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Vorschau: Badeort unter Strom

Lucas di Grassi und Sam Bird liefern sich ein Duell um die Gesamtführung; mit Spannung wird das Debüt von Jean-Éric Vergne erwartet.

Titelbild: FIA Formula E Championship

Der dritte Saisonlauf der Formel E 2014/15 steht im Zeichen einer Personalie und eines Zweikampfes um die Oberhand in der Gesamtwertung. Wenn am Samstag um 19 Uhr MEZ das Rennen in Punta del Este (Uruguay) steigt, ruhen zunächst viele Augen auf Jean-Éric Vergne (Bild). Der Franzose gibt nach seinem Formel-1-Aus bei Toro Rosso sein Debüt bei Andretti Autosport. Außerdem wird bei Amlin-Aguri Salvador Durán Stammpilotin Katherine Legge ersetzen. Der Mexikaner, der in der Vergangenheit unter anderem in der Formel Renault 3.5 an den Start gegangen ist, gibt ebenfalls seine Formel-E-Premiere.

Der Schauplatz ist ein Badeort am äußersten Ende der Mündung des Río de la Plata. Die 10.000-Seelen-Gemeinde Punta del Este, der bevölkerungsmäßig kleinste Gastgeber in der ersten Saison der Formel E, begeistert sonst Touristen mit Naturschauspielen und ihrer Fauna.

So gesehen die richtige Heimat für eine Serie, die eine Botschaft von umweltverträglicher Fortbewegung vermitteln will. Die Strecke führt entlang der malerischen Atlantikküstenpromenade. Der 2,8 Kilometer lange Kurs verfügt neben mehreren längeren Geraden über eine Haarnadelkurve, einige Schikanen und eine sehr enge Doppellinks und verspricht viel Rennaction. Den ePrix wollen einmal mehr der in der Gesamtwertung führende di Grassi (Abt, 43 Punkte) und sein erster Verfolger Sam Bird (Virgin, 40 Punkte) prägen.

"Das Rennen wird aber sicher eine harte Nuss", befürchtet der Brasilianer, der den Saisonauftakt in China gewann und in Malaysia Zweiter wurde. "An der Spitze geht es enger und enger zu. Wir werden alles aus unserem Auto herauskitzeln müssen." Dank di Grassi führt das Abt-Team auch in der Mannschaftswertung. Bird will als letzter verbliebener Brite im Starterfeld die nationale Ehre retten und hofft auf den Fanboost seiner Landsleute.

Zu rechnen sein wird am Samstag auch mit Nicolas Prost (e.dams), der ohne seine Kamikaze-Aktion in Peking im Klassement auf Augenhöhe mit den beiden Spitzenreitern wäre. Alle drei bekommen prominente Konkurrenz: Jean-Éric Vergne ist der elfte Ex-Formel-1-Pilot, der in der Elektroserie an der Seite von Franck Montagny ins Lenkrad greift. Zunächst gilt der Deal mit Andretti nur für Punta del Este, beide Seiten scheinen jedoch an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert.

Der zweite Fahrertausch findet bei Dragon statt: Neben Nelson Piquet junior fährt bei den Chinesen der spanische GT-Spezialist Antonio García, der schon drei Klassensiege bei den 24 Stunden von Le Mans für sich verbuchen konnte. Der 34jährige scheint trotz eines Testeinsatzes in Donington vor Saisonbeginn aber keine Zukunft in der Formel E zu haben: Stammpilot Ho-Pin Tung soll schon in Argentinien wieder antreten; nur eine zuvor eingegangene Verpflichtung hindert ihn an der Reise nach Uruguay.

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