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Abu Dhabi Classic: Vorschau Rothensteiner

Ruf der Wüste

So wie in Österreich gewinnt der Rallyesport mit historischen Fahrzeugen auch international an Bedeutung. Die Rallye Abu Dhabi Classic, erster Lauf zur Historischen Rallye-EM 2007, ist dafür ein gutes Beispiel.

Und bereits jetzt merkt man das große Interesse an dem Neuzugang im Rallye-Kalender: Zahlreiche bekannte Namen der Branche zieht es ins Reich der Vereinigten Arabischen Emirate, der mediale Anklang ist für ein Ereignis dieser Art ebenfalls ungewohnt hoch.

Für Bernd Rothensteiner, den es aufgrund der Besonderheit der Veranstaltung ebenfalls „in die Wüste“ zieht, wird wie immer der Fahrspaß im Vordergrund stehen, und natürlich die Lust, etwas Neues zu erleben. Als einer der erfolgreichsten österreichischen Rallye-Teilnehmer mit historischen Wagen der letzten Jahre bewertet er seine sportlichen Chancen in jedem Fall vorsichtig, Genaueres wird man wohl erst im Lauf der Rallye sagen können.

Bei diesem großen Experiment, das naturgemäß von einigen Unsicherheitsfaktoren begleitet ist, setzt er zumindest beim Fahrzeug auf Bewährtes: Als Sportgerät dient ihm der gewohnte Ford Escort RS 2000 aus der ersten Baureihe (ein klassischer „Hundeknochen“), mit dem er zuletzt bei der gut besetzten BP Ultimate-Rallye 2006 einen dritten Platz unter den Historischen erreichen konnte. Ebenso bewährt ist sein Copilot: Xaver Hiebner, bei fast allen großen Rallye-Erfolgen von Bernd Rothensteiner mit dabei, will auch hier nicht fehlen. Auch auf Walter Mistelbauer und Christian Zeinzinger wird wahrscheinlich einiges an Arbeit zukommen, denn sie werden für das Wohl des Fahrzeuges Sorge tragen. Als unentbehrliches Teil eines verlässlichen Teams sind sie bekannt, und wenn nichts Unvorhersehbares passiert, sollte nicht zuletzt dank ihrer Hilfe die Rallye zu einem guten Ende geführt werden.

Wie gut, das wird sich zeigen. Tatsache ist, daß die Rallye Abu Dhabi Classic vor allem qualitativ erstklassig besetzt ist, und unter diesen Umständen wird es auch für ein anerkannt erfolgreiches Team schwierig, maximal weit vorn zu sein – und das will bekanntlich jeder. Tatsache ist aber auch, daß Bernd Rothensteiner und Xaver Hiebner nicht nur national, sondern auch international einiges an Erfahrung sammeln konnten, neben der Alpi Orientali und der historischen Akropolis-Rallye haben sie sich auch schon zur historischen Arctic-Rallye vorgewagt. Dies könnte ihnen bei der Abu Dhabi-Rallye zugute kommen. Natürlich wird diese Veranstaltung in der arabischen Wüste ihre eigenen Gesetze haben, auf die man sich erst einstellen wird müssen, aber damit müssen schließlich alle Teilnehmer leben.

Unter diesen befinden sich in der Tat einige namhafte Größen aus der historischen Rallye-Szene Europas. Nicht nur die Europameister der vergangenen beiden Jahre, Michael Stoschek und Wolfgang Pfeiffer (beide aus Deutschland und beide mit einem Porsche) sind hier nennenswert. Auch Finnland hat einige Escort- und Porsche-Teams entsandt, und die werden mit Sicherheit angriffsfreudig auftreten. Zahlenmäßig ist auch Italien sehr stark vertreten (darunter sehr viele Porsche-Fahrer), und bestimmt sind einige ganz schnelle Konkurrenten darunter.

Nicht zu vergessen die Abordnung aus Österreich, mit 15 genannten Teilnehmern die quantitativ bedeutendste Nation: Mit Josef Pointinger (Ford Escort) und Graf Ernst Harrach (Porsche) sind zwei Landsleute am Start, die immerzu für hervorragende Ergebnisse gut sind, aber auch Willi Polesznig (Porsche), Sepp Gruber (Ford Escort) und Johannes „Joe“ Baier (Porsche) ist Großes zuzutrauen.

Eine leichte Aufgabe wird die Rallye für keinen der genannten Teilnehmer sein, überdies gibt es noch einiges an Geheimfavoriten. Eines wird sie aber wohl allen bieten: Eine interessante Erfahrung.

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