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Formel E: Bern

Vergne gewinnt Chaos-ePrix

Jean-Eric Vergne hat den Bern ePrix gewonnen und damit einen großen Schritt in Richtung Titelgewinn gemacht.

Der DS-Techeetah-Pilot konnte Mitch Evans (Jaguar) in einem packenden Duell um den Sieg bis zur Ziellinie hinter sich halten. Der letzte Podestplatz ging an Sebastien Buemi (Nissan). Bester Deutscher war Andre Lotterer (DS Techeetah) auf Platz vier vor Sam Bird (Virgin).

Der ePrix begann chaotisch. Nach nicht einmal einer der insgesamt 45 Minuten musste das Rennen mit einer roten Flagge unterbrochen werden. Bereits vor dem Wochenende hatten einige Fahrer Bedenken geäußert, dass es nach dem Start in der ersten Schikane zu einem Problem kommen könnte. Genau das passierte auch. Tatsächlich gab es gleich mehrere Zwischenfälle.

Unter anderem kollidierten Pascal Wehrlein (Mahindra) und Maximilian Günther (Dragon), die von den Positionen vier und fünf ins Rennen gegangen waren. Dadurch wurde die Strecke für die Autos dahinter blockiert. In einem weiteren Zwischenfall wurde Robin Frijns (Virgin) von Jerome d'Ambrosio (Mahindria) umgedreht. Der Belgier bekam dafür nach dem Re-Start eine Durchfahrtsstrafe.

"Ich habe einen massiven Schlag von hinten bekommen", ärgert sich Frijns, der nicht am Re-Start teilnehmen konnte. Frijns blieb damit das dritte Mal in Folge ohne Punkte - und muss seine Hoffnungen auf dem Titel damit begraben muss. Mehr Glück hatten Wehrlein und Günther, die beim Re-Start wieder dabei waren. Während der Unterbrechung blieb genug Zeit, um ihre Boliden zu reparieren.

Für große Diskussionen sorgte der Re-Start, weil wieder in der Reihenfolge der ursprünglichen Startaufstellung gestartet wurde. Das ärgerte natürlich die Fahrer, die beim Start Plätze gewonnen hatten. So hatte sich Lucas di Grassi (Audi) durch das Chaos beispielsweise von Startplatz 19 bis auf Rang acht nach vorne gemogelt - musste beim Re-Start aber wieder nach hinten.

"Wir haben die erste Runde beendet", wetterte di Grassi während der Unterbrechung und beschwerte sich: "Acht, neun Fahrer haben die Ziellinie überquert. Ihr habt die rote Flagge nach Runde 1 gezeigt. Also sollte es die Reihenfolge von Runde 1 sein. Das ist komplett falsch, was ihr macht." Auch Antonio Felix da Costa (BMW-Andretti) und Felipe Massa (Venturi) gehörten zu den Piloten, die sich lautstark beschwerten - letztendlich ohne Erfolg.

Nach einer Unterbrechung von rund 40 Minuten wurde das Rennen schließlich mit noch 44:06 Minuten auf der Uhr neugestartet. Weil der Re-Start hinter dem Safety-Car erfolgte, ging beim zweiten Anlauf alles gut. An der Spitze konnte Vergne seine Führung gegen Evans behaupten, doch der Jaguar-Pilot machte von hinten von Beginn an Druck. Mehrfach setzte er zum Überholmanöver an, kam aber nicht am Franzosen vorbei.

Auch dahinter im Feld kam es in der Anfangsphase kaum zu Positionswechseln. Dafür endete das Rennen für Wehrlein ein zweites Mal - und dieses Mal endgültig. Sein Mahindra rollte aus, weil er keine Leistung mehr hatte. Das verursachte eine Full-Course-Yellow-Phase, weil er keinen Notausgang finden und sein Auto auf der Strecke abstellen musste.

An der Spitze setzte sich das Duell zwischen Vergne und Evans auch in der zweiten Rennhälfte fort, doch der Jaguar fand einfach keinen Weg vorbei. In den Schlussminuten fing es zudem immer stärker an zu regnen, doch obwohl sich das Spitzenfeld dadurch noch einmal zusammenschob, behielt Vergne die Nerven. Die größte Aufholjagd legte Lotterer hin, der sich von Startplatz acht noch bis auf Rang vier nach vorne arbeitete.

Hinter den Top 5 gingen die weiteren Punkte an Günther, Daniel Abt (Audi), Alex Lynn (Jaguar), Massa und di Grassi. Für den Brasilianer war das allerdings lediglich Schadensbegrenzung. Durch die 25 Punkte steht Vergne vor dem Saisonfinale in New York bei 130 Punkten. Verfolger di Grassi kam nur noch bis auf Rang zehn nach vorne und nahm lediglich einen Zähler mit. Er steht bei 97 Punkten.

Lotterer liegt nach Platz vier jetzt wieder vor di Grassi und bei 98 Punkten. Felix da Costa blieb als Zwölfter ohne Zähler und steht weiter bei 82. Er ist sogar hinter Evans (87 Punkte) zurückgefallen. Alle Vergne-Verfolger reisen damit nur noch mit Außenseiterchancen nach New York. Der Franzose hat beim Finale am 13. und 14. Juli alle Trümpfe in der Hand.

Abgerundet wurde Vergnes erfolgreicher Tag durch den Sieg in der neuen Wertung der voestalpine European Races, wo die besten Podestplatzierungen der Europarennen gewertet werden. Vergne schaffte es als einziger Pilot, in drei der fünf Europarennen in die Top 3 zu fahren. Er darf sich damit nicht nur über den Pokal für den Rennsieg sondern auch über die Trophäe in dieser Wertung freuen.

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