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Formel 1: Interview Sergio Marchionne, Montreal 2015

Nur Ferrari plädiert fürs Nachtanken

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne glaubt an mehr Spannung durch neue strategische Optionen und wünscht sich eine detaillierte Analyse.

Gegen die Idee der Strategiegruppe, das Tankstoppverbot in der Formel 1 wieder abzuschaffen, hat sich nicht erst am Rande des Grand Prix von Kanada Widerstand formiert. Das Comeback wirkt zunehmend unwahrscheinlich, doch nun meldet sich ein einsamer Befürworter: Sergio Marchionne. Der Ferrari-Präsident betont, dass er sich ein Mehr an Spannung vorstellen kann und die Grands Prix nicht notwendigerweise vorhersehbarer werden müssten: "Den Beweis habe ich noch nicht gesehen", so Marchionne.

Trotzdem verspricht er sich von der Idee kein Allheilmittel für die Probleme der Formel 1. "Das Nachtanken hat an sich keinen Mehrwert – außer, dass die Rennen variabler werden", meint Marchionne und legt das Augenmerk auf strategische Optionen im Rennen, insbesondere die Füllmenge beim Start und die Anzahl der Stopps. "Es gibt Leute, die behaupten, es führe zu einem vorhersehbaren Modell, bei dem jeder zur gleichen Zeit tankt", zweifelt er die Argumentation der Kritiker an.

Marchionne wird deutlich: "Das ist absoluter Unfug, gerade wenn man es mit mehr Freiheiten bei der Reifenwahl kombiniert, was ich für noch wichtiger halte." Ob er sich darunter mehr Mischungen, die freie Auswahl aus dem gesamten Spektrum des Zulieferers oder die Abschaffung der Pflicht, im Rennen zwei verschiedene Pneusorten zu nutzen, vorstellt, lässt er offen.

Der Idee ebenfalls nicht gänzlich abgeneigt ist David Coulthard, der in seiner Kolumne für die BBC über die Jahre mit Nachtanken schreibt: "Ich fand es großartig. Die Autos waren schnell, und die Fahrer immer am Limit." Doch der Schotte zeigt sich auch skeptisch: "Auf der anderen Seite stehen die Fakten: Von 2009 auf 2010, als nur das Nachtanken verboten wurde und sich sonst nichts änderte, hat sich die Zahl der Überholmanöver mehr als verdoppelt." Coulthard wägt ab und kommt zu einem klaren Urteil: "Trotzdem würde es mir gefallen."

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