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Formel 1: Analyse

Hülkenberg: Keine Zukunft für Halo?

Nico Hülkenberg hofft, dass sich der neue Cockpitbügel Halo nicht lange halten wird, schon wegen persönlicher Schwierigkeiten damit.

Ab der Formel-1-Saison 2018 wird der polarisierende Cockpitschutz Halo für alle Boliden zur Pflicht. Der Automobilweltverband FIA boxte die Einführung in diesem Sommer gegen den Willen der Teams durch. Puristen bleibt nur die Hoffnung, dass der Heiligenschein in absehbarer Zukunft wieder verschwinden wird. Dazu zählt sich auch Renault-Pilot Nico Hülkenberg, der sich bereits mehrfach öffentlich gegen die Vorrichtung ausgesprochen hat.

"Ich denke nicht, dass Halo lange in der Formel 1 überleben wird", kündigte er an und erklärte: "Die Leute werden bemerken, dass es nicht wirklich nötig ist." Tatsächlich bietet Halo den Piloten nur in bestimmten Ausnahmefällen zusätzlichen Schutz; im Fall der Fälle könnte es allerdings Leben retten – und das ist der Knackpunkt: Ein Rückzieher der FIA erscheint schon allein deshalb als sehr unwahrscheinlich.

Sollte es in der Formel-1-WM in weiterer Folge einen tödlichen Unfall geben, der mit Halo zu verhindern gewesen wäre, etwa wie bei Henry Surtees in der Formel 2 des Jahres 2009, würde das die FIA in Erklärungsnot bringen. Hülkenberg erklärte, die Meinung sei unter den Fahrern geteilt. "Manche mögen es, manche nicht, aber es ist sowieso nicht die Entscheidung der Fahrer", sagte der Deutsche.

Auch die Teams sind in dieser Hinsicht machtlos und konnten die Einführung nicht verhindern. Ohne Zustimmung der FIA wird Halo nicht wieder verschwinden, denn bei sicherheitsrelevanten Entscheidungen kann der Weltverband Änderungen im Alleingang beschließen oder blockieren. Hülkenberg wollte die Hoffnung, dass Halo in absehbarer Zeit wieder verschwindet, aber dennoch nicht aufgeben. "Warten wir mal ab ...", erklärte er.

Ihm persönlich schade der Heiligenschein ganz besonders: "Für mich als größeren und schwereren Fahrer ist es definitiv ein Nachteil." Die gesamte Halo-Vorrichtung inklusive Befestigung am Chassis wiegt weit mehr als zehn Kilogramm, das Mindestgewicht der Autos steigt 2018 allerdings "nur" von 728 auf 733 Kilo. Das bringt schwerere Fahrer, die bereits jetzt am Limit sind, in Schwierigkeiten.

"Es ist eine politische Frage. Die Teams müssen zustimmen, wenn das Gewicht erhöht werden soll, aber manche wollen das nicht", warf Hülkenberg ein. Viele Fahrer und Teams kritisieren, dass die Boliden schon jetzt zu schwer sind, eine weitere Erhöhung des Mindestgewichts erscheint daher unwahrscheinlich. "Das Team hat mich schon gefragt, ob ich eine Diät machen kann, aber ich habe Nein gesagt", erklärte Hülkenberg lächelnd.

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