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WEC: News

Konkurrenz reagiert auf Audi-Rückzug

Reaktionen der Konkurrenten auf den Ausstieg von Audi aus der Langstrecken-WM Ende des Jahres; wie geht es mit dem Sport nun weiter?

Audi zieht sich zum Ende der Motorsportsaison 2016 aus der Langstrecken-WM zurück. Diese Nachricht schlug auch bei den Konkurrenten hohe Wellen – immerhin hatte das deutsche Werk, das seit 1999 unter anderem 13 Siege bei den 24 Stunden von Le Mans feiern konnte, die Meisterschaft seit ihrem Start im Jahr 2012 entscheidend mitgeprägt.

"Wir sind sehr traurig, dass Audi sich so entschieden hat", kommentiert TMG-Chef Rob Leupen die Nachricht. Das Toyota-Team hat sich seit dem ebenso plötzlichen Rückzug von Peugeot vor dem Start der Langstrecken-WM 2012 im hochgradigen Wettstreit mit der Marke mit den vier Ringen befunden. "Wir haben mit Audi einen intensiven Kampf auf motorsportlicher Seite, der uns bislang immer sehr gut gefallen hat. Audi hat die WEC entscheidend mitaufgebaut, deshalb sind wir traurig."

Der Ausstieg erfolgt vor dem Hintergrund des Dieselskandals: Der gesamte Volkswagen-Konzern muss, zumindest in den USA, hohe Strafzahlungen tätigen, deren Umfang bis heute noch nicht absehbar sind; alle Marken sind zum Sparen aufgerufen. Zur Dachfirma gehört mit Porsche auch ein weiterer aktueller Teilnehmer an der Langstrecken-WM. "Für Porsche hat der Audi-Ausstieg zunächst keine Konsequenzen. Es gilt das Bekenntnis des Vorstands zur WEC", so ein offizielles Statement des SUV- und Sportwagenherstellers.

Der Vorstand der Audi-Konzernschwester hatte bereits einen Verbleib in der Langstrecken-WM bis inklusive der Saison 2018 beschlossen; diese Entscheidung steht. "Den Verlust eines solch großen sportlichen Wettbewerbers bedauern wir sehr", so ein Porsche-Sprecher. "Wir sehen die Plattform 'WEC' unverändert positiv. Es ist eine wichtige Serie. Außerdem sind die 24 Stunden von Le Mans ein besonderes Rennen, zu dem Porsche eine ganz besondere Beziehung hat."

Das Porsche-LMP1-Programm darf somit zunächst als gesichert gelten. Fraglich ist jedoch, ob man sich in Zukunft erneut ein doppeltes Programm leisten darf, denn für das Jahr 2017 ist auch die werksseitige Rückkehr in die GTE-Pro-Klasse angekündigt; der neue 911 RSR soll in Kürze vorgestellt werden. "Dass man den Gesamtumfang vielleicht neu bewerten muss, ist klar", so die Aussage des Firmensprechers zu diesem Themenkomplex.

Was aus den derzeitigen Fahrern des Audi-LMP1-Programms wird, ist völlig offen. "Nun ist es also offiziell. Jetzt bleibt uns nur noch, die letzten beiden Rennen zu gewinnen. Es ist das Ende einer Ära. Ich bin stolz, dass ich Teil dieses unglaublichen Teams sein durfte", meinte etwa Oliver Jarvis. Audi-GT3-Pilot Laurens Vanthoor schrieb: "Das war es dann mit meinem Traum von LMP1 mit Audi." Und sogar die Ehefrau von Audi-Legende Allan McNish gab zu Protokoll: "Das Leben muss weitergehen, aber ich bin so traurig. Es war ein großer Teil unseres Lebens."

Fraglich ist auch, ob die Langstrecken-WM ihren Status überhaupt weiterhin behalten darf, denn in den Statuten der FIA sind mindestens drei Teilnehmer für die Austragung einer Weltmeisterschaft vorgeschrieben. Bereits 2012 und 2013 musste man mit einer Ausnahmegenehmigung arbeiten, der angeblich nur stattgegeben wurde, weil Porsche seinen Einstieg ab 2014 schon beschlossen hatte. Somit darf angenommen werden, dass der Automobile Club de l'Ouest seine Bemühungen, Peugeot als LMP1-Hersteller zurückzugewinnen, vervielfachen wird.

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