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BSS: Misano

Siedler mit maximaler Punkteausbeute

Norbert Siedler und sein Rinaldo-Teamkollege Marco Seefried gewannen beide Rennen, Siedler hat noch Titelchancen. Grasser debütiert erfolgreich mit Bortolotti.

Fotos: Vision Sport Agency / SRO, Grasser Racing

Schon nach dem ersten freien Training hatte Norbert Siedler ein gutes Gefühl. „Wir sind Dritter geworden und waren mit unserem Auto sehr zufrieden. Ein Platz unter den ersten drei war auch unser Ziel für das Qualifying."

Doch es kam noch besser: Im dritten und entscheidenden Abschnitt des Zeittrainings sicherte sich Norbert Siedler in allerletzter Sekunde die Pole-Position – mit einem beeindruckenden Vorsprung von fast drei Zehntelsekunden. „Die Runde war perfekt", jubelte Siedler. „Das ist die perfekte Ausgangslage."

Hart erkämpfter Sieg im einzigen Nachtrennen der Saison

Als die Startampeln um 20:45 Uhr am Samstagabend auf Grün schalteten, konnte Norbert Siedler seine Pole-Position erfolgreich verteidigen. „Der Start verlief gut und bin als Führender aus der ersten Runde gekommen. Der Druck von hinten war aber hoch, ich musste bis ans absolute Limit gehen", schilderte der Tiroler. Eine Safety-Car-Phase ab Runde sieben machte den kleinen Vorsprung dann auch noch zunichte. Doch auch beim Re-Start ließ Siedler nichts anbrennen und konnte den giftgrünen Rinaldi-Ferrari zur Rennhalbzeit in Führung liegend an Marco Seefried übergeben.

Seefried knüpfte nahtlos an die Performance seines Teamkollegen an und fuhr den ersten Saisonsieg des Duos in der Blancpain Sprint Series sicher nach Hause. „Endlich wurden wir und das Team für die harte Arbeit belohnt", freute sich Siedler. „So einfach, wie es vielleicht im Fernsehen ausgesehen hat, war es nicht. Unsere Hinterreifen bauten sehr schnell ab, deswegen ist Marco zwischenzeitlich auch noch einmal unter Druck geraten. Insgesamt haben aber alle heute einen perfekten Job gemacht. Nicht nur Marco, sondern auch die Mechaniker und Techniker haben exzellent gearbeitet."

Siedler und Seefried dominieren am Sonntag

Auch im zweiten Rennen lief für Norbert Siedler alles nach Plan: Marco Seefried fiel zwar beim Start kurz auf Rang zwei zurück, konnte sich die Führung aber schon nach wenigen Runden zurückholen. Mit rund drei Sekunden Vorsprung übernahm Norbert Siedler das Steuer für den zweiten Teil des Rennens. Dem Rennfahrer aus der Wildschönau gelang es sogar, den Vorsprung weiter zu vergrößern. „Ein paar Runden vor Schluss habe ich gesehen, dass der Abstand immer größer wird und habe mich nur noch darauf konzentriert, die knapp sieben Sekunden zu halten."

Bereits nächste Woche steht das Saisonfinale der Blancpain Sprint Series in Zandvoort (Niederlande) auf dem Programm. „Das Ergebnis würden wir natürlich gerne wiederholen", schaut Norbert Siedler voraus. „Zandvoort ist aber keine typische Ferrari-Strecke, uns erwartet ein hartes Wochenende." Durch die beiden Siege aus Misano kann Siedler sogar noch in den Titelkampf eingreifen. „Wir liegen jetzt auf Rang drei mit 17 Punkten Rückstand. Die Chance ist klein, aber im Motorsport kann viel passieren, wir werden alles geben!"

Grasser mit Podiumsplätzen

In den freien Trainings am Freitag zeigte das Team bereits starke Leistungen. Im zweiten Training setzten Kujala und Bortolotti ihren Lamborghini mit der schnellsten Rundenzeit an die Spitze. Di Folco und Mul waren als Schnellste im Silver-Cup unterwegs.

