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Rallye-ÖM: Castrol-Rallye

Rückkehr der Originalbesetzung

Erwin Heitzer und Ehefrau Christine erlebten eine sehr unterhaltsame Rallye, auch mit dem Ergebnis können die Haudegen durchaus zufrieden sein.

Eine Hetz wollt er sich machen, und das ist ihm geglückt. Bei einer Rallye, die in Sachen Anforderung alle Stücke spielte, schaffte es Erwin Heitzer, seinen SEAT Ibiza 16V ohne einen Kratzer ins Ziel zu bringen. Schnell war er auch, vor allem in der Anfangsphase.

Und in der Schlußphase kam es sogar zu einer Sensation, als ihm das verrückte Wetter dazu verhalf, schneller zu sein als Daniel Wollinger, der Star der Ford-Rookie-Formation. Ein unvorstellbares Erfolgserlebnis...

Bei dieser ersten Castrol Pölstal Judenburg-Rallye, die ihrer Kärntner Vorgänger-Version hinsichtlich Anspruch und Faszination um nichts nachstand, gab es noch eine Besonderheit: Zum Wettbewerb erschien Heitzer der Ältere mit seiner Ehefrau Christine als Copilotin.

Damit waren sie in der Besetzung angetreten, in der sie schon beim Comeback von Erwin Heitzer nach jahrzehntelanger Abstinenz dabei waren. Da hatten die Söhne Arnold und Alexander ein wenig nachgeholfen, und irgendwie war es aus familiärer Sicht ein sehr denkwürdiges Ereignis.

Ein wenig später hatte sich Christine Heitzer aus dem Beifahrer-Leben zurückgezogen und den anspruchsvollen Job anderen überlassen. Diesmal aber war Ferdinand Bschaiden, der in der letzten Zeit zumeist Erwin Heitzers Begleiter war, unerwartet aus beruflichen Gründen verhindert, und so lag die Wiedervereinigung des Original-Teams nahe.

Sportlich war es eine extrem reizvolle Angelegenheit, auch wenn dank Fiesta-ST-Trophy, Mitropacup und der unvorstellbaren Spitzenleistung von Robert Kettner in Sachen Podiumsrang in der Gruppe N bis 2000 cm³ nichts lief.

Gegenüber der BOSCH Super plus-Rallye zeigte sich Erwin Heitzer jedoch in deutlich gestiegener Form, als 69. von 85 Wagen im Bewerb auf der ersten Prüfung durfte er schon ein wenig stolz auf seine Leistung sein.

Vor allem hatte er einige deutlich stärkere Wagen hinter sich gelassen, auch zwei Porsches und ein Mitsubishi waren darunter. Die folgenden Prüfungen verbrachte er an der 70. Stelle, auf SP 4 konnte er sich auf Platz 67 verbessern.

Erneut nach vorne ging es auf der Prüfung Nummer 5/Möderbrugg nach einer 63. Gesamtzeit, nämlich genau auf Platz 63. Diese Position hielten Erwin und Christine Heitzer auch nach der Final-SP der ersten Tagesetappe, dem populären Rundkurs von Judenburg.

Am zweiten Tag gab es weiter sukzessive Verbesserungen, woran natürlich auch ein paar Ausfälle beteiligt waren, aber es gehörte auch zu den großen Herausforderungen dieser strecken- und wetterbedingt betont abenteuerlichen Rallye, keinem Ausritt zum Opfer zu fallen und zuverlässig eine bestehende Position zu halten.

In diesem Punkt vermochte das Team Heitzer rundum zu überzeugen, was in keiner Weise selbstverständlich ist, wenn man vor allem bedenkt, daß einige Teilnehmer, auch Erwin Heitzer, während der Regenphasen extrem unter beschlagenen Scheiben und entsprechender Schwierigkeit mit der Sicht litten.

Ganz und gar untypisch – gleichzeitig aber im höchsten Maß erfreulich – gestaltete sich der zweite Durchlauf der Prüfung „Gaberl“, aus fahrerischer Sicht sicher ein Höhepunkt bei dieser Rallye. Man mußte natürlich ein wenig das Glück auf seiner Seite haben, um zum richtigen Zeitpunkt auf die Strecke gelassen zu werden.

Das galt insoferne, als einmal gar kein, später aber ein extrem starker und wiederum etwas später ein leichter Regen über das Gaberl niederging. Erwin und Christine Heitzer erwischten einen günstigen Moment – und glänzten mit einer Fabelzeit. Die 33. Gesamtzeit von zu diesem Zeitpunkt noch 60 Teilnehmerteams im Rennen war mehr als sensationell.

Gegen Robert Kettner (SEAT Ibiza), den Bayern Martin Schwertl (Opel Astra) und ein paar anderen war zwar trotzdem nicht anzukommen, aber immerhin konnten bis auf Rene Winter alle Ford-Rookies mit dieser Zeit geschlagen werden, zumindest auf dieser einen Prüfung. Ein freudiges Ereignis, das es sicher so schnell nicht wieder geben wird.

Zu diesem Zeitpunkt standen zwar noch zwei schwierige und anstrengende Prüfungen bevor, aber dank der bewährten technischen und fahrerischen Zuverlässigkeit gelangen auch diese ohne Schwierigkeiten. Wie wichtig das war, zeigte sich daran, daß Kris Rosenberger, normalerweise ein Spitzenstar, mit seinem Golf Kitcar im Gesamtklassement vier Plätze hinter Erwin Heitzer das Ziel erreichte.

Der 49. Platz in der Gesamtwertung, eine halbe Minute vor Walter Kunz mit dem Porsche, ist sicher eine Maximalleistung dessen, was ein 59jähriger Amateurfahrer mit beschränkten technischen Möglichkeiten schaffen kann. Und vom Erlebniswert war es sicher eine der besten Rallyes von Erwin Heitzer.

Somit ein großer Erfolg für ihn und seine Ehefrau Christine. Und sicher nicht seine letzte Rallye – bei der Fortsetzung der ÖRM im September (BP Ultimate-Rallye) will Erwin Heitzer wieder dabei sein.

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