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DTM: Hockenheim II

Gary Paffett - Ein verdammt schneller Kerl

Er lieferte sich mit Mattias Ekström das Duell des Jahres, am Ende konnte er seinen ersten DTM-Titel einstreifen - wer ist Gary Paffett? Der neue Meister im Portrait.

„Ein verdammt schneller Kerl!“, so urteilt der DTM-Champion 2004, Mattias Ekström, über seinen Nachfolger. Mercedes-Benz-Pilot Gary Paffett hat Ekström enttrohnt. Nach packenden Duellen über das gesamte Jahr mit dem Audi-Piloten sicherte sich Paffett den bisher größten Erfolg seiner Karriere. Mit fünf Siegen und vier weiteren Podestplätzen in elf Saisonrennen, machte der immer zuvorkommende und freundliche 24-Jährige seinem Spitznamen „Gary Perfect“ alle Ehre.

Bis zum letzten Rennen am Hockenheimring kämpfte er mit Ekström um den Titel. Insgesamt sechs Mal wechselte zwischen beiden die Führung in der Gesamtwertung. Der harte Zweikampf spornte den in Bromley (England) geborenen Paffett zur Höchstleistung an. „Ich bin unter Druck besser“, sagt Paffett. Doch trotz der verbissenen Duelle auf der Piste stand die Fairness immer an erster Stelle. „Ich glaube, wir respektieren uns auf der Strecke wie keine zwei anderen Fahrer im Motorsport“, beschreibt der neue Champion den Zweikampf mit Ekström.

Die Fans der DTM erleben an den Rennwochenenden stets den doppelten Paffett. Der eine im Fahrerlager immer ruhig, lächelnd und mit Ausdauer Autogramme schreibend, der andere schnell und zielstrebig auf der Strecke. Nach Siegen stößt er am liebsten mit seinem Team auf den Erfolg an. „Das gehört für mich dazu“, sagt Paffett, „so kann ich nach der Konzentration am besten entspannen.“ Wie groß die Konzentration ist, müssen seine Freunde häufig leidvoll erfahren. „Sie rufen mich nach den Rennen an und fragen, ob ich mein Grid-Girl auch so toll fand. Meist habe ich das Mädel nicht mal wahrgenommen“, sagt Paffett mit einem Schmunzeln.

Trotzdem ist Motorsport für den Hobby-Golfer nicht alles im Leben: „Ich möchte auch gerne mal über etwas anderes, als über meinen Beruf sprechen.“ Kraft tankt der sympathische Brite bei seiner Familie im englischen Haverhill. Das Haus teilt er mit seiner Verlobten Lisa, seinem 19 Monate alten Sohn Harvey, vier Katzen, drei Terriern und einem drei Monate alten Dalmatiner. An Ruhe ist da kaum zu denken. Die braucht er ohnehin nur, wenn es im Rennen einmal nicht so gut läuft. „Gary ist dann gerne alleine. Ich warte bis er kommt und mit mir darüber sprechen möchte“, erklärt Lisa verständnisvoll.

Sein beruflicher Traum ist die Formel 1. Im vergangenen Jahr wäre er bereits fast wahr geworden. Als heißer Anwärter auf ein Cockpit bei Sauber, musste er in letzter Sekunde miterleben, wie ihm der Kanadier Jacques Villeneuve den Platz wegschnappte. Privat wird sich sein größter Wunsch am 17. Dezember erfüllen. Dann heiratet er seine Verlobte Lisa. Und für sie ist ihr Zukünftige eh ein Sieger: „Ich kenne Gary seit elf Jahren. Wir sind zusammen erwachsen geworden. Er ist mein Champion!“

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