Im Qualifying konnten Di Folco und Mul ihre starke Leistung bestätigen und holten erneut die schnellste Zeit in der Silver-Cup-Wertung. Im Gesamtfeld reichte dieses Ergebnis für Platz 9, der Startplatz für das Qualifying-Rennen. Die beiden Teamkollegen holten mit P8 einen guten Startplatz in der vierten Startreihe.

Das Qualifying Rennen am Samstag fand nach Sonnenuntergang bei Dunkelheit statt. Bortolotti startete sehr gut und war in der zweiten Runde schon bis auf P4 vorgefahren und hielt diese Platzierung bis zum Fahrerwechsel. Ein perfekter Boxenstopp und Übergabe des Lamborghini an Kujala brachte das Team um zwei Platzierungen nach vorne. Kujala versuchte in seinem Stint immer wieder, den Ferrari vor sich anzugreifen, hatte aber zugleich den hinter sich attackierenden Bentley abzuwehren und konnte sich deshalb nicht auf den Kampf um die Spitze konzentrieren. Er schloss das spannende Rennen mit P2, einem hervorragenden Podiumsplatz ab.
Weniger Glück hatten die beiden Rennfahrer Di Folco und Mul im Silver-Cup. Nach einer soliden Leistung in beiden Stints wurde der Huracán von Di Folco von einem anderen Fahrzeug getroffen, drehte sich danach ins Kiesbett und konnte das Rennen nicht mehr fortsetzen.

Kujala ging im #63 von der ersten Startreihe ins Rennen, konnte sich sofort an die Spitze des Feldes setzen und begab sich während seines Stints permanent mit Ferrari und Bentley in spannende Platzierungskämpfe. Auf P3 liegend steuerte der Finne den Lamborghini zum Fahrerwechsel an die Box, der vom Team schnell und problemlos durchgeführt wurde. Bortolotti ging mit dem Huracán wieder auf die Strecke, griff sich einen BMW Z4 und reihte sich nach dem Überholen wieder auf den ursprünglichen P3 ein, den der routinierte Italiener bis zum Rennende hielt und ins Ziel brachte.

Di Folco passierte in der Einführungsrunde im #19 ein Missgeschick, das zur Folge hatte, dass die Gangschaltung nicht mehr richtig arbeitete. Der Italiener konnte zum Rennstart nicht antreten und eine Reparatur mit größerem Umfang ist bei einem Sprint-Rennen nicht sinnvoll.

Gottfried Grasser (Teamchef): „Das war ein sehr erfolgreiches Abschlussrennen in dieser Saison. Wir waren zweimal auf dem Podium und konnten zeigten, dass es der von Automobili Lamborghini entwickelte Huracán GT3 auch auf der Sprint-Strecke kann. Mit dem #19 hatten wir etwas Pech, aber auch mit dem Auto waren wir im Qualifying spitzenmäßig unterwegs und holten im Silver-Cup die Pole-Position. Das Team hat wieder top gearbeitet und extrem schnelle Boxenstopps abgespult. Es macht großen Spaß, mit den Jungs zusammen zu arbeiten. Auch die Fahrer haben einen fehlerfreien Job gemacht!

Für uns war es ein sehr erfolgreiches Jahr. Im ersten Rennen der Blancpain GT Serie waren wir ganz oben auf dem Podium und beim Abschluss der Saison waren wir wieder auf dem Podium. Insgesamt konnten wir in diesem Jahr zwei Siege, vier Podiumsplätze, drei Pole-Positionen in nur neun Rennen (Blancpain GT Serie und ADAC GT Masters) feiern.

Vielen Dank an Automobili Lamborghini, sie haben mit dem Huracán GT3 ein hervorragendes Rennauto entwickelt, das in allen GT3-Serien siegfähig eingesetzt werden kann.

Wir sind jetzt zwar am Ende der Saison angelangt, haben aber keine Zeit zum Ausruhen, da wir uns schon wieder mitten in der Planung für das kommende Jahr befinden.“

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