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VW: Ende gut, alles gut?

Die Entscheidung um den Vizemeistertitel ist offen, dennoch sind die VW-Teams mit der Saison zufrieden. Plus: Ein Auszug des Protestes gegen den Harrach-Mitsubishi.

Ob Andreas Waldherr Vizemeister in der Division I wurde oder Platz 3 belegt, wird sich erst im Laufe der Woche herausstellen. Prinzipiell ist der VW Polo S2000-Pilot aus der Buckligen Welt aber sehr zufrieden mit der vergangenen Saison:

"Der Beginn der Saison war sehr schwierig, aber mit konsequenter Entwicklungsarbeit haben wir schließlich beinahe das Optimum aus unserem drei Jahre alten, dennoch immer jungen Polo heraus geholt. Die letzte Entwicklungsstufe sollte bis zur Jänner-Rallye 2011 eingebaut sein. Mit einer Ausnahme waren wir heuer bei den überwiegend auf Asphalt ausgetragenen Rallyes immer schneller als die Mitsubishi und diese eine Ausnahme, naja, wir werden ja sehen. Mein Teamchef, Dr. Helmut Czekal wünscht sich klare Linien. Diese, wenn es sein muss, auch durch eine Kontrolle der OSK."

Motorline.cc hat einen Auszug des Protestes vorliegen, zu entschlüsseln ist dieser allerdings nur von technisch versierten Insidern. Der Auszug ist in der rechten Navigation unter "Protest im Wortlaut" einzusehen.

In der Diesel-Kategorie konnte VW seine jahrelange Führungsposition eindrucksvoll bestätigen. Daniel Wollinger hatte zwar keinen optimalen Saisonstart, konnte sich jedoch im Laufe der Saison immer besser auf seinen, im Motorsport jungfräulichen VW Scirocco TDI einstellen. Am Ende brachte der junge Südost-Steirer seinen Vorsprung souverän über die Waldviertel-Rallye und wurde damit Nachfolger von Michael Kogler, der dem Scirocco 2009 zu seinem ersten Diesel-Titel verholfen hatte.

Wollinger holte damit zusammen mit seinem Copilton Martin Kleibenzettl nach dem Meistertitel in der Klasse N/2000 2009 seinen zweiten Rallye-Titel in Serie und zählt gleichzeitig mit Markenkollegen Michael