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WEC: Shanghai

WM-Entscheidung pro Porsche in China?

Vorschau auf das Sechs-Stunden-Rennen der Langstrecken-WM in China: Holen Bamber, Bernhard & Hartley (Porsche) vorzeitig den Titel?

Das Sechs-Stunden-Rennen in Shanghai, der vorletzte Lauf zur Langstrecken-WM 2017, könnte am Sonntag die Entscheidung im LMP1-Titelkampf bringen. Die Porsche-Piloten Earl Bamber, Timo Bernhard und Brendon Hartley gehen mit einem Vorsprung von 39 Punkten auf das Toyota-Duo Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima in das Rennen in China. Selbst bei einem Sieg der Konkurrenz reicht der Crew im Porsche 919 mit der Startnummer 2 ein vierter Rang, um die Entscheidung herbeizuführen.

Bei nur noch zwei direkten Konkurrenten wohl eine lösbare Aufgabe; nur für den Fall, dass Buemi, Davidson und Nakajima den Extrapunkt für die Pole Position einfahren, müssten Bamber, Bernhard und Hartley aufs Podest fahren, um sich die WM-Krone vorzeitig zu sichern. Den ersten Matchball in Fuji konnte man nicht verwandeln – mit einem Heimsieg im Abbruchrennen hat die Toyota-Crew ihren Rückstand verkürzt.

Porsche hat 2015 und 2016 in Shanghai gewonnen und jeweils den Herstellertitel geholt; wie stehen die Chancen für den nächsten Triumph der Deutschen? Zwei Faktoren dürften im vorletzten Duell der beiden LMP1-Werksteam von Porsche und Toyota entscheidend werden: Wetter und Reifenhaltbarkeit. Am Wochenende soll es in Shanghai zwar durchwegs trocken bleiben, die Temperaturen werden aber voraussichtlich zwischen 15 und 20 Grad schwanken.

Die bisherigen Rennen der Saison 2017 haben gezeigt, dass Porsche mit hohen Temperaturen besser zurechtkommt als Toyota. Die Japaner dürfen sich demnach vor allem im Qualifying gute Chancen ausrechnen, im Rennen wird das Hauptaugenmerk den linken Vorderreifen gelten. Die Streckencharakteristik, u.a. die ungewöhnliche "Schneckenkurve" nach Start und Ziel, sorgt für eine extreme Belastung jener Pneus.

In der LMP2-Klasse möchte sich Jackie Chan DC Racing (alias Jota Sport) beim "Heimspiel" weiter in Richtung Titelgewinn bewegen. Die Besatzung des Oreca-Gibson #38 (Jarvis, Laurent, Tung) kommt mit einem Vorsprung von zehn Punkten auf Rebellion nach Shanghai. Neben dem Klassensieger der 24h von Le Mans 2017 haben noch zwei weitere Crews Titelchancen: Eben Rebellion (Canal, Prost, Senna) sowie Titelverteidiger Alpine (Lapierre, Menezes, Negrão).

In der GTE-Pro-Klasse hat Ferrari im Kampf um die Herstellerkrone die besten Karten. Die Italiener haben 47 Zähler Vorsprung auf Porsche. In der Fahrermeisterschaft sieht die Situation jedoch spannender aus: James Calado und Alessandro Pier Guidi (120 Zähler) haben in der Wertung der Piloten nur fünf Punkte mehr als Richard Lietz und Frédéric Makowiecki (Porsche). Dicht dahinter folgen die weiteren Titelanwärter: Bird/Rigon (Ferrari; 105) sowie Priaulx/Tincknell (Ford; 102,5).

Noch enger sind die Abstände in der GTE-Am-Kategorie: Die Porsche-Crew Matteo Cairoli, Marvin Dienst und Christian Ried führt das Klassement mit 141 Punkten an. Das Aston-Martin-Trio Paul dalla Lana, Pedro Lamy und Mathias Lauda (140) und die Ferrari-Besatzung Griffin, Mok und Sawa (135) lauern auf ihre Chance. In der Teamwertung führt der Ferrari von Clearwater mit 149 Punkten knapp vor Proton (Porsche; 147) und Aston Martin (146).

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