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"Das Auto ist verdammt schwer zu fahren!"

Manfred Stohl über seine ersten Kilometer im schwierig zu fahrenden Xsara WRC, die Vorbereitung auf die Monte und vieles mehr.

Mit großen Erwartungen reisten Manfred Stohl und Ilka Minor am vergangenen Sonntag nach Paris zu „Citroën Sport“ für die erste Anprobe des Xsara WRC. Das OMV Duo wurde nicht enttäuscht: nach der Sitzeinstellung am Montag machte Stohl bereits am nächsten Tag aktive Bekanntschaft mit dem neuen Arbeitsgerät.

Er fuhr seine ersten 15 Kilometer auf der firmeneigenen Strecke direkt vor der Haustüre der Weltmeisterschmiede. Stohl zeigte Begeisterung und Respekt vor dem Siegerauto 2004. Erstes Fazit: Extrem schwer zu fahren, aber bei richtiger Beherrschung auch sicher sehr schnell.

Gleich neben den Rally-Boliden der Werkspiloten Sebastien Loeb und Francois Duval parkte in der Halle von Citroën Sport in Paris der Wagen von OMV Pilot Manfred Stohl. Bereits bei ihrer Ankunft erfuhren Stohl und Co-Pilotin Ilka Minor, dass ihr neues Arbeitsgerät im Vorjahr zwei Mal von Weltmeister Loeb eingesetzt wurde. Zuletzt bei der Sardinien-Rallye 2004. Anschließend wurde das Fahrzeug komplett neu aufgebaut.

Stohl: „Es ist unglaublich. Was für mich vor Weihnachten noch ein Traum war, ist jetzt Wirklichkeit. Es ist schon sehr beeindruckend, wenn man in so einem Team fahren darf. Von der Vorbereitung her ist alles perfekt. Schon jetzt stehen fünf Stoßstangen in OMV Lackierung als Ersatz bereit.“

Erstes Kennenlernen verlangt Stohl Respekt ab

Am vergangenen Dienstag konnte Manfred Stohl zum ersten Mal den Citroën Xsara selbst steuern. Dabei kam es gleich zur Premiere, denn niemals zuvor fuhr der OMV Pilot ein Fahrzeug mit Lenkrad-Wipp-Schaltung. Stohl: „Das war aber kein Problem. Ich habe mich sofort daran gewöhnt. Nur selten habe ich noch den Schaltknüppel neben mir gesucht.“

Anders verhielt es sich mit dem Fahrverhalten. Da verlangte die Power des Xsara Stohl den ganzen Respekt ab. „Das Auto ist wirklich nicht einfach zu bewegen. Es ist extrem hart und fährt sich wie ein Rundstreckenauto. Jede Bewegung von mir überträgt sich direkt auf den Boliden. Da habe ich noch jede Menge zu tun. Das wird harte Arbeit“, erklärt der OMV Pilot.

"Ich hatte auch bisher schon großen Respekt vor Sebastien Loeb, nachdem ich dieses Auto gefahren bin, muss ich wirklich sagen, Hut ab vor dieser Leistung. Eine ganze Saison beinahe fehlerfrei mit diesem Auto zu fahren, ist beinahe unglaublich."

Stohl hat das Geheimnis des erfolgreichen Xsara WRC ursprünglich beim starken Motor vermutet, doch dem ist nicht so: "Die Abstimmung ist so exakt, dass der Grenzbereich unglaublich eng gesteckt ist. Wenn man es schafft, sich in diesem Bereich zu bewegen, dann ist man verdammt schnell, Fehler verzeiht der Citroen allerdings keine."

„Brauchen jetzt jeden Kilometer“

Um das nötige Selbstvertrauen für die kommende Herausforderung zu gewinnen, muss der 32-jährige Wiener das WRC besser kennen lernen. Zeit dazu hat er am Samstag und Sonntag, wo er in den französischen Seealpen (Col du Perty und Col du Faye) möglichst viele Kilometer herunterspulen will:

„Wir brauchen jetzt jeden Kilometer. Es hat keinen Sinn große Einstellungsarbeiten vorzunehmen. Ich muss erst einmal mit dem Auto so zurechtkommen, wie es ist. Dann kann ich es auf mich abstimmen.“

Realistisches Ziel für Monte Carlo ist ein Platz unter den Top-Ten

Das OMV World Rally Team kann die Erwartungen für die „Rally Automobile Monte Carlo“ (19. - 23. Jänner) ganz einfach nicht in unrealistische Höhen schrauben. Der erste Lauf zur FIA World Rally Championship soll der optimalen Abstimmung zwischen Piloten, Team und Fahrzeug dienen. Beim zweiten Einsatz in Neuseeland wird dann voll angegriffen.

Konkret gesagt: Ziel ist ein Platz unter den Top-Ten in Monte Carlo. Das OMV Duo Stohl/Minor bereitet sich bereits im Vorfeld voll und ganz auf die neue Aufgabe vor: sie studieren die Streckenpläne der vergangenen Jahre und vergleichen diese mit den aktuellen Sonderprüfungen.

Stohl stand 2002 zum letzten Mal am Start der Rally Monte Carlo, dort feierte er mit einem Toyota Corolla seinen ersten WM-Einsatz in einem World Rally Car. Damals belegte er den 16. Gesamtrang. Zuvor hatte er bereits zwei Mal die Gruppe N (1998, 2000) gewonnen und war ein Mal Zweiter (2001) geworden. Insgesamt ist es der siebente Start des OMV-Piloten bei dieser Veranstaltung.

Bis dahin wird Manfred Stohl auch versuchen, sich die Grundkenntnisse der französischen Sprache anzueignen, wenngleich er zugibt, dass das kein Honiglecken wird: "Allein wenn ich daran denke, bekomm ich schon die Krise..."

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