WRC in Saudi-Arabien | 16.02.2026
Veranstalter kontert Reifen-Lotterie-Kritik der Fahrer
Das steinige Terrain in Saudi-Arabien sorgte bei der WRC-Premiere für Kritik - Prinz Al-Faisal nimmt Stellung und schließt Verlegung der Rallye in Zukunft nicht aus
Im Herbst 2025 gastierte die Rallye-Weltmeisterschaft zum ersten Mal in Saudi-Arabien. Der neue Lauf am Roten Meer bildete das Saisonfinale. Sebastien Ogier krönte sich zum neunten Mal zum Weltmeister. Aber es gab von den Fahrern auch kritische Stimmen zum Terrain in Saudi-Arabien.
Der steinige Untergrund sorgte für Reifenschäden. Manche Fahrer sprachen von einer "Lotterie", denn das Terrain ist eher für die Fahrzeuge der Rallye Dakar geeignet als für die Rally1-Autos. Reifenhersteller Hankook kündigte zudem für dieses Jahr Verbesserungen an.
Auch der Veranstalter in Saudi-Arabien nimmt das Feedback ernst. "Zuerst einmal: Wir respektieren natürlich die Meinung aller Fahrer", sagte Prinz Khalid bin Sultan Al-Abdullah Al-Faisal, der Chef des saudi-arabischen Motorsportverbands, am Rande der Rallye Dakar im Januar.
"Vielleicht ist das für einige WRC-Piloten hier neu, aber wenn man an die alten Safari-WRCs zurückdenkt, ist es eigentlich ziemlich ähnlich. Ich verstehe also, warum sie sich Sorgen machen und sagen, dass es für WRC-Autos schwierig ist."
"Aber gleichzeitig ist das eine neue Herausforderung. Für sie bedeutet das, auf ganz anderem Terrain zu fahren. Wenn du zum Beispiel saudischen Fahrern sagst, sie sollen auf Eis oder Schnee fahren, dann werden sie auch sagen: Das ist ungewohnt."
"Aber ich finde, genau das ist gut für das Motorsport-Spektrum. Unterschiedliche Bedingungen machen dich zu einem besseren Fahrer, weil du lernst, dich an verschiedene Umgebungen anzupassen."
Al-Faisal ist selbst passionierter Rennfahrer und fuhr früher Gruppe-N-Fahrzeuge. Im Vorjahr trat er mit dem Toyota Hilux bei der Rallye Ha'il an und er träumt auch davon, in naher Zukunft bei der Rallye Dakar an den Start zu gehen.
Bei der WRC-Premiere in seinem Land war er vor Ort und machte sich ein Bild. Die Prüfungen fanden nördlich der Stadt Dschidda statt. In dieser Region des Landes findet auch in diesem Jahr im November das Saisonfinale statt.
"In den ersten ein, zwei Jahren wird das Event in Dschidda stattfinden, aber danach müssen wir sehen, welche anderen Regionen infrage kommen - vielleicht auch Asphalt", will Al-Faisal für die Zukunft nichts ausschließen.
"In diesem Jahr werden die Bedingungen aber noch ähnlich sein. Wir werden unser Bestes geben, aber die meisten Strecken führen nicht über weichen Sand. Die Orte in Saudi-Arabien, die für die WRC geeignet sind, liegen in der Nähe der Berge - dort gibt es viele Steine."
"Ich denke, das ist etwas, das die Fahrer verstehen und lernen müssen: wie man sich anpasst und auf solchem Untergrund fährt. Es ist sicher nicht leicht, aber mit der Zeit werden sie das, denke ich, zu schätzen wissen."
"Wir nehmen ihre Bedenken sehr ernst und werden versuchen, Alternativen zu finden, vielleicht mit etwas weniger Steinen. Oder wir gehen an andere Orte, denn wir haben viele Regionen im Land, wo wir eine WRC veranstalten könnten."



















