RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ARBÖ Rallye Steiermark: Vorschau Nothdurfter

Finale Grande in Admont?

Man kommt leicht in die Gefahr, daß man die im Folgenden näher beschriebene Teilnehmer-Fahrzeug-Paarung unterschätzt, wenn man deren sportliche Hintergründe nicht so genau kennt.

Denn von Alois Nothdurfter hat manch einer der „gewöhnlichen“ Rallye-Zuseher noch nie etwas gehört, und einem Mittelklasseauto aus den Sechziger Jahren würde man wohl auch nicht viel zutrauen. Und doch hat sich erst vor zwei Wochen gezeigt, wie falsch man mit dieser Einschätzung liegen kann.

Bei genauerer Betrachtung ist dies jedoch gar nicht so unlogisch, wie es zunächst erscheinen mag, denn der Ford Lotus Cortina – der Name deutet eigentlich bereits darauf hin – verfügt über einige subtil verpackte technische Finessen, die auch vierzig Jahre später noch ihre Wirkung zeigen. Auch wenn das Auto von außen wie ein Biedermann-Vehikel aussieht.

Und zum Zweiten: Alois Nothdurfter verfügt dank einiger Starts im Ausland über einen Schatz an Rallye-Erfahrung, den mancher wesentlich bekanntere Fahrer nicht sein eigen nennen kann. Mit Christoph Friesenegger wird er zudem von einem Copiloten unterstützt, der seiner eigenen Klasse voll entspricht. Ein perfektes Team.

Nicht immer ganz so perfekt war die Technik, deswegen sind Alois Nothdurfter und Christoph Friesenegger zu Beginn der Saison deutlich unter ihrem Wert geschlagen worden. Vor allem bei der Pirelli-Lavanttal-Rallye, einer Fahrerstrecke par exzellence, hätte ein sehr gutes Ergebnis herausschauen können, wenn an der Mechanik der Lenkung nicht Ermüdungserscheinungen aufgetreten wären – und an der hydraulischen Kupplung, die zwischendurch auch nicht so mitgespielt hatte, wie sie es praktischerweise hätte tun sollen.

Daß dann auch noch zwei Rallyes während der Saisonmitte flachgefallen sind, weil zuerst die für eine Motorinstandsetzung erforderlichen Teile nicht rechtzeitig eingetroffen waren und danach eine Fußverletzung bei Alois Nothdurfter so schlimme Ausmaße angenommen hatte, daß an einen Rallye-Start nicht zu denken war, war natürlich besonders unglücklich, man hätte ja so gerne in der Castrol Historic Rallye-Staatsmeisterschaft die attraktive Rolle des genialen Herausforderers gespielt, der deutlich mehr ist, als er scheint. Und besonders bei diesen Rallyes (intensiver Dauerregen bei der Ostarrichi-Rallye; die Castrol Pölstal Judenburg-Rallye ist von Haus auf eine spannende Herausforderung) hätten Alois Nothdurfter und Christoph Friesenegger ihre Stärken voll ausspielen können.

Aber das haben sie dann viele Wochen später sowieso getan: Bei der BP Ultimate-Rallye glänzte der Ford-Lotus Cortina mit zwei zweitschnellsten Zeiten bei den Historischen, unter anderem auch auf der publikumsträchtigen Super-Special im Magna Racino. Man beachte dabei vor allem die Konkurrenzverhältnisse: Sechs Porsches, ein Lancia Stratos und ein paar namhafte Größen aus der österreichischen Szene des historischen Rallyesports. Ohne dem gebrochenen Verteilerfinger wäre es ein dritter Platz hinter zwei übermächtigen Porsches geworden. Was will man mehr?

Mit entsprechend viel Elan geht es nun zur ARBÖ-Steiermark-Rallye, die unter den Historischen-Teilnehmern besonders beliebt ist. Heuer ist die Beteiligung größer denn je, mit entsprechend vielen und hochkarätigen Gegnern werden sich Alois Nothdurfter und Christoph Friesenegger herumschlagen müssen.

Im Prinzip ist nahezu die gesamte Elite des historischen Rallyesports von Österreich vertreten, vom souveränen Könner Christian Rosner über den spektakulären Draufgänger Hans-Georg Lindner bis hin zum Meisterschaftsfavoriten Sepp Pointinger. Auch Geheimfavorit Gernot Zeiringer – mit einem zweiten Platz zum Saisonstart sehr erfolgreich, nun nach längerer Pause wieder zurück – darf man hier natürlich nicht übersehen, genauso wie Johannes Huber oder Konrad Friesenegger.

Fast möchte man meinen, daß da mit 160 PS nicht viel zu holen ist. Aber auf den Strecken der ARBÖ-Steiermark-Rallye kann man mit fahrerischem Einsatz sehr viel gewinnen. Hier sollten die Chancen daher noch besser stehen als zuletzt, als sich trotz technischer Schwierigkeiten sogar ein fünfter Platz ausgegangen ist.

News aus anderen Motorline-Channels:

ARBÖ Rallye Steiermark: Vorschau Nothdurfter

Weitere Artikel:

Der "verrückte Traum"

Wie Solberg die WRC-Elite schockte

Oliver Solberg schreibt WRC-Geschichte: Als jüngster "Monte"-Sieger aller Zeiten triumphiert der Toyota-Pilot bei extremen Bedingungen gegen die Weltelite

WRC-Verkauf vor Abschluss

Neuer Promoter soll bald verkündet werden

Ein 25-Jahres-Deal für die WRC? Die FIA sucht einen langfristigen Partner statt kurzer Investment-Deals - Die Entscheidung steht nun unmittelbar bevor

"Motivation, es zu versuchen"

Ogier greift nach zehntem WRC-Titel

Wird Sebastien Ogier ernsthaft um seinen zehnten Titel in der Rallye-WM kämpfen? Vor Beginn der "Monte" rechnet der Toyota-Fahrer mit herausfordernder Saison

WRC Monte-Carlo: Nach SP12

Solberg kontrolliert das Geschehen

Toyota bleibt nach elf Wertungsprüfungen beim Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in Monte Carlo mit einer Dreifachführung auf Kurs. Auf Kurs liegen auch Keferböck/Minor mit der Führung im WRC Masters Cup.

Thierry Neuville fängt sich mehr als zehn Minuten Rückstand auf den Rallyesieger bei der Rallye Monte-Carlo 2026 ein - woran es bei Hyundai hapert

Die 94. Rallye Monte Carlo wird in die Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft eingehen - das K4-Duo Johannes Keferböck und Ilka Minor konnte das große Abenteuer nicht nur bestehen, sondern auch einen überlegenen Sieg im WRC Masters Cup einfahren.