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Suzuki-Cup: Max Zellhofer im Gespräch

"Hermann Neubauer ist ein großes Talent"

Suzuki Motorsport Cup Organisator und Initiator Max Zellhofer über Vergangenheit und Zukunft des Cups, die Teilung in Rallye und Rundstrecke sowie das Projekt Swift S1600.

Max, der Suzuki Motorsport Cup kann durchaus als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden, wie hat alles begonnen?

Wie die meisten vermutlich wissen, bin ich schon lange in der Motorsport-Szene. Als Suzuki-Händler war es natürlich naheliegend, gemeinsam mit dem Importeur einen Markenpokal ins Leben zu rufen. Anfangs war es noch der Suzuki Ignis, wir sind in der ersten Saison einen Mix aus Rundstrecke, Bergrennen und Rallye gefahren, das Starterfeld ist stetig gewachsen.

Der große Durchbruch kam dann mit dem Swift, oder?

Das war ohne Frage ein Meilenstein, wir haben damals das Starterfeld von 10 auf 20 Teilnehmer verdoppelt, der Swift ist einfach die deutlich sportlichere Basis, als es der Ignis war. 2007 sind wir dann das erste Mal mit dem Swift auf die Rundstrecke gegangen, damals mit 15 Startern. Und im Vorjahr waren es bis zu 23 Starter auf der Rundstrecke, 16 Teilnehmer bei der am stärksten besetzten Rallye in Leiben.

Wie schaut es heuer aus, spürt man im Cup auch etwas von einer Krise?

Natürlich sitzt das Geld nicht mehr so locker, dennoch sind bis dato acht Fahrer in der Rallye und 15 in der Rundstrecke eingeschrieben.

Ihr führt die Rallyes und die Rundstrecke heuer in komplett unterschiedlichen Wertungen durch, warum?

Wir haben einfach gemerkt, dass sich die meisten Fahrer für Rundstrecke oder Rallye entschieden haben, echte Allrounder gibt es nicht viele. Und es macht letztlich keinen Sinn, einen Rallyefahrer auf der Rundstrecke zu verpflichten, ebenso wie einen Rundstreckenpiloten über Rallyepisten zu hetzen.

Was ist eigentlich teurer, Rallye oder Rundstrecke?

Rundstrecke, mit Abstand. Die Kosten liegen in etwa beim Dreifachen, allein die Kosten für die Streckenmiete etc. sind enorm. Die Rundstrecke wird künftig auch etwas teurer werden.

Der Sieger des Suzuki Motorsport Cups, Hermann Berger, ist im Vorjahr mit einem Suzuki Swift S1600 unterwegs gewesen. Als Außenstehender hatte man öfter das Gefühl, dass diese Einsätze oftmals nicht ganz nach Plan verlaufen sind, vom Ergebnis her.

Hermann Berger hat sehr vorsichtig begonnen, vielleicht für manche Geschmäcker etwas zu vorsichtig. Aber man darf nicht vergessen, dass so ein Auto - und der Suzuki ist wirklich feinste Werksware - über 200.000,- Euro kostet, da will man natürlich nichts kaputt machen, was Hermann auch nicht getan hat.

Du bist auch selbst mit dem Auto gefahren, wo liegt Deiner Meinung nach mit einem Top-Piloten das Potenzial in Österreich?

Also eine Top-Fünf-Platzierung ist sicher möglich, da muss man das Auto aber wirklich gut kennen und auch damit umgehen können.

Man hat öfter gehört, dass wenig oder nichts getestet wurde, warum?

Das ist leicht erklärt, es gab ein gewisses Budget, aber zusätzliche Testfahrten verschlingen sehr viel Geld. Der Testkilometer in so einem Auto kostet rund 60,- Euro, die Revisionskosten sind einfach immens hoch. Das Auto wird nach jedem Rallyeeinsatz komplett zerlegt, zwei Leute arbeiten fünf Tage an der Revision. Und der Motor muss im Werk überholt werden, ebenfalls ein sehr teurer Spaß.

Und ich muss ehrlich sagen, dass ich auch kein großer Fan von ausgiebigen Tests bin, denn die Bedingungen sind meist nur schwer mit einer echten Rallye zu vergleichen, ich war immer jemand, der quasi während der Veranstaltung getestet hat.

Heuer sitzt Hermann Neubauer im Suzuki Swift S1600, was kann man von ihm erwarten?

Der Hermann Neubauer ist ohne Frage ein großes Talent, man darf nicht vergessen, dass er erst vor zwei Jahren das erste Mal im Motorsport aktiv war. Er ist ehrgeizig, zielstrebig und durchtrainiert, die Voraussetzungen sind jedenfalls gut.

Das Debüt im Lavanttal ist ja bereits absolviert, wie ist es gelaufen?

Eigentlich nahezu perfekt. Hermann Neubauer hat einen tollen Job gemacht und ist teilweise zehnte Gesamtzeiten gefahren, das ist für das erste Antreten mit diesem Auto durchaus beachtlich. Wir sind jedenfalls sehr zufrieden und sehen das Potenzial das noch in dem jungen Burschen steckt. Großer Dank natürlich auch an Tina-Maria Monego, es ist einfach wichtig, einen erfahrenen Co-Piloten für so ein Projekt zu haben.

Wird man das Suzuki Kitcar auch 2010 weiter sehen?

Das ist zumindest der Plan, ja. Der Sieger der diesjährigen Rallyewertung wird 2010 einen Einsatz mit dem Auto absolvieren, abgesehen davon wäre der Plan, dass Hermann Neubauer weiterhin mit dem Auto fährt.

Auch der Suzuki Motorsport Cup hatte im Lavanttal seinen Auftakt.

Auch der Cup ist gut angelaufen, wir hatten acht Autos am Start. Das ist zwar etwas weniger als in der Vergangenheit, kommt aber von der vorher erwähnten Teilung in Rallye und Rundstrecke. Zudem sind einige der Protagonisten aus dem Vorjahr um- bzw. aufgestiegen, Hermann Neubauer sitzt im S1600 Suzuki, Phillipp Lietz ist auf die Rundstrecke nach Deutschland gewechselt. Wir können den Cup aber mit Stolz als Talenteschmiede bezeichnen.

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