Offroad

Inhalt

Seat Tarraco 2.0 TDI 4Drive - im Test

Wenig Karacho

Nach Ateca und Arona macht Seat seine SUV-Palette mit dem Tarraco komplett. Wir testen das geräumige Familienauto mit 190-PS-Diesel.

Klaus Brieter/mid

Hier geht's zu den Bildern

Nach Ateca und Arona macht Seat seine SUV-Palette mit dem Tarraco komplett. Kein Kraftakt: Mit dem Griff ins Regal der Konzernmutter Volkswagen sind alle technischen Komponenten vorhanden, lediglich das Blechkleid musste neu angemessen werden.

Zum Test des Schwestermodells von VW Tiguan Allspace und Skoda Kodiaq rollte der Tarraco 2.0 TDI 4Drive in der Xcellence-Ausstattung in die Redaktion. Mit allen zusätzlichen Ausstattungen wie zum Beispiel Winter-Paket, Standheizung, Panorama-Glasschiebedach, Navigationssystem, Fahrerassistenz-Paket Plus, Anhängerkupplung, 7-Sitzer-Paket, adaptiver Fahrwerksregelung und den großen 20-Zoll-Rädern hat das Test-Exemplar den Preis der bereits üppigen Xcellence-Topausstattung um gut 10.000 Euro hinter sich gelassen und einen Wert von mehr als 55.000 Euro erreicht.

Dafür bekommt der Kunde ein reich geschnürtes Paket, das kaum noch Wünsche offen lässt. Freilich: Rund 1,8 Tonnen Leergewicht und die strenge Abgasnorm Euro 6d-Temp sorgen für eine gewisse Anfahr-Behäbigkeit, die erst bei einer Drehzahl von 1.750 U/min wieder verschwindet. Sobald der Wagen Fahrt aufgenommen hat, geht es dafür temperamentvoll vorwärts. Einen Anteil daran hat auch das kräftige Drehmoment von 400 Nm.

Das serienmäßige 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe erledigt seine Arbeit zuverlässig und meist diskret. Beim plötzlichen Beschleunigen sucht es manchmal einen Tick zu lang nach dem richtigen Gang. Mit unserem Testverbrauch von 7,9 Litern gewinnt der Tarraco zwar keine Spritsparmeisterschaft, ist aber angesichts seines Gewichts und seiner Größe auch bei weitem kein Säufer.

Einen guten Eindruck hinterlässt bereits im normalen Modus das Fahrwerk. Wer viel in der Stadt oder gemächlich auf Landstraßen unterwegs ist, wird die Komfort-Alternative schätzen, in der Fahrbahnunebenheiten elegant weggesteckt werden. Bei höheren Geschwindigkeiten empfiehlt sich dagegen der straffere Sport-Modus, in dem beispielsweise die Wankbewegungen der Karosserie (zum Beispiel bei Ausweichmanövern) reduziert werden.

Begeistern kann der Tarraco mit seinem üppigen Platzangebot: vorne wie hinten, sofern es nicht darum geht, im Erwachsenenalter in die dritte Sitzreihe (nicht Serie) zu krabbeln. Sehr gut: Die zweite Sitzreihe mit verstellbaren Lehnen ist längsverschiebbar. Das schafft flexible Varianten für unterschiedliche Transportaufgaben, je nachdem, ob Ladung oder Passagiere mehr Platz benötigen, und macht den Seat zum idealen Reisewagen.

Der Fahrer kann sich über ein unkompliziertes Bedienkonzept freuen, das auch für die anderen Modelle des VW-Konzerns typisch ist. Der konfigurierbare Bildschirm beim Lenkrad ist zu jeder Tages- und Nachtzeit prima abzulesen.

Störend: Seat setzt aus Kostengründen keine kapazitiven Sensoren im Lenkrad ein, lenkt man mangels Kurven mehrere Sekunden lang nicht, erscheint die Meldung: „Lenkung übernehmen“ – obwohl man beide Hände fest am Lenkrad hat.

Abgesehen davon ist der Seat Tarraco in seinem Segment eine interessante Alternative zu anderen Offerten des VW-Konzerns, aber auch zu Honda CR-V oder Peugeot 5008. Mit seiner eigenständigen Linie trifft er den Geschmack derjenigen, denen der Tiguan zu sehr Massenbewegung ist.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, die Preise zu vergleichen, wenn die Entscheidung gefallen ist, welche Sonderausstattungen unbedingt an Bord sein sollen. Wer genügsamer ist, der bekommt den Tarraco mit 150-PS-Benziner in der Version "Style" bereits ab 31.990 Euro (Deutschland: 29.980 Euro).

Fünftüriges, fünf-bzw. siebensitziges SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.735/1.839/1.658/2.790 mm, Leergewicht (EU): 1.816 kg, Zuladung: 594 kg, Anhängelast gebremst/ungebremst: 2.300/750 kg, Kofferraumvolumen: 230/700-1775 l, Tankinhalt: 60 l.
Antrieb: 4-Zylinder-Turbodiesel, Hubraum: 1.968 ccm, Leistung: 140 kW/190 PS bei 3.500 U/min, max. Drehmoment: 400 Nm ab 1.750 U/min, 7-Gang-DSG-Automatik, 0 - 100 km/h: 8,0 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h, Allradantrieb, Normverbrauch: 5,6 l/100 km (ECE), CO2-Emission: 147 g/km, Schadstoffklasse: Euro 6d-Temp, Testverbrauch: 7,9 Liter.
Österreich-Preis: 45.890 Euro (Deutschland: 43.800 Euro).

Drucken

Ähnliche Themen:

13.10.2019
Zum Jubiläum

Lexus feiert gerade 30-jährige Bestehen der Marke. Und pünktlich zu diesem Ereignis gibt es auch ein neues Modell: den frisch gelifteten Lexus RX.

11.10.2019
Kompakte Power

Audi setzt seinem kleinsten SUV Q2 die Leistungs- und Preis-Krone auf - in Form des 300 PS starken SQ2. Wir testen die kompakte Kraftmaschine.

23.01.2017
Veredelt

Gegenüber dem Vorgänger wurde die zweite Generation des VW Tiguan größer, moderner und hochwertiger. Wir testen den 150 PS starken TDI.

Nostalgie pur Motorworld Classics Berlin 2019

Zu den Highlights der Oldtimer-Ausstellung Motorworld Classics Berlin 2019 gehören ein Bob Sport von 1920 und ein Ego 4/14 PS von 1922.

Grand Prix von Japan Strafe: Leclerc verliert Platz sechs

Doppelte Strafe für Charles Leclerc: Er erhält für den Unfall mit Verstappen und die folgenden Runden gleich zwei Zeitstrafen und verliert Platz sechs.

Rasanter Einstieg Giftige Kleine: neue Yamaha MT-125

Yamaha zündet die nächste Stufe für Motorräder der rasanten Art. Die Yamaha MT-125 ist mit einem neuen Motor und radikalem Design ausgestattet.

ARC: Herbstrallye RRA: Bunt gemischtes Starterfeld

Beim großen ARC-Finale rund um Dobersberg finden sich im Servicezelt von Race Rent Austria bunt gemischte, interessante Piloten ein...