf die er im WM-Kampf wird achten müssen.

Duell mit Michael Schumacher wäre Alonso am liebsten

Allerdings gehe er davon aus, dass zur Saisonhalbzeit mindestens einer oder zwei seiner Konkurrenten keine Chance mehr auf den Titel haben werden. "Ich würde mir wünschen, dass der WM-Sommer auf ein Duell mit einem anderen Piloten hinausläuft. Ich finde es besser, gegen nur einen anderen zu kämpfen, weil man sich besser auf einen konzentrieren kann als auf mehrere", erklärt Alonso seinen Wunschverlauf der WM-Saison. Allerdings sei er sich natürlich bewusst, dass es für die Fans spannender wäre, wenn mehrere Fahrer bis zum Ende im Titelrennen mitkämpfen würden.

Wenn er sich einen Fahrer für ein Duell um die Meisterschaft aussuchen dürfte, würde der Renault-Pilot Michael Schumacher wählen, da er es "am befriedigendsten fände, Michael zu schlagen." Schließlich sei der siebenfache Weltmeister der Maßstab und auf der ganzen Welt bekannt. "Du versuchst als Rennfahrer immer, dich mit dem Besten zu messen."

Schumacher nicht zu alt für die Formel 1

Außerdem sei es nicht seine Motivation, die Rekorde des Deutschen zu brechen, sondern ihn auf der Strecke zu besiegen, wie der Spanier von der dpa zitiert wird. In der vergangenen Saison gelang ihm dies im direkten Duell in Imola, als Alonso während dem ganzen Rennen den Attacken Schumachers standhielt, der offensichtlich schneller hätte fahren können als er selbst.

Dass Schumacher inzwischen zu alt sei, um an der Spitze der Formel 1 mitzufahren, ist laut dem 13 Jahre jüngeren Alonso Unsinn: "Mit dem Alter hat das überhaupt nichts zu tun. 37 oder nicht, ich entdecke bei Michael überhaupt keine Veränderung - er ist noch immer so aggressiv und so konkurrenzfähig wie eh und je. Um ehrlich zu sein, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich daran je etwas ändern wird", äußerte der amtierende Weltmeister abschließend sein Unverständnis über Diskussionen, der Deutsche sei inzwischen zu alt für die Formel 1.

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