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Formel 1: Analyse

Ferrari mahnt: Drohung ernst nehmen!

Erneut droht Ferrari mit einem Formel-1-Ausstieg, doch diesmal sei die Warnung laut Fiat-Präsident Marchionne völlig ernst gemeint.

Auch in der Winterpause kehrt in Maranello keine Ruhe ein. Auf einer Presseveranstaltung hat Ferrari-Präsident Sergio Marchionne seiner Ausstiegsdrohung im Namen der Scuderia jetzt noch einmal Nachdruck verliehen: "Einige Leute behaupten, dass unsere Drohung bezüglich der Regeln für 2020/21 ein Bluff sind, aber da spielen sie mit dem Feuer."

Ferrari ist mit dem ab der Saison 2021 geplanten Motorenreglement für die Formel-1-WM nicht zufrieden. Erst Anfang des Monats hatte Marchionne seine Drohung erneuert, doch diese wird trotzdem nicht von allen Seiten ernstgenommen. Schließlich hat die Scuderia schon in der Vergangenheit mehrfach mit einem Serienausstieg gedroht, letztlich wurde aber stets eine Lösung gefunden.

Doch ist die Drohung auch dieses Mal nur heiße Luft? "Die Situation hat sich seit 2015 verändert", warnte Marchionne, der damit auf seinen Vorgänger Luca di Montezemolo anspielt, der bei Ferrari bis Ende 2014 die Zügel in der Hand hielt. Anschließend versicherte Marchionne, unter seiner Führung werde es keine leeren Drohungen aus Maranello mehr geben.

"Wenn wir mit etwas drohen, ziehen wir es auch durch", stellte er klar und erklärte sogar, dass man Möglichkeiten habe, etwas wie die Formel 1 auf die Beine zu stellen; eine Konkurrenzserie also, wie sie bereits 2009 im Raum gestanden ist, damals auf Betreiben der FOTA. "Es gibt die Möglichkeit, ab 2020/21 eine alternative Meisterschaft zu erschaffen", bestätigte Marchionne. Allerdings erklärt er auch, dass er dieses Szenario gerne vermeiden würde.

"Ich möchte in der Formel-1-WM weitermachen, aber wir müssen Kompromisse finden, die es Ferrari ermöglichen, seine DNS in jedem Rennen zu präsentieren. Wenn wir die finden, muss Ferrari auch nicht gehen", stellte Marchionne klar. Interessant: Sorgen macht er sich vor allem wegen des neuen Formel-1-Sportchefs Ross Brawn. Dieser versuche, eine Richtung vorzugeben, die nicht der DNS des Sports entspräche.

"Wir sind ein Teil der Geschichte der Formel-1-WM. Daher wissen wir, was Unsinn ist, und was die Formel 1 ist", fand er klare Worte und erklärte hinsichtlich F1-Eigner Liberty Media: "Wir müssen versuchen, deren Interessen mit unseren in Einklang zu bringen." Er zeigte sich optimistisch, dass das auch rechtzeitig gelingen wird, um den Ausstieg von Ferrari aus der Formel-1-WM zu verhindern.

Bis 2020 ist Ferrari ohnehin noch an die Formel-1-WM gebunden. Für die Saison 2018 hat man indes das Präsentationsdatum für das neue Auto bekanntgegeben: Der 2018er-Bolide wird am 22. Februar vorgestellt. Wie auch in den vergangenen Jahren wird es sich um einen rein virtuellen Onlinelaunch handeln. Vier Tage danach beginnen in Barcelona die Testfahrten für die neuen Saison.

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