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Rallye-ÖM: Bosch-Rallye

Histo-Denkmal live

Josef Pointinger ist einer der Top-Stars der Historischen Szene, auch wenn er es gegen die Porsches schwer haben wird, gefightet wird bis zum Ziel.

Man kann nun wahrlich nicht sagen, daß es der Castrol Historic Rallye Staatsmeisterschaft an markanten Persönlichkeiten fehlt. Hans-Georg Lindner ist der wildeste Drifter, Christian Rosner der begnadetste Porsche-Geiger, und Alois Nothdurfter stellt das historisch wertvollste Wagenmaterial zur Schau.

Aber der eigentliche Star der historischen Rallyeszene in Österreich ist ER. Niemand sonst aus dieser Abteilung hat eine so bewegte Vergangenheit wie Josef Pointinger, der – jeweils mit dem Zusatz „unter anderem“ – im Jahr 1985 bei der Jänner-Rallye und der Semperit-Rallye unter den besten 15 war (mit einem Hecktrieb-Escort, der zu dieser Zeit längst schon veraltet war), bei der Canamex Rallye, die sich über große Teile Nordamerikas erstreckt hatte, vor 20 Jahren einen sechsten Platz geschafft hatte und neuerdings immer wieder bei ganz bedeutenden internationalen Rallyes für historische Fahrzeuge unter den Besten dabei ist.

Er war Sieger der Cinquecento-Tropheo, als fast schon Vierzigjähriger, und fuhr mit Hannu Mikkola und einem Escort von Max Lampelmaier die Ennstal-Classic.

Was aber vor allem zählt: Sepp Pointinger ist wahrscheinlich der wichtigste Wegbereiter des historischen Rallyesports in Österreich, er war hier schon aktiv, bevor es diesen Begriff überhaupt gab. Als erstmals alte Autos bei Rallyes in Österreich aufgetaucht sind, war Sepp Pointinger von Anfang an dabei, mit einem Ford Escort RS 2000, womit er zu seinen sportlichen Wurzeln zurückgekehrt war.

Damals war das noch sehr vereinzelt, keine Rede von einer Meisterschaft, aber im Lauf der Zeit kamen immer mehr Interessierte mit passenden Fahrzeugen dazu. Heute könnte man sich einen Rallye-Staatsmeisterschaftslauf ohne Historische gar nicht mehr vorstellen. Wahrscheinlich müßte man sich Sorgen machen, daß die Besucher ausbleiben.

Sepp Pointinger ist aber wesentlich mehr als ein tragendes geistiges Oberhaupt der Historischen in Österreich, er läßt es wirklich ordentlich fliegen, heute mehr denn je. Die beste Bestätigung dafür lieferte sein Sieg bei der Pirelli-Lavanttal-Rallye. Und spektakulärer hätte man das auch kaum mehr angehen können. Rallye-Spirit pur eben.

Ein freudiger Blick nach vorn fällt da besonders leicht, auch wenn die Chancen, bei der nächsten Rallye auch so weit vorne zu landen, eher gering sind. Das heißt nicht, daß es völlig aussichtslos wäre, auch nicht gegen den stärksten Porsche, aber im Vergleich zur Lavanttal-Rallye, wo man mit einem beherzten Fahrstil auch große PS-Unterschiede ausgleichen konnte, wird es in der Region Pinggau-Hartberg schon verdammt schwer. Weil hier sind die Prüfungen bei weitem griffiger und auch schneller.

Trotzdem hält Josef Pointinger nichts davon, sich von vornherein geschlagen zu geben, außerdem werden sich einige noch erinnern können, daß er voriges Jahr hier gewonnen hat. Kampflos wird er niemandem einen Platz überlassen, sodaß sich die Besucher der BOSCH Super plus-Rallye auf jeden Fall auf eine weitere Ausgabe der Escort-Rallye-Action freuen können. Interessant könnte vor allem ein mögliches Duell Pointinger-Lindner werden, denn der Überflieger aus Seeham/Salzburg ist auch wieder dabei.

Heute wie vor 13 Jahren gilt: Historischer Rallyesport ohne Pointinger? Undenkbar. Und weil ohne Pointinger nichts geht, gibt es gleich Pointinger mal Zwei: Am Beifahrersitz nimmt Ehefrau Gertrude Platz, die schon bei den Erfolgen im Jahr 1985 dabei war. Ein perfektes Team, in allen Lebenslagen.

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