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Gelungene Mischung

Mit dem 4,20 Meter kurzen SUV Tivoli will SsangYong wieder in Europa Fuß fassen. Vier Monate nach dem Benziner fahren wir den 115-PS-Diesel.

mid/som

"Für alle, die alles auf einmal wollen!", heißt der aktuelle Werbeslogan der Marke SsangYong zu ihrem neuesten Modell, dem Tivoli. Schon beim ersten Blick wird klar, dass die Koreaner an dieser Stelle nicht zu viel versprechen.

Denn wer kann schon von sich behaupten, ein Fahrzeug mit dem Heck eines Lancia Delta oder Mini Countryman und der Front eines VW Tiguan, Suzuki Vitara oder Range Rover Evoque zu besitzen?

Aber warum auch nicht. Denn die optischen Vorbilder sind ja keine schlechten. Und vielleicht schafft es der 4,20 Meter lange Neuling ja auch nur so, einer breiten Masse potenzieller Kunden zumindest optisch aufzufallen und ihnen vielleicht sogar direkt zu gefallen.

Umso spannender gestaltet sich ein erster Kontakt mit dem Exoten, der nunmehr auch in seiner Diesel-Audführung bereit steht. Die Ledersitze der Topausstattung fühlen sich gut an, sind beheizbar und der Fahrer kann sich sogar über eine Sitzbelüftung freuen.

Das Lenkrad ist ebenfalls beheizbar, zudem findet sich auf dem sieben Zoll großen Infotainmentsystem das für viele Kunden wohlbekannte TomTom-Navigationssystem wieder. Die Anzahl der Tasten, Knöpfe und Schalter ist für asiatische Maßstäbe eher unterdurchschnittlich.

Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet, was die Orientierung im Tivoli um einiges vereinfacht. Eine der Tasten dient dazu, die Leichtgängigkeit des nur in der Höhe verstellbaren Lenkrads in drei Stufen zu regeln.

Bis 1,95 Meter Körpergröße ist auch auf den Plätzen im Fond dank eines geschickten Dachhimmeldesigns aufrecht sitzend genug Kopffreiheit vorhanden. Gleichzeitig lässt sich noch die Rückenlehne der Fondbank in der Neigung verstellen. Ist sie ganz umgelegt, erweitert sich der mit 423 Litern schon recht großzügig bemessene Kofferraum auf bis zu 1.115 Liter - ebene Ladefläche inklusive.

Neben dem 1,6 Liter großen und 85 kW/115 PS starken Diesel steht seit Juni ein Benzinmotor mit gleichem Hubraum, aber 13 weiteren PS zur Auswahl. Das Besondere am neuen Tivoli ist seine Konfigurierbarkeit. Sollen die sechs Gänge manuell oder automatisch eingelegt werden? Diesel oder Benziner? Front- oder Allradantrieb? Alles kann, nichts muss.

Das Top-Modell ist der 27.490 Euro teure (Deutschland: 26.990 Euro) Diesel-Tivoli in der Ausstattung "Hot", mit Allradantrieb und einem manuellem Sechsgang-Getriebe. Eine Sechsstufen-Automatik ist um 2.500 Euro Aufpreis erhältlich.

Der Einstiegs-Tarif für den Basis-Diesel "Start" mit Frontantrieb liegt in Österreich bei 17.490 Euro.

Wird der selbstentwickelte Motor zum Leben erweckt, ertönt er anfangs laut nagelnd. Doch schon nach wenigen Metern hat sich das Nagelkonzert beruhigt und er ist kaum noch wahrzunehmen. Selbst auf der Autobahn sind weder störende Motoren- noch Abrollgeräusche zu hören.

Seine 300 Newtonmeter treiben den 1,5 Tonnen schweren Koreaner auch im fünften Gang noch ausreichend spritzig voran. In flott gefahrenen Kurven neigt er antriebsbedingt zum Untersteuern, was sich per zuschaltbarem Allradantrieb jedoch leicht korrigieren lässt. Die Kraftverteilung kann situationsabhängig 50:50 betragen.

Ebenfalls das Wörtchen "kann" muss beim Spritverbrauch von angegebenen 4,7 Litern verwendet werden. Theoretisch wären dann sogar genau 1.000 Kilometer Reichweite möglich. Das gilt natürlich nicht für die Kunden, die tatsächlich "alles auf einmal wollen" und ein wenig mehr mit dem Gaspedal spielen.

Was die Kunden ganz sicher bekommen, ist eine komfortable Federung, ein leichtgängiges Getriebe und auch nach längerer Fahrt einen noch immer schmerzfreien Rücken - vorausgesetzt er war es auch zuvor. Das Fehlen jeglicher Assistenz-Systeme geht angesichts der Preise in Ordnung.

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