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Formel 1: News

Das Rennen, das nie stattfindet

Warum der Grand Prix von Südkorea völlig überraschend im Kalender für die Saison 2015 aufscheint, jedoch nicht stattfinden wird.

Am Mittwoch staunten selbst einige Fahrerlager-Insider nicht schlecht, als bei der FIA-Weltratssitzung in Doha ein Formel-1-Kalender mit 21 Rennen beschlossen wurde. Ausgerechnet der Grand Prix von Südkorea tauchte neben dem Rennen in Mexiko plötzlich darin auf, obwohl der Kurs in der Nähe von Mokpo bereits im Vorjahr aus dem Kalender geflogen war. Das Zuschauerinteresse war niedrig, das Rennen mit einem Verlust von etwa 170 Millionen Euro zwischen 2010 und 2013 defizitär und auch die Begeisterung des Formel-1-Trosses hielt sich in Grenzen.

Kurios ist aber vor allem, dass selbst die Betreiber des Korean International Circuit nichts von ihrem Glück wussten, 2015 erneut ein Formel-1-Rennen auszutragen. "Wir sind vorab nicht unterrichtet worden", wird eine anonyme Quelle aus dem lokalen Organisationskomitee von der Nachrichtenagentur AFP zitiert.

Und selbst das Datum stößt auf Unverständnis: Während das Rennen bislang nach der Europa-Saison im Herbst vor dem Grand Prix von Japan ausgetragen wurde, wurde nun der 3. Mai dafür anberaumt. Am darauf folgenden Wochenende findet der Formel-1-Europaauftakt in Barcelona statt - für die Rennställe aus logistischer Sicht eine nahezu unlösbare Aufgabe.

Ecclestones Motorentrick

Doch was hat es dann mit dem Rennen in Yeongam auf sich? Laut Informationen von Motorsport-Total.com gibt es einen einfachen Grund für das überraschende Südkorea-Comeback: Das Rennen wurde von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in den Kalender gehievt, um Renault, Ferrari und Honda zu helfen.

Die drei Motorenhersteller, die im Kampf mit Mercedes klar im Hintertreffen sind, haben vergeblich darum gekämpft, das Update-Fenster während der Saison zu öffnen, damit die Antriebseinheiten nachgerüstet werden können. Somit werden die Motoren am 28. Februar homologiert und die Entwicklung damit bis Saisonende eingefroren, was für die Mercedes-Gegner zu früh kommt.

Fünf statt vier Antriebseinheiten

Zudem sieht das Reglement 2015 eine Verschärfung der Rahmenbedingungen vor: Jeder Fahrer darf pro Saison nur noch vier Antriebseinheiten einsetzen, bei der fünften Komponente droht die Rückversetzung in der Startaufstellung um zehn Plätze. Dieses Jahr durften die Piloten noch fünf Antriebseinheiten verwenden.

Und hier kommt Yeongam ins Spiel: Laut Reglement darf jeder Pilot nicht vier, sondern fünf Antriebseinheiten nutzen, "wenn die Anzahl der Rennen in der Meisterschaft nach ursprünglicher Planung 20 übersteigt". Genau das ist der Fall: Der Kalender wurde vom FIA-Weltrat abgesegnet und ist damit offiziell, auch wenn Südkorea als einziges Rennen mit einem Sternchen versehen wurde - das Rennen muss erst bestätigt werden.

Das wird aller Voraussicht nach nie passieren. Und auch wenn der Grand Prix von Südkorea abgesagt wird, bleibt die Anzahl der erlaubten Antriebseinheiten aber bei fünf.

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