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Formel-1-Test: Barcelona II

Kubica schlägt die Bezahlbuben: Macht das Team einen Fehler?

Zumeist war Robert Kubica schneller als die einzahlenden Stammpiloten - noch glaubt man, dass die Besetzung des Polen als Ersatzfahrer kein Fehler war....

Hat Williams vor der Formel-1-Saison 2018 eine falsche Entscheidung getroffen? Sollte nicht Robert Kubica einen der beiden FW41-Boliden lenken statt nur Ersatzfahrer zu sein? Viele Beobachter dürften sich aufgrund der bisherigen Ergebnisse bei den Formel-1-Tests in Barcelona genau diese Fragen gestellt haben. Denn Kubica fuhr häufig schnellere Runden als die beiden Williams-Stammpiloten Sergei Sirotkin und Lance Stroll. Doch es bleibt dabei: Kubica tritt in der Formel 1 2018 "nur" als Test- und Ersatzpilot an.

Williams-Teamchefin Claire Williams will die Probefahrten in Spanien ohnehin nicht überbewertet wissen und schon gar nicht den zeitlichen Unterschied zwischen ihren Fahrern. Dafür, so sagt die 41-Jährige, sei das Wetter am Circuit de Catalunya-Barcelona viel zu unbeständig gewesen. Die einzelnen Rundenzeiten seien daher kaum miteinander vergleichbar.

"Ein Fahrer geht bei besten Bedingungen mit Soft-Reifen auf die Strecke. Ein anderer Fahrer hat vielleicht nie die Chance dazu, weil das Wetter nicht passt oder weil wir uns für eine andere Set-up-Variante entschieden haben, die nicht notwendigerweise das Optimum darstellt, aber dem anderen Fahrer schnelle Zeiten ermöglich hat", erklärt Williams. Sie glaube deshalb nicht, dass die Wintertests eine detailreiche Einschätzung hergeben.


Nur Tendenzen ließen sich in Barcelona herauslesen, meint Williams weiter. "Ein Blick auf die Zeitenliste sagt dir vielleicht, Mercedes ist vorne. Und das kommt vermutlich auch hin. Doch ein Vergleich der Fahrer - selbst innerhalb eines Teams - ist bei der Abstimmungsvielfalt, dem Wetter und dem jeweiligen Zeitpunkt ihrer Runden sehr schwierig."

"Hat Williams vielleicht eine Fehlentscheidung getroffen, weil der Ersatzfahrer die schnellsten Runden dreht? Nein, ich glaube nicht, dass eine solche Einschätzung richtig ist", sagt die Teamchefin.

Und auch Kubica selbst ist bemüht, die Euphorie um seine Testleistung zu dämpfen, obwohl er teilweise mehrere Zehntel besser war als Sirotkin oder Stroll. "Ich gebe nicht so viel auf Rundenzeiten", sagt der 33-jährige Formel-1-Rückkehrer und meint: "Das kann sich alles schnell drehen, spielt also keine große Rolle." Er könne für sich selbst ein positives Fazit zu den Testfahrten ziehen, nur darauf komme es an, so Kubica.

Stammcockpit bleibt das Ziel

"Ich kam gut klar mit dem Auto. Mir ging es ohnehin vorrangig darum, ein Gefühl für das Fahrzeug zu entwickeln und eine gute Rückmeldung zu geben, statt Rundenzeiten zu erzielen. Natürlich: Zeiten sind wichtig, weil du das Auto voranbringen musst", erklärt der polnische Rennfahrer. Er habe es jedoch nicht mit letzter Konsequenz versucht: "Du gehst hier nicht ans absolute Limit, sondern nur bis knapp davor. Du darfst schließlich keinen Blödsinn anstellen. Denn wenn ich etwas kaputtmache, ist unser Testplan im Eimer. Das habe ich ständig im Hinterkopf."

Grundsätzlich aber tue es ihm gut, durch schnelle Zeiten die Rückmeldung zu bekommen, dass sein Speed noch vorhanden sei. Schließlich hat Kubica den Traum vom Renn-Comeback in der Formel 1 noch nicht aufgegeben. "Wer mich kennt, der weiß: Ich setze mir immer große Ziele. Sonst wäre ich nicht hier. Ich würde nie etwas machen, wenn ich nicht zu einhundert Prozent davon überzeugt wäre, es auch hinzukriegen."

Und so könnte die Rolle als dritter Fahrer bei Williams nur eine Durchgangsstation für Kubica sein, auf dem Weg zurück ins Formel-1-Stammcockpit. "Klar", sagt der Pole, "wäre es klasse, eine richtige Chance zu erhalten. Aber ich freue mich über die Möglichkeit bei Williams, die ich jetzt habe. Darauf konzentriere ich mich nun. Und was die Zukunft bereithält, weiß ich nicht."

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