RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
BP Ultimate Rallye

Rebellion gegen Porsche & Motortod

Mit seinem verhältnismäßig hausbacken getunten Ford Escort RS 2000 hatte es Hans-Georg Lindner diesmal schwerer als jemals zuvor, an der Spitze mitzufahren.

Denn in Krumbach waren besonders viele hochkarätige Teilnehmer am Start, und darunter befanden sich vor allem sehr viele Porsche-Fahrer. Und gar einige waren darunter, die es sehr gut verstanden, das Maximum aus den aerodynamisch elegant gestylten und noch dazu PS-starken Wagen herauszuholen, wie beispielsweise Ex-Staatsmeister Ernst Harrach, Sepp Gruber und vor allem Christian Rosner. Völlig klar, daß das Vermächtnis von Ferry Porsche dem Salzburger Ford-Team einiges an Kopfzerbrechen bereitete. Und im Übrigen: Konkurrenten der Historischen EM und zwei ehemalige Rallycross-Spitzenstars waren auch mit dabei (Hubert Katzian und Ex-Europameister Grünsteidl).

Das wahre Problem, so stellte sich heraus, lag aber ganz woanders, denn mit einer drittschnellsten Zeit in der EM-Wertung auf der ersten SP „Haßbach“ begann die Rallye für Lindner & Blechinger unerwartet gut. Die einzigen vor ihnen: Der später weit zurückgefallene Johannes Huber und Josef Pointinger, ausgerechnet der schnellste Nicht-Porsche-Fahrer. Es hätte also unter Umständen durchaus ein Spitzenplatz herausschauen können, wenn auch nicht unbedingt ein Sieg über Christian Rosner, aber eine SP später erwischte es den Motor des Escort so kräftig, daß man einen anderen einbauen mußte. In einer anderen Klasse wäre so etwas das unvermeidliche Ende der Rallye, aber bei den Historischen ist das gestattet. Man kann sogar dann weiterfahren, wenn man deswegen gleich vier Sonderprüfungen ausläßt. Das tat auch Hans-Georg Lindner, auch wenn man dafür so viele Strafminuten bekommt, daß man statt einer Stoppuhr fast einen Kalender braucht, um den Zeitrückstand zu messen.

Bis zum Ende der Rallye fuhr Hans-Georg Lindner immer Zeiten zwischen den Plätzen 4 und 6, was eine ganz hervorragende Leistung war. Ein Duell mit Sepp Pointinger, der unter allen Historischen immerhin Viertbester hinter drei Porsche-Fahrern geworden war, wäre da sicher nicht unrealistisch gewesen, aber unter den gegebenen Umständen gab es für das Salzburg-Team gegen den Excalibur-Routinier nichts zu melden. Es war ja nicht einmal mehr möglich, vom letzten Platz wegzukommen, was eindeutig den Schwierigkeiten mit der Technik zuzuschreiben war.

Trotz allem war die Veranstaltung eine wertvolle Erfahrung, wobei man auch dem Publikum wieder einiges bieten konnte. Bei der ARBÖ-Steiermark-Rallye, wo der Fahrer auf jeden Fall mehr gefordert ist als die Mechanik, könnten Hans-Georg Lindner und Franz Blechinger wieder ernsthaft um die Spitzenposition bei den Historischen ringen. Wenn es besonders gut läuft, könnte auch der Titelgewinn in der Castrol Historic Trophy sichergestellt werden. Es wäre zweifellos ein verdienter Erfolg.

News aus anderen Motorline-Channels:

BP Ultimate Rallye

- special features -

Weitere Artikel:

WRC, Sardinien: Bericht Raith Tag 1

WM-Start mit angezogener Handbremse

Der Steirer Kevin Raith und Copilotin Claudia Maier haben heute ihr Abenteuer Sardinien-Rallye erfolgreich eröffnet / Für die nächsten drei anstrengenden Tage hat sich das Duo noch Reserven offengelassen

WRC Italien: Nach Tag 3 (SP13)

Hyundai-Drama sorgt für offenen Titelkampf

Oliver Solberg dominiert auf Sardinien und profitiert vom Pech der Hyundai-Piloten: Elfyn Evans liegt nur noch sechs Punkte vor dem Schweden

WRC, Sardinien: Bericht Raith Tag 3

Tolle Leistung auf brutalem Terrain

Kevin Raith und Copilotin Claudia Maier liegen nach dem dritten Tag der WM-Rallye in Sardinien auf einem fantastischen Top-ten-Platz in der WRC2-Wertung / Morgen letzter Tag der WM-Saison 2026

ARC Rallye Triestingtal 2027

Gschwandner: „Es wäre angerichtet…“

ARC-Obmann Georg Gschwandner hat in seiner Rolle als Veranstalter der ARC Rallye Triestingtal ein Presse-Statement veröffentlicht. Nach dem großartigen Comeback 2026 kämpft die Rallye ums Überleben…

ORM- & ORM2-Champions dabei

Comeback der 3 Städte Rallye

Beim Comeback der 3 Städte Rallye (8. bis 10. Oktober) sind Österreichs zurzeit erfolgreichen Fahrer und Teams am Start, darunter die beiden Staatsmeister Neubauer und Zellhofer.

Peter Klein Kolumne

Dobersberg und die First Lady

Mit einem Blick voraus auf die kommende Herbstrallye erinnert sich motorline.cc-Kolumnist Peter Klein an Dobersberg, an die Semperit-Rallye und einiges mehr…