RALLYE

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Kursrichtung Podestplatz

Für Kitcar-Power in Kombination mit der Speed-Leidenschaft, die in der Familie Rabl liegt, sollte die Bosch-Rallye die ideale Strecke bereithalten.

Vor der Lavanttal-Rallye hatte Willi Rabl Junior noch tiefgestapelt: Über den Ausgang der Veranstaltung könne man nicht viel sagen, ein Platz unter den ersten Dreien der Dieselwertung wäre wohl erst bei einer der nächsten Rallyes zu schaffen. Wer hätte denn auch wirklich daran gedacht, daß es ihm schon bei der ersten Rallye mit dem TDI-Kitcar gelingen würde, sich so gut ans Limit heranzutasten, daß er als Drittschnellster in der Dieselklasse mitfahren würde können?

Doch es blieb tatsächlich nicht beim „würde“, er konnte wirklich. Dem weisen Einstudieren des Eigenlebens des VW Golf Kitcar, das naturgemäß mit etwas Zurückhaltung verbunden ist, folgte sehr bald ein lustbetontes Dahinswingen mit richtig Tempo drin, bei dem nichts verkrampft wirkte. Da ist man dann gleich auch um einiges weiter vorne, und so ging es relativ leicht, die Top-Drei der Dieselklasse zu erklimmen – hinter dem regierenden Meister Michael Kogler (VW Golf Kitcar) und dem derzeit führenden Günther Jörl (Seat Ibiza). Hier konnte man schon erkennen: Da ist bei den kommenden Rallyes einiges möglich.

Beachten muß man dabei nämlich auch noch, daß Willi Rabl bei der Lavanttal-Rallye ja außerdem noch Verhältnisse vorgefunden hatte, die ihm absolut nicht liegen (extrem nasse und/oder dreckverschmierte Strecken – und dergleichen Ähnliches). Auf trockenen und überwiegend sauberen Strecken ist er dann natürlich noch schneller. Da könnte es also schon ab der Bosch-Rallye sehr gut aussehen.

Daß Willi Rabl Junior und seine perfekte Beifahrerin Uschi Breinessl nach der Lavanttal-Rallye in keiner Ergebnisliste aufscheinen (ein läppischer Formfehler – Benützen des Rückwärtsganges, wo es nicht gestattet war), könnte sich zwar aufgrund des Punkteverlustes in der Meisterschaft negativ auswirken, in der das neue Kitcar-Team durchaus eine entscheidende Rolle spielen könnte, aber als Standortbestimmung bleibt der Rennverlauf unverändert relevant.

Man wird sicher damit rechnen können, daß Willi Rabl unter normalen Umständen bei der Bosch-Rallye zumindest für jenes Ergebnis in Frage kommt, das ihm bei der Lavanttal-Rallye auf so unglückliche Weise entgangen ist. Die Zeichen stehen auf Angriff, jetzt mehr denn je, und Motivation ist jetzt erst recht im Übermaß vorhanden.

Die Situation ist natürlich in dem Moment dramatisch anders, sobald es zu regnen beginnt, aber selbst in diesem Fall weit noch nicht so dramatisch wie bei der Lavanttal-Rallye, wo teilweise noch Schnee auf den Bergstraßen liegt…es sieht für den Willi sehr gut aus. Und klarerweise lernt er mit jeder Prüfung das Auto besser kennen, das keinesfalls so einfach zu beherrschen ist, wie es von außen aussieht – auch dank des perfekten Fahrkönnens von Willi Rabl.

Die Gegner von Willi Rabl und Uschi Breinessl bei der Bosch-Rallye: In erster Linie – vollkommen klar – Michael Kogler mit dem zweiten VW-Vierer-Kitcar, gefolgt vermutlich von Ing. Michael Böhm, der schon seit fünf Jahren auf Fiat Stilo setzt. Unter Umständen gefährlich werden könnten Günther Jörl (Seat Ibiza), Peter Ebner (Skoda Octavia) und Alfred Leitner, der genau jenen Dreier-Golf TDI einsetzt, mit dem Raimund Baumschlager die Diesel-Ära im österreichischen Rallyesport eingeleitet hatte. Georg Hinterberger wäre gewiß auch fahrerisch enorm stark, ihm dürfte es aber an den nötigen PS fehlen (er fährt nun einen seriennahen Fünfer-Golf, wie ihn Willi Rabl im vergangenen Jahr hatte).

In Verbindung mit der hervorragenden Zuverlässigkeit des VW-Rallyeteams könnte ein guter Erfolg des zweiten Diesel-Kitcar-Teams sehr wahrscheinlich sein.

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