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Premieren über Premieren

Erstmals starten in der Klasse der alternativen Antriebe mehr Autos als in der Gr.A, darunter Danzinger im Erdgas-Golf sowie Moufang im BMW 120d.

Noch nie hat die dritte Kraft im österreichischen Rallyesport so geboomt wie heute. Und das sorgt bei der Bosch Super plus-Rallye für eine weitere Premiere. Zum erstenmal werden bei einer Rallye mehr Teams in der Division 3 der Staatsmeisterschaft am Start sein als in der Division 1, also der Gruppe A.

Dies ist vor allem dem VW-Rallye-Team Austria zu verdanken, das in dieser Klasse nicht weniger als sieben Fahrzeuge an den Start bringen wird.
Wobei natürlich alles sehnsüchtig auf die Premiere des VW Golf V GTI mit Erdgasmotor und Hannes Danzinger hinter dem Lenkrad wartet.

Zwar weist der Niederösterreicher die Favoritenrolle trotz seiner sensationellen Vorstellung im weniger PS-starken Golf V TDI im Lavanttal kategorisch zurück, schon unter Hinweis auf das frühe Stadium der Entwicklung des neuen Fahrzeugs.

245 PS, wie sie offiziell von VW Motorsport in Hannover angegeben werden, sollten jedoch Garantie dafür sein, daß das Fahrzeug jederzeit mit den Kit-Cars mitzuhalten imstande ist. Seine Position als Titelverteidiger bei der Bosch Super plus-Rallye sollte Hannes jedenfalls zusätzlich beflügeln.

Zwar findet sich in der Nennliste ein weiteres “Gas-Auto“, jener von der OMV angekündigte Mitsubishi Lancer Evo VI mit Beppo Harrach am Steuer. Der Pilot hat zuletzt jedoch selbst zugegeben, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass das Fahrzeug im Wechselland bereits einsatzfähig sein wird. Mit einem Einsatz des Wagen ist daher wohl eher nicht zu rechnen.

Die Liste der Sieganwärter ist sehr breit. Neben Hannes Danzinger natürlich der ÖM-führende Niederösterreicher Michael Kogler und der im Lavanttal in Führung liegend ausgeschiedene Steyrer Seppi Stigler, die erneut in den bewährten VW Golf IV Kit-Cars ausrücken werden.

Nie unterschätzen darf man natürlich Staatsmeister Michael Böhm, auch wenn seine Mechaniker nach dem schweren Unfall im Lavanttal einem Nervenzusammenbruch recht nahe waren. Der Fiat Stilo-Pilot ist zusammen mit Danzinger sicher der routinierteste der Spitzenpiloten und leistet sich im allgemeinen pro Jahr nur einen schweren Fehler.

Während Winter- und Schnee-Dominator Martin Fischerlehner im Skoda Fabia zuletzt Schwächen zeigte und der Seat Ibiza des Lavanttalers Günther Jörl wohl technisch ein wenig zurückliegt, ist ein anderes Auto die ganz große Unbekannte.

Der auch in Österreich seit vielen Jahren bekannte Hesse Markus Moufang bringt erstmals einen 245 PS starken und vom Werk unterstützten BMW 120d an den Start. Das BMW-Urgestein führt damit nach zwei Läufen zur deutschen HJS-Diesel-Masters, dem Gegenstück zur Alternativ- und Diesel-Gruppe in der österreichischen Meisterschaft. Die Sonderprüfungen sind dem routinierten Deutschen jedenfalls wohlbekannt, schließlich war er bereits 2005 in einem BMW M3 am Start im Wechselland.

Von den übrigen Piloten sticht ein weiterer VW Golf IV heraus, pilotiert von der 32jährigen Bayerin Christine Dietl, einer gebürtigen Tirolerin. Dieser Einsatz ist ganz und gar nicht als PR-Gag zu verstehen.

Ganz im Gegenteil: Christine Dietl hat in der Vergangenheit in der Deutschen Meisterschaft bewiesen, daß sie auch für Top-10-Plätze im Gesamtklassement gut ist, vorausgesetzt, das Budget erlaubte den Einsatz von konkurrenzfähigem Material. Ihre zweifellos größten Erfolge waren der Gruppe N-Gesamtsieg bei der ADAC-Oberland-Rallye 2002, dem Auftakt zur Deutschen Meisterschaft, sowie der Südbayerische Meistertitel 2003.

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