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Formel 2: Monza

Ghiotto verliert Sieg per Strafe an Fuoco

Eine Reihe von Strafen würfelt das Resultat des Hauptrennens der Formel 2 in Monza durcheinander - Luca Ghiotto verliert seinen Sieg an Antonio Fuoco.

Nur für wenige Stunden durfte sich Luca Ghiotto über seinen ersten Erfolg in der Formel 2 freuen. Der Russian-Time-Pilot erhielt nach dem Rennen eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, die ihn auf den vierten Rang zurückwirft. Grund ist, dass er in der letzten Runde die Schikane abgekürzt und damit die schnellste Runde des Rennens markiert hat. Den Sieg erbt damit Antonio Fuoco, der seinen ersten Formel-2-Sieg überhaupt feiert. Siegreich ist außerdem wieder einmal das Prema-Team.

Ghiotto wurde in der Schlussphase des Regenrennens von Nyck de Vries attackiert. Beide bremsten die Variante Rettifilo extrem spät an. Der Italiener musste geradeaus fahren, der Niederländer rutschte so tief in die Schikane hinein, dass er in der Folge von Leclerc attackiert wurde. Als beide Fahrzeuge kollidierten, fehlte Ghiotto ein Referenzpunkt, wohin er sich zurückfallen lassen solle. Er fuhr daher versehentlich die schnellste Rennrunde im letzten Umlauf. Das wurde ihm zum Verhängnis. Den Sieg erbt damit Fuoco für Nobuharu Matsushita und Nicholas Latifi.

Luca Ghiotto war bei weitem nicht der einzige Pilot, der bestraft wurde. Die Rennkommissare tagten bis nach Mitternacht, bis alle Fälle geklärt waren. Nyck de Vries erhielt für die Kollision mit Charles Leclerc eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, die in eine 20-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde. Da er aber ohnehin schon als letzter über die ziellienie fuhr, hat diese keine Auswirkungen mehr. Er hatte einen Reifenschaden davongetragen und sich dadurch selbst um alle Chancen gebracht.

Noch eine Strafe wurde gegen Alexander Albon verhängt, weil er als Auslöser einer Kollision mit Norman Nato schuldig gesprochen wurde. Diese spielte sich im Schatten der Ereignisse an der Spitze ab. Den Thai trifft die Zehn-Sekunden-Strafe hart: Von Rang fünf geht es für ihn zurück auf Platz 14. Damit hat er nicht nur sämtliche Punkte, sondern auch einen Platz im Reverse Grid verloren.

Zum sportlichen Ablauf

Luca Ghiotto (Russian Time) hat von einem dramatischen Zwischenfall in der letzten Runde beim Formel-2-Hauptrennen in Monza profitiert: Charles Leclerc (Prema) und Nyck de Vries (Racing Engineering) kollidierten in der letzten Runde bei der Anfahrt zur Curva Grande und kamen nur auf die Plätze 17 und 18. Zuvor wurde das Feld mit einer Safety-Car-Phase neutralisiert, nachdem Oliver Rowland (DAMS) ein Rad verloren hatte. Das Podium komplettierten Antonio Fuoco (Prema) und Nobuharu Matsushita (ART).

Nach langer Wartezeit wegen des verschobene Formel-1-Qualifyings hatte de Vries den besten Start und überholte damit Polesetter Matsushita. Die Top 3 mussten in der ersten Schikane durch die Auslaufzone, als Artjom Markelow (Russian Time) de Vries in die Seite knallte. Leclerc kam nach einem starken Start als Vierter aus der ersten Schikane heraus. Dieser wurde zu Platz drei, als Roberto Merhi (Rapax), Alexander Albon (ART) und Markelow in der Variante della Roggia kollidierten, was den Thai in einen Dreher zwang. Am Ende der ersten Runde schnappte sich Leclerc ausgangs Parabolica Matsushita und war damit Zweiter.

Damit hatte de Vries einen Vorsprung von 2,7 Sekunden, den Leclerc begann, abzuknabbern. Hinter diesen beiden war Rowland von Startplatz 13 am Ende der ersten Runde auf Position sechs gestürmt und lieferte sich dann einen packenden Kampf mit Ex-Formel-1-Fahrer Merhi um die vierte Position. Der Rapax-Pilot wehrte eine Attacke von Rowland in der Variante Rettifilo ab, indem er die Schikane abkürzte. Eine Runde später wiederholte er dies in der Variante della Roggia. Rowland konnte sich schließlich ein paar Runden später am Ausgang von Kurve 2 durchsetzen. Kurz darauf fiel ihm Matsushita zum Opfer.

Safety-Car-Phase stellt alles auf den Kopf

Das Rennen hatte sich dann beruhigt. Leclerc folgte de Vries wie ein Schatten, während Rowland mit einigen schnellen Runden versuchte, den Abstand zu den beiden Spitzenreitern zu verkürzen. Leclerc kam nach 17 Runden an die Box, befand sich aber noch immer hinter de Vries, als der McLaren-Junior seinen Stopp eine Runde später absolvierte.

Das Rennen nahm eine dramatische Wendung, als Rowland eine weitere Runde später nach seinem Boxenstopp ein Rad vor der ersten Lesmo-Kurve verlor und auf der Innenseite der Strecke anhielt. Das rief das Safety-Car auf den Plan. Nach einer Unterbrechung von zwei Runden musste Leclerc beim Restart über die Auslaufzone in Kurve 1 ausweichen. Nun attackierte Ghiotto in der Curva Grande de Vries. Der Italiener schnappte sich die Führung, während Leclerc beide wieder durchließ.

In der letzten Runde überschlugen sich die Ereignisse: Ghiotto schoss komplett über die Rettifilo-Schikane hinaus, während Leclerc und de Vries kollidierten, nachdem der Monegasse vor Kurve 3 außen herum vorbeigehen wollte. Der Tabellenführer wurde in die Leitplanke bugsiert, rettete sich aber über die Linie. De Vries fiel mit einem Reifenschaden weit zurück.

Ghiotto holte derweil seinen ersten Saisonsieg mit 1,9 Sekunden Vorsprung auf Fuoco und Matsushita. Hinter Nicholas Latifi (DAMS) komplettierten Albon, Sean Gelael (Arden), Sergio Sette Camara (MP Motorsport), Louis Deletraz (Rapax), Gustav Malja (Racing Engineering) und Markelow die Top 10. Das Sprintrennen mit Reverse Grid startet - keine weiteren Verzögerungen vorausgesetzt - am Sonntagvormittag um 10:15 Uhr.

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