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Neuer Renault Captur - im ersten Test

Rundum gereift

Der Renault Captur war 2013 fast allein im Segment der kleinen SUV, heute drängen sich dort 20 Konkurrenten. Zeit für Generation zwei. Erster Test.

mid/rhu

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Fast alles am Renault Captur der zweiten Generation ist neu: Angefangen beim Design, wo der direkte Vergleich per Überblendungstechnik so wirkt, als habe der Captur bei der Metamorphose von alt auf neu tief durchgeatmet und kräftig die Muskeln angespannt. Die Behauptung seiner Väter, dass er über eine angeschärfte und athletischere Linienführung verfügt, stimmt wirklich.

Nebenbei wurde der Captur auch noch um elf Zentimeter auf 4,23 Meter gestreckt und einen Tick breiter gemacht. Das schafft mehr Platz für die Passagiere, die um 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank passt jetzt tatsächlich für drei Personen - wenn sie nicht allzu voluminös sind. Und der Kofferraum ist mit seinen 422 bis 1.275 Litern absolut konkurrenzfähig.

Renault-Manager sprechen im Zusammenhang mit der Generation zwei gerne von revolutionären Neuheiten. Ganz so krass ist es dann letztlich doch nicht. Aber in der Tat hat sich einiges getan. So hat das schon aus dem Clio bekannte Smart-Cockpit Einzug gehalten, etwa in Gestalt des Online-Multimediasystem namens Easy Link, das über den 9,3-Zoll-Touchscreen und diversen hilfreichen "Klaviertasten" mit fixen Funktionen bedient wird. Neu ist auch das volldigitale Cockpit mit unterschiedlichsten Anzeige-Optionen.

Der Begriff Multi Sense steht beim neuen Captur für die Individualisierung der Einstellungen für Lenkwiderstand, Ansprechverhalten des Gaspedals und der Kennlinien für die Gangwechsel bei der Automatik. Den persönlichen Geschmack können die Nutzer auch mit Hilfe der acht Ambientebeleuchtungen, der 90 verschiedenen Außenlack-Varianten und der 18 Innenraum-Styles verwirklichen.

Das gar nicht mehr so kleine SUV ist voll vernetzt, kann Updates "over the air" einspielen und gibt beispielsweise Tipps zu günstigen Tankstellen. Das "Easy Drive" genannte Paket aus Assistenzsystemen ist weitgehend komplett, teils serienmäßig, teils an Ausstattungsvarianten gebunden und teils optional. Ob Autobahn- oder Stauassistent, Adaptiver Tempopilot oder Spurhalte-Assistent auf dem Weg zum autonomen Fahren: alles da.

Zum Start Anfang 2020 kommt der Renault Captur mit drei Turbobenzinern mit 101, 131 und 154 PS und einem Diesel mit 116 PS, die mit Handschalter oder Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden können, auf den Markt. Bei ersten Testfahrten rund um Athen erwies sich der mittlere Ottomotor mit 1,3 Liter Hubraum als Triebwerk der Wahl.

Er zieht ordentlich durch, lässt sich auch schaltfaul bewegen und wird nicht laut, auch wenn es mal ein bisschen flotter zur Sache geht. Er repräsentiert einen guten Kompromiss aus Wirtschaftlichkeit und Fahrspaß. Letzterer sollte ja durchaus auch in einem SUV nicht zu kurz kommen.

Zum Gesamtpaket passen das Fahrwerk und die Federung, die genügend Komfort bieten, aber auch in scharf gefahrenen Kurven nicht in die Knie gehen. Ihren Teil zum guten Gesamteindruck im Kapitel Fahren tragen auch die Vordersitze bei, die guten Seitenhalt geben und mit ausreichend großen Beinauflagen aufwarten.

Und was kostet das Gesamtkunstwerk Captur? Los geht es in Deutschland bei 17.950 für den 101-PS-Benziner in der Einstiegsvariante "Life", der es aber an entscheidenden Details wie der Klimaanlage fehlt, Österreich-Preise stehen noch nicht fest. Und im Frühjahr 2020 startet Renault mit einer Plug-in-Hybrid-Variante des Captur durch. Der schicke Franzose hat auch nach 1,5 Millionen verkauften Exemplaren seine besten Jahre offenbar noch vor sich.

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