MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 2: Abu Dhabi

Leclerc mit Wahnsinnsmanöver zum Sieg

Charles Leclerc serviert Alexander Albon in der letzten Runde mit einem Überholmanöver durch die Marbles ab - Abschied vom Dallara GP2/11.

Ein eiskalter Charles Leclerc (Prema) hat Alexander Albon (ART; 2.) den ersten Sieg in der Formel 2 zunichte gemacht. Das Überholmanöver an sich durch den Reifenabrieb ohne DRS-Hilfe war ein Meisterstück des Champions, der fünf Überholmanöver auf dem Weg zum Sieg vorexerzierte. Albon dürfte allerdings mit der Vorgeschichte nicht ganz einverstanden sein, da Leclerc ihn in der Kurve zuvor leicht touchierte. Es gab jedoch keine Mitteilung der Rennleitung, dass man sich den Vorfall ansehen würde.

Albon führte das Sprintrennen über 22 Runden über weite Strecken an, nachdem er beim Start Polesetter Jordan King überholt hatte, der überhaupt nicht vom Fleck kam und bis auf Position sechs zurückfiel. Der Thai musste einen Angriff von Teamkollege Nobuharu Matsushita (ART; 4.) abwehren, konnte diesen aber auf der Innenbahn einboxen. Das nutzte Nicholas Latifi (DAMS; 3.) aus, der außen herum an Matsushita vorbeifuhr. Für lange Zeit blieb diese Reihenfolge bestehen.

Leclerc musste sich zunächst mit King herumschlagen und fiel auf Rang sechs zurück. Von da an machte er Platz um Platz gut. Nachdem er bislang auf dem Yas Marina Circuit nicht so gut zurechtkam, hatte er im Sonntagsrennen wieder seine übliche Form. Ein Gegner nach dem anderen fiel ihm zum Opfer: Nach dem Konter gegen King, der später nach Reifenschaden ausschied, war in Runde elf Nyck de Vries (Racing Engineering; 9.) fällig, der danach noch weiter zurückfiel. Drei Runden später war Matsushita fällig, im 18. Umlauf dann Latifi.

Showdown in der letzten Runde

Albon erwies sich als zäh. Der Thai und frühere Teamkollege von Leclerc wehrte diesen mehrere Male ab, auch weil aufgrund einer gelben Flagge das DRS abgestellt war. Leclerc hatte aber noch deutlich bessere Reifen und der Showdown war vorprogrammiert. Der Meister verschätzte sich allerdings in der Spitzkehre eingangs der langen Geraden überraschend und fuhr Albon auf den Hinterreifen. Das kompromittierte den Ausgang des ART-Piloten für die anschließende lange Gerade.

Albon, durch den Rammstoß provoziert, wehrte sich nun seinerseits heftig. Im Sprint die Gerade hinunter drängt er Leclerc bis an den Rand der Strecke und darüber hinaus. Dieser ließ sich nicht beeindrucken und blieb voll am Gas, während es durch die Marbles ging. Irgendwie brachte es Leclerc fertig, den Bremspunkt auf der absolut innersten Linie genau richtig zu treffen und er kam vorbei. Albon verpasste seinen ersten Formel-2-Sieg am Ende um 1,293 Sekunden. Latifi brachte Rang drei nach Hause.

Eine sehenswerte Aufholjagd lieferte Oliver Rowland (DAMS), der nach seinem Sieg im Hauptrennen disqualifiziert worden war. Von ganz hinten gestartet, machte er zahlreiche Positionen gut und arbeitete sich noch bis auf Rang sieben in die Punkte vor. Am Ende traf er seinen Kontrahenten aus dem Hauptrennen und um den Vizetitel, Artjom Markelow (Russian Time; 6.), wieder. Hier war die Aufholjagd beendet. Russian Time holte sich derweil den Teamtitel.

Das Sprintrennen auf dem Yas Marina Circuit war auch der letzte Auftritt des Dallara GP2/11, der sieben Jahre lang seinen Dienst getan hat und damit mehr als doppelt so lang im Einsatz war wie seine beiden GP2-Vorgängerchassis. Es war auch das letzte Rennen der Formel 2 ohne Halo und das letzte Rennen mit Saugmotoren. 2018 beginnt eine neue Ära im Unterbau zur Formel 1.

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 2: Abu Dhabi

Weitere Artikel:

Sprint-Quali Silverstone

Hamilton um 0,011 Sekunden vorn!

Lewis Hamilton holt im Sprint-Qualifying von Silverstone in allen drei Abschnitten die Bestzeit, am Ende wird es mit 0,011 Sekunden Vorsprung aber richtig knapp

Hyperpole 24h Le Mans 2026

Caddy-Bestzeit gestrichen - BMW auf Pole!

Jack Aitken verliert die Hyperpole bei den 24 Stunden von Le Mans 2026 wegen Boxenvergehen - LMDh in der Startaufstellung vorn - Aston-Pole in LMGT3

Wenn der Renn-Samstag beginnt, dann ist er für die Teams und Fahrer genauso durchgetaktet, wie schon die Tage zuvor. Spätestens ab Mittag, wenn die Le Mans Startaufstellung alles versammelt, was im Motorsport Rang und Namen hat, dann weiß man vor allem eines: Man muss die nächsten rund 27 Stunden einfach nur noch 101 Prozent funktionieren.

Paukenschlag: Messfehler offiziell bekannt

Messfehler: FIA lässt Alpine-Antrag zu

Alpine hat im Kampf gegen die Monaco-Strafen den ersten Etappensieg erzielt: Der Antrag auf Überprüfung ist genehmigt - FOM gibt sogar schon eine Ungenauigkeit zu

Vor dem Langstreckenklassiker

24h Le Mans 2026

Der Langstreckenklassiker – nominell zwei Mal rund um die Uhr – ist inzwischen weit mehr. Und auch keine Rennwoche, sondern eigentlich inzwischen zwei bis drei Wochen. Diese Spanne resultiert aus dem Aufwand, den die Teams und Hersteller rund um dieses Mega-Event betreiben.