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Das ist das neue "Fahrschulauto"

Die Scuderia Toro Rosso hat auf dem Circuit de Jerez den neuen STR10 der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Fotos: Scuderia Toro Rosso

Einen Tag vor dem Beginn der Wintertests zog auch Toro Rosso blank. In Jerez enthüllte das Team den neuen STR10, mit dem Max Verstappen und Carlos Sainz junior in der Formel-1-Saison 2015 für das Junior-Team von Red Bull an den Start gehen werden. Beide fahren 2015 am 15. März in Melbourne ihren ersten Grand Prix, weshalb die Saison bei Toro Rosso klar unter der Überschrift "Lehrjahr" steht.

Das "Schulungsfahrzeug" wird dabei wie im Vorjahr von einem Renault-Antrieb befeuert. Wie alle anderen bisher präsentierten Formel-1-Fahrzeuge des Jahrgangs 2015 fällt auch beim Toro Rosso STR10, für den der Technische Direktor James Key verantwortlich zeichnet, die deutlich flachere Fahrzeugnase auf, wie sie das Reglement in diesem Jahr vorschreibt. Die Spitze der Nase mündet in einer Art Dreieck.

Die Halterungen für die Onboard-Kameras thronen nun, wie bei Mercedes, wie zwei "Geweihe" an der Oberseite des Chassis. Auffällig sind auch die im Vergleich zum STR9 vorne an der Unterseite deutlich stärker eingezogenen Seitenkästen, woraus eine kleinere Kühleröffnung resultiert. Außerdem ist der Einlass der erneut zweigeteilten Airbox etwas runder gestaltet. "Ich bin überzeugt, dass es das beste Auto ist, das wir jemals bei Toro Rosso gebaut haben", sagt Teamchef Franz Tost. "Das Design sieht sauber aus, und wenn es sauber und schön aussieht, sollte es auch schnell sein."

"Die Saison 2015 ist eine neue Herausforderung für uns. Wir haben viel Arbeit in den STR10 gesteckt und sind zuversichtlich, dass es ein erfolgreiches Jahr werden wird", so Tost weiter, der ambitionierte Ziele für die zehnten Toro-Rosso-Saison vorgibt: "Unser Ziel ist Platz fünf in der Konstrukteurswertung." Im vergangenen Jahr war Toro Rosso noch Siebter. "Unser Motorenpartner Renault hat auch sehr hart gearbeitet und viele Modifikationen gebracht. Diese gemeinsamen Anstrengungen sollten uns ein Paket liefern, das sehr konkurrenzfähig ist", hofft Tost.

"Alles in allem sind wir ein viel stärkeres Team, haben einen sehr konkurrenzfähigen STR10 und schnelle Fahrer. Das ist eine großartige Kombination", meint Tost. Allerdings auch eine unerfahrene, denn nach der Beförderung von Daniil Kwjat ins A-Team von Red Bull und der Entlassung von Jean-Eric Vergne, dessen Zeit bei den Jungbullen nach drei Jahren abgelaufen war, festigt Toro Rosso mit der Verpflichtung von Verstappen und Sainz jun. seinen Ruf als Ausbildungsteam für Fahrer aus dem Nachwuchsprogramm des Getränkeherstellers.

Verstappen war erst im August 2014 nach starken Leistungen in seiner ersten Formel-3-Saison in den Red-Bull-Kader aufgenommen und schon kurz darauf als Toro-Rosso-Fahrer bestätigt worden. Beim Saisonauftakt in Melbourne wird der Sohn des früheren Formel-1-Piloten Jos Verstappen mit 17 Jahren und 5 Monaten jüngster Formel-1-Pilot aller Zeiten werden - und das vermutlich auch bleiben. Denn als Reaktion auf die Verpflichtung des Teenager setzte der Automobil-Weltverband FIA das Mindestalter für die Formel 1 auf 18 Jahre fest.

Fahrerduo ohne Formel-1-Erfahrung

"Ich kann es nicht abwarten, dass die Saison beginnt, aber morgen wird noch einmal ein langer Tag sein, wenn ich Carlos im Auto zuschauen muss", sagt Verstappen, der erst am Montag in Jerez testen wird. "Durch die zwei Tage mit dem 2014er-Auto beim Test in Abu Dhabi, den Freitagstrainings, die ich gefahren bin, und der Zeit im Simulator fühle ich mich gut vorbereitet, und ich bin bereit für die aufregende Herausforderung. Sechs Tage bleiben mir auf der Strecke in Spanien, danach wird es Zeit für Australien und meinen ersten Grand Prix - etwas, auf das ich mich seit Beginn meiner Kartzeit gefreut habe."

Auch Sainz junior stammt aus einer Motorsport-Familie. Sei Vater, der auf den gleichen Namen hört, war 1990 und 1992 Rallye-Weltmeister und ist heute noch bei Wüstenrallyes aktiv. Seinen Sohn zog es aber auf die Rundstrecke, wo er sich 2014 überlegen den Titel in der Formel Renault 3.5 sicherte. Dennoch musste Sainz jun. lange um den Formel-1-Aufstieg zittern, doch Ende November wurde er von Toro Rosso bestätigt.

"Ich freue mich darauf, das Auto morgen zum ersten Mal zu testen", sagt Sainz jun. Ich habe während des Winters hart an meiner Fitness gearbeitet und Zeit in Faenza verbracht, um mich mit dem Team vertraut zu machen. Außerdem habe ich einige Tage im Simulator getestet. Jetzt haben wir nur zwölf Tage Zeit, um uns auf Melbourne vorzubereiten. Daher wird es für mich eine Priorität sein, das Prozedere eines Rennwochenendes durchzugehen. Außerdem will ich so viele Kilometer wie möglich zurücklegen."

"Diese Paarung zweier hoch talentierter, junger Fahrer macht diese Saison noch aufregender", freut sich Tost auf seinen neuen Ausbildungsjahrgang. "Beide haben im Laufe ihrer Karriere fantastische Leistungen gezeigt und Rennen und Meisterschaften gewonnen. Wegen ihrer fahrerischen Fähigkeiten hat Red Bull entschieden, sie zu Toro Rosso zu schicken. Ich bin mir sicher, dass sie genau wie der Rest des Teams für auf diese Herausforderung gut vorbereitet sind."

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