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Das Comeback der Slicks rückt näher

Bridgestone-Sportchef Hirohide Hamashima spricht über die Entwicklung und Tests mit den neuen Slickreifen, die ab 2009 ihr Comeback geben werden.

Bisher haben zwei Großtests stattgefunden, bei denen Bridgestone den Teams Slicks zur Verfügung gestellt hat, und es wird während der Saison nur noch einen weiteren geben, nämlich im Juli in Jerez. Das hängt vor allem damit zusammen, dass der Reifenmonopolist der FIA bis zum 31. Juli bekannt geben muss, welche Pneutypen 2009 angeboten werden - also sieben Monate vor Saisonbeginn.

"Unser Vertrag mit der FIA besagt, dass wir Ende Juli die Spezifikationen für nächstes Jahr endgültig bestimmen müssen", erklärte Bridgestone-Sportchef Hirohide Hamashima gestern in Barcelona. In Jerez wird Bridgestone zwei mittelharte Gummimischungen anbieten, denn vergangene Woche gab es deren drei, von denen allerdings zwei zu weich waren: "Die neigten zu Graining auf der Lauffläche", so Hamashima.

Dass die Slicks aufgrund der erhöhten Auflagefläche mehr Grip bieten als die gegenwärtigen Rillenreifen, versteht sich von selbst. Die Differenz ist relativ signifikant: "Mit Heizdecken und aktuellen Autos sind die Slicks um etwa drei Sekunden schneller", erläuterte der Japaner, "aber ohne Heizdecken und mit 2009er-Aerodynamik gibt es fast keinen Unterschied." Sprich: Der Vorteil durch die Reifen wird durch das Reglement wieder kompensiert.

Ein großes Thema waren vergangene Woche die Reifenwärmer, die 2009 verboten werden sollen. Mehrere Fahrer beklagten sich darüber, dass die ersten Runden aus der Boxengasse raus zur absoluten Farce verkommen, weil das Gummi noch nicht auf Temperatur ist und man mörderisch darauf aufpassen muss, sich nicht zu drehen. Manche sprachen sogar von acht Sekunden Nachteil in der ersten Runde, ehe die Temperatur langsam steigt.

Aber Hamashima relativiert die Sorgen der Fahrer: "Natürlich ist es immer noch schlechter als bei Rillenreifen mit Heizdecken, aber alle Fahrer haben von einer großen Verbesserung seit dem ersten Test mit Slicks in Jerez gesprochen. Die zweite Runde war nur noch um 1,5 Sekunden langsamer als die optimale Rundenzeit. Für uns ist das zufrieden stellend. Das ist fast gleich wie in anderen Serien, etwa in der GP2 oder der Japanische Super-GT."

Interessant ist auch, dass Bridgestone noch kaum Formel-1-Erfahrung mit Slicks hat, denn die Japaner kamen 1997 in die Königsklasse - und 1998 wurden die Rillen eingeführt. Daher musste man in Sachen Daten kreativ sein: "Wir haben die 1997er-Formel-1-Technologie als Basis für die GP2 verwendet, diese GP2-Slicks dann laufend weiterentwickelt. Das ist jetzt die Basis für die neuen Formel-1-Slicks", gab Hamashima zu Protokoll.

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