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Nissan Qashqai DIG-T Tekna - im Test Nissan Qashqai 2016

Cashcow

Als meistverkauftes Modell ist das Kompakt-SUV Qashqai bei Nissan nicht mehr aus dem Programm wegzudenken. Wir testen den 163-PS-Benziner.

Text: Tanja Pitzer
Fotos: Bernhard Reichel

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Trotz vieler kleinen optischen Veränderungen hat sich vor allem eines nicht geändert, der Nissan Qashqai steht so bullig da wie eh und je. Grundlegendes wurde nicht berührt, verkauft sich der Quashqai seit seiner Einführung 2007 hervorragend.

Doch Ecken und Kanten wurden nachgeschärft und das LED-Tagfahrlicht gekonnt als Pfeil in den Scheinwerfer integriert. Eine gelungene Auffrischung also, die den Qashqai nun richtig erwachsen und modern wirken lässt..

Im Innenraum erkennt man sofort die Handschrift von Nissan und findet sämtliche Knöpfe dort, wo man sie erwartet. In der Mitte des Armaturenbretts befindet sich der 5 Zoll große Touchscreendisplay der weder bei der Bedienung, noch bei der Vernetzung mit dem Smartphone Probleme macht.

Auch die Multimedia-Bedienung über das Lenkrad funktioniert einwandfrei. Doch gerade bei diesen Knöpfen, die man gefühlt ständig in der Hand hat, wären etwas hochwertigere Materialien wünschenswert.

Als Herz unseres Qashqai arbeitet nun ein 1,6 Liter Vierzylinder Turbobenziner mit 6-Gang Schaltgetriebe. Aus diesem werden satte 163 PS herausgeholt, also 48 PS mehr als beim zuvor einzigen Benziner.

Das maximale Drehmoment von 240 Nm liegt bei 2.000-4.000 Umdrehungen an. Damit lässt sich von 0 auf 100 km/h in 8,9 Sekunden beschleunigen und sogar eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h kann man mit dem Nissan erreichen.

Die Zusatzleistung tut dem Nissan gut, doch wer nicht gern selbst schaltet, sollte lieber die Finger von ihm lassen. Den stärksten Motor gibt es nämlich nicht mit Automatikgetriebe.

In jedem Fall lassen sich die sechs Gänge problemlos und präzise rauf und runter schalten. Die Lenkung spiel ebenfalls gut mit, könnte aber etwas direkter sein. Beim Fahrwerk wurde die goldene Mitte getroffen. Straff genug, um nicht zu wanken oder zu schaukeln und komfortabel genug, um nicht jede Bodenwelle in den Bandscheiben zu spüren.

Mit einer Länge von 4,38 Metern und 1,81 Metern Breite ist der Qashqai nur geringfügig gewachsen, bietet aber einiges mehr Platz für den Alltag, ohne einen bei der Parkplatzsuche zur Verzweiflung zu bringen. Der Wendekreis von 10,7 m ist beim Rangieren passabel.

Der Kofferraum lässt sich mit umgeklappten Rücksitzen von 430 auf 1.585 Liter erweitern und schafft dabei eine nahezu ebene Ladefläche. Alternativ lässt sich die Kofferraumhöhe durch entfernen des doppelten Bodens um ein gutes Stück erhöhen.

Bei der Übersicht hapert es ein bisschen, vor allem nach hinten. Zum Glück schafft da ein Blick auf die Rundumkamera Abhilfe. Diese kann zwar qualitativ nicht mit der Oberklasse mithalten, doch bietet immer noch kein anderer Hersteller so günstig ein derartiges Luxus-Feature.

Wer allerdings mit seinem Qashqai etwas andere Wege beschreiten möchte und dabei auf einen Allradantrieb hofft, muss sich den 130-PS-Diesel zulegen.

Diesen gibt es beim 1,6 DIG-T nämlich, genauso wie die Automatik, auch gegen Aufpreis nicht. Der Verbrauch soll laut Werk bei 6,0 Litern liegen. Das ist nicht völlig unrealistisch, für den Alltag sollte man jedoch einen Liter mehr einplanen.

Der günstigste Qashqai beginnt mit 115-PS-Benziner bei 21.390 Euro in der zweckmäßigen Ausstattung "Visia". Für den 163-PS-Benziner in der getesteten Topausstattung "Tekna" verlangt Nissan 32.697 Euro.

Dafür bekommt man aber auch einiges geboten: unter anderem LED-Scheinwerfer, Regen- und Lichtsensor, Spurhalte- und Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Lederausstattung, Sitzheizung vorne, Klimaautomatik, Navigationssystem, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Tempomat sowie die 360° Rundumkamera.

Ein Panorama-Glasdach kostet 525 Euro Aufpreis. Die beheizbare Frontscheibe schlägt mit 250 Euro zu Buche. Eine fixe Anhängerkupplung kommt auf 325 Euro (abnehmbar 607 Euro). Neben einer Metallic-Lackierung für 575 Euro bietet Nissan sogar eine Perleffekt-Lackierung für 625 Euro.

Plus
+ genügend Kraftreserven
+ bescheidener Benzinverbrauch
+ gutes Platzangebot
+ fesches Äußeres
+ fairer Preis

Minus
- Übersicht nach hinten relativ schlecht
- kein Offroad-Talent

Resümee
Mit 47 PS mehr als das nächststärkere Modell glänzt der stärkste Benziner im Nissan Qashqai. Diese sind naturgemäß deutlich spürbar und tun dem kompakten Stadtabenteurer gut, ohne den Verbrauch groß in die Höhe zu treiben. Mit Emotionen tut sich der Japaner aber immer noch etwas schwer. Der Aufpreis von knapp 2000 Euro tut dabei auch etwas weh.

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