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"Ich will noch nicht aufhören"

Im Gespräch mit Motorline.cc gibt Raimund Baumschlager Einblick in den Stellenwert des 5. Titels in Serie, mangelnde Medien-Präsenz des Rallyesports und spricht über seine weitere Zukunft.

Vorweg natürlich noch einmal Gratulation zum Sieg in Admont und natürlich zum ÖM-Titel! Wie wichtig ist dieser insgesamt 6. Staatsmeister-Titel für dich?

Die Tatsache, fünf Titel in Serie geholt zu haben, macht mich schon stolz, keine Frage. Das hat bis dato eben nur Franz Wittmann geschafft und der zählt neben Stig Blomqvist zu meinen Vorbildern, das waren früher echte Rallye-Götter für mich.

Bei der Gelegenheit muss ich auch sagen, dass ich diese Titel ja nicht alleine geholt habe, sondern gemeinsam mit meinem Team und meiner Firma, das macht die Sache natürlich noch schöner.

Gibt es da unterschiedliche Gewichtungen der Titel? Welcher war der schönste?

Der schönste war der erste dieser Serie, denn damals war ich doch ziemlich am Boden, vor allem nach dem schwierigen Jahr im Ford Focus WRC. Ich hatte damals nichts zu verlieren und habe mit sehr, sehr geringen Mitteln erst nach Saisonbeginn ein Projekt auf die Beine gestellt, ohne die tatkräftige Unterstützung einiger Freunde hätte das nicht funktioniert.

Das war auch jene Zeit, wo wir beschlossen haben, eine Firma zu gründen. Anfangs war ich skeptisch, dass das wirklich funktioniert und nach einige schwierigen Zeiten läuft es nun wirklich gut.

Wenn man einen Blick in große Zeitungen wirft, findet das Thema Rallye wenig bis gar keine Berücksichtigung, stimmt das nicht traurig?

Das ist richtig, abgesehen von Special-Interest-Magazinen und regionalen Medien existiert der Rallyesport wenig bis gar nicht. Meiner Meinung nach ist die fehlende Vermarktung das Grundübel, so hat man es ja bis dato noch immer nicht geschafft, einen Seriensponsor zu finden.

Wichtig wäre auch ein mediales Zugpferd, ähnlich wie „Adi und Edi“ im Fußballbereich. Die sind dort echte Ikonen und sprechen Fans und Medien an, so etwas fehlt bei uns leider.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft, hat Raimund Baumschlager nach fünf Titeln in Serie genug vom Rallyefahren?

Keine Angst, da braucht sich niemand Sorgen zu machen, ich will auf jeden Fall auch im kommenden Jahr weiterfahren. Toll wäre natürlich ein internationales Projekt, aber das ist letztlich eine Frage des Budgets. Ich hoffe, dass mich meine langjährigen Sponsoren auch 2008 unterstützen und ich zumindest die komplette Österreichische Meisterschaft bestreiten kann.

Was den fahrbaren Untersatz betrifft, so gehe ich davon aus, dass es wieder ein Mitsubishi sein wird, oder?

Das wird so sein, ja. Unterm Strich ist der Mitsubishi das günstigste Auto um vorne mitzufahren, die S2000 Autos sind nicht zuletzt bei den Einsatzkosten deutlich teurer.

Sollten solche Autos im kommenden Jahr in Österreich fahren, wie konkurrenzfähig schätzt du sie ein?

Ich gehe davon aus, dass ein S2000 Auto auf Asphalt schon überlegen ist, immer vorausgesetzt, es sitzt ein schneller Mann hinterm Steuer. Ich habe aber überhaupt nichts gegen Konkurrenz, ich gewinne zwar gerne, aber ich bin auch ein – auch wenn manche das nicht glauben – ein guter und fairer Verlierer.

Die Stimmung zwischen den Piloten ist in der ÖM derzeit übrigens sehr gut und respektvoll, auch wenn man auf der Prüfung mit dem Messer zwischen den Zähnen kämpft, kann man doch nachher miteinander sprechen und die Leistungen des anderen würdigen, das war nicht immer so…

Eine abschließende Frage, wer glaubst du wird heuer Rallye-Weltmeister?

Marcus Grönholm und Sebastien Loeb sind natürlich beides außergewöhnlich gute Fahrer, ich drücke aber Grönholm die Daumen. Er hat im Laufe seiner Karriere viel gekämpft und hätte sich zu seinem Karriere-Ende noch einen Titel verdient.

Danke für das Gespräch!

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