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Rallycross-WM: Buxtehude

Solberg: Vom OP-Tisch aufs RX-Podium?

Petter Solberg überrascht am ersten Tag der Rallycross-WM in Buxtehude sich und alle Beobachter und fährt trotz einer schweren Verletzung vorne mit.

Bildquelle: FIA World RX

Am Montag lag Petter Solberg (PSRX-Volkswagen) noch auf dem OP-Tisch eines Krankenhauses, wo sein gebrochenes Schlüsselbein fixiert wurde. Das war dem Norweger beim elften Rennen der Rallycross-WM (WRX) 2017 auf dem Estering bei Buxtehude auch noch anzumerken - allerdings nur außerhalb des Cockpits. Während sich Solberg im Fahrerlager nur langsam und vorsichtig bewegte, gab er am Steuer seines Volkswagen Polo GTI Gas, als wäre nichts passiert. Der Lohn ist Rang drei nach den ersten beiden Durchgängen des Qualifyings.

"Ich bin selbst überrascht, denn es sah nicht gut aus", sagt Solberg, der sich mit seiner Tapferkeit den Respekt aller Kollegen verdiente. Vor zwei Wochen hatte er sich bei einem Unfall im Halbfinale des WRX-Rennens in Riga zwei Rippen und das linke Schlüsselbein gebrochen. Eigentlich für einen Rennfahrer ein K.O.-Kriterium.

"Es war sehr hart. Vor ein paar Tagen lag ich noch in Lettland im Krankenhaus und dachte, die Saison wäre gelaufen. Das war vor allem mental sehr schwierig", sagt Solberg. Doch entgegen aller Erwartungen der Ärzte und dank der Hilfe seines Physiotherapeuten war er am Estering wieder einsatzfähig.

"Wir haben bei der Lenkung, den Gurten und dem Sitz alles mögliche versucht, damit es einfacher für mich ist. Und das hat funktioniert", freut sich Solberg. Nach der Startfreigabe durch die Rennärzte am Freitag und dem ersten Härtetest im Freien Training am Samstagvormittag war klar, dass Solberg das Rennwochenende bestreiten wird.

"Ich habe mich zurückgekämpft - was vielleicht auch daran liegt, dass ich diese Strecke liebe. Das ist eher ein Rallye-Kurs", sagt Solberg. Und auf dem ließ er es unbeeindruckt von seiner Verletzung fliegen wie eh und je. "Beim Fahren kommt automatisch die Motivation. Ich hatte ab der ersten Kurve Spaß."

Und dieser Spaß war für den zweimaligen WRX-Champion des beste Schmerzmittel. "Ich bin Dritter, da wäre es falsch sich über die Schmerzen zu beklagen", antwortet er auf die Frage nach seinen aktuellen Beschwerden. "Letztlich ist es vor allem Kopfsache, und wenn man Spaß am Fahren hat, vergisst man viele Schmerzen."

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