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Krise: Kommt jetzt die "Super-GP2"?

Die kleinen Teams fühlen sich mit ihren Finanznöten alleingelassen und vermuten, dass bald GP2-Boliden das Starterfeld auffüllen sollen.

Der Verdacht, dass Bernie Ecclestone in der Formel 1 eine Zweiklassengesellschaft einführen will, besteht schon länger. Bei den Verhandlungen nach dem Auslaufen des vergangenen Concorde Agreements zwischen dem FOM-Geschäftsführer und den Teams entstanden Einzelverträge, die den Rennställen Ferrari, Red Bull Racing, McLaren, Mercedes und Williams deutlich mehr Anteile an der Verteilung der Formel-1-Einnahmen zubilligten als den kleinen Teams; diese kämpfen nun ums Überleben – oder haben diesen Kampf bereits verloren.

Der stellvertretende Teamchef von Force India, Robert Fernley, wirft Ecclestone nun vor, dass dieser die kleineren Konstrukteure aus der Formel 1 vertreiben wolle, und stattdessen Kundenteams mit GP2-Chassis das Feld auffüllen sollen. "Es gibt diese Alternative namens Super-GP2", verweist er gegenüber Autosport auf eine Idee, die im Zuge der Krisengespräche in Brasilien auf den Tisch gekommen ist. "Das ist so etwas wie ein GP2-Auto mit einem überarbeiteten Motor."

Die GP2 Series wird mit Einheitsautos aus dem Hause Dallara bestritten; die Boliden der Formel-1-Nachwuchsserie haben allerdings einen 612 PS starken V8-Saugmotor aus dem Hause Mecachrome an Bord, während in der Formel 1 V6-Turbomotoren mit Hybridantrieb zum Einsatz kommen. Derzeit müssen in der Formel 1 alle teilnehmenden Teams eigene Chassis bauen. Einige klar definierte Teile, die sich nicht auf den Wettbewerb auswirken, können aber auch von anderen Teams und Zulieferern bezogen werden, damit die Kosten nicht zu hoch werden.

Fernley hat ähnlich wie seine Kollegen bei Sauber und Lotus das Gefühl, dass wenig Interesse an einer Rettung der kleineren Teams durch eine gleichmäßigere Einnahmenverteilung besteht. Aus diesem Grund drohte das Trio kürzlich sogar mit einem Streik. "Der Wunsch besteht, fünf Konstrukteure und fünf Kundenteams in der Formel 1 zu haben", besteht für Fernley kein Zweifel. Er wirft Ecclestone & Co. vor: "Das ist die Richtung, in die sie gehen wollen."

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