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Formel 1: Analyse

Halo-Abstimmung: Die FIA gegen alle?

Sollte die Strategiegruppe gegen den Cockpitschutz stimmen, bliebe der FIA noch ein letzter Trumpf, um ihren Willen durchzuboxen.

Im Rahmen eines Meetings der Strategiegruppe in Genf ist die geplante Einführung des Cockpitschutzes Halo in der Formel-1-WM einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte. Dass diese bereits für die Saison 2017 durchgewinkt wird, ist aber mehr als fraglich, denn in der Strategiegruppe gibt es 18 Stimmen, von denen je sechs auf FIA-Präsident Jean Todt und F1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone fallen.

Weitere sechs Einzelstimmen gehören den Teams Ferrari, Force India, McLaren, Mercedes, Red Bull Racing und Williams. Sollte auch nur einer der Teilnehmer des Meetings gegen Halo stimmen, ginge der Vorschlag nicht einmal in die nächste Instanz; das wäre dann die Formel-1-Kommission. Auch dort reicht so spät in der Saison eine einzige von 26 Stimmen, um Halo für nächstes Jahr zu verhindern.

Alle Informationen deuten darauf hin, dass zumindest Bernie Ecclestone und RB Racing den Cockpitschutz nicht in der Formel-1-WM sehen wollen; der Manager, weil er um das Image seiner Serie fürchtet, das britisch-österreichische Team, weil es – nicht völlig uneitel – auf seiner eigenen Lösung namens Aeroscreen (vormals Canopy) besteht.

Sollte Halo abgelehnt werden, bliebe der FIA immer noch eine Trumpfkarte: Sie könnte Halo aus "Sicherheitsgründen" ganz ohne Abstimmung in den normalerweise zuständigen Gremien durchzudrücken. Unter den Fahrern, die übrigens keinerlei direkten Einfluss darauf haben, ob ein Cockpitschutz eingeführt wird oder nicht, herrscht indes weiterhin Uneinigkeit.

Zunächst waren viele dagegen, allen voran Lewis Hamilton, doch selbst der britische Weltmeister hat nach einer FIA-Präsentation in Silverstone seine Meinung geändert und steht Halo, das von seinem Arbeitgeber mitentwickelt wurde, nun aufgeschlossener gegenüber. Angeblich verbessert es die Sicherheit der Fahrer um 17 Prozent.

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