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Zu groß, zu wuchtig, zu viertürig, zu untypisch Mini. Doch der Markt hat seine eigenen Gesetze. Erfahren Sie hier mehr über das Facelift.

Michael Specht/mid

Als Mini vor vier Jahren den Countryman vorstellte, glaubten selbst Experten nicht an einen Erfolg des kleinen dicken Engländers. Sir Countryman verkauft sich dank vier Türen und rustikalem Outdoor-Look blendend. Nun verpasst Mini seinem SUV ein Facelift. Dieses allerdings erkennt man nur auf den zweiten Blick.

Nötig hätte der Countryman - und sein nicht einmal zwei Jahre alter Bruder Paceman - die Auffrischung nicht wirklich. Doch in der Autoindustrie gehören diese Modellpflege-Maßnahmen zum festen Bestandteil innerhalb des Lebenszyklus. Dieser ist meist für sieben Jahre angesetzt. Heißt: Der Nachfolger kommt 2017. Dann jedoch auf einer komplett neuen Plattform, die sich intern UKL2 nennt und die sich der Countryman unter anderem mit dem nächsten BMW X1 teilt.

Bis dahin soll die jetzige Kosmetik das laufende Modell möglichst attraktiv halten. Eine größere optische Änderung würde zudem den Vorgänger alt aussehen lassen und den Werterhalt negativ beeinflussen. Wer genau hinschaut, sieht im neuen Countryman-Grill nun statt drei Einzel- zwei Doppelstege. Unten in der Frontschürze umringen fortan runde Tagfahrlichter die LED-Nebelscheinwerfer.

Hinten blieb der Brite sogar ganz unangetastet. Keinerlei Änderungen gab es auch an der Karosserie. Ein Eingriff ins Blech würde, bedingt durch den teuren Werkzeugbau, gleich einen zweistelligen Millionen-Betrag kosten und sich für die Restlaufzeit nicht lohnen.

So erhielt der Countryman lediglich eine Unterbodenverkleidung für eine bessere Aerodynamik sowie Leichtlaufreifen. Gegen Aufpreis ist nun ein Offroad-Stylingpaket für die Frontantriebsvariante zu bekommen, die zuvor ausschließlich der Allradversion vorbehalten war. Innen sollen ein paar Chrom-Applikationen mehr Wertigkeit und dunkle Ziffernblätter mehr Sportlichkeit verströmen.

Auch auf der Antriebsseite bleibt prinzipiell alles beim Alten. Sämtliche Motoren sind jedoch auf die Euro-6-Abgasnorm umgestellt, beim Cooper S wurde die Leistung um sechs auf 190 PS erhöht. Zu spüren sind die natürlich nicht, zumal die Testfahrt in Südschweden stattfand und hier strengstes Tempolimit herrscht. Nach wie vor fährt sich der Countryman mini-typisch knackig und direkt, federt straff, aber nicht unkomfortabel und lässt sich präzise schalten. Bei mittleren Drehzahlen könnte der Vierzylinder-Turbo allerdings ein wenig leiser arbeiten. Da Mini aber mit Country- und Paceman auf eine vorwiegend jüngere Käuferschicht abzielt, dürfte diese Art von Sportlichkeit eher besser als schlechter ankommen.

Ohne Kritik bleiben die gute Sitzposition, der leichtere, weil erhöhte Einstieg und der auch für Erwachsene akzeptable Platz auf der Rücksitzbank. Sie ist zudem längs verschiebbar, in der Neigung einstellbar und im Verhältnis 40:20:40 umklappbar. Das Ladevolumen variiert so von 350 bis 1 170 Liter. Keine Klassenbestwerte, doch für den Alltag und erst recht für Mini-Verhältnisse sehr ordentlich.

Anfreunden sollte sich der Käufer mit einer Flut von Individualisierungsmöglichkeiten, die den britischen SUV - gebaut werden beide in Graz in Österreich - ohne Schwierigkeiten Richtung 40.000 Euro marschieren lassen. Dieser Lifestyle-Aufschlag hat die Kunden allerdings auch in der Vergangenheit nicht abgeschreckt. Vom Countryman/Paceman verkaufte Mini allein im vorigen Jahr über 100.000 Exemplare. Das ist ein Drittel der gesamten Mini-Baureihe.

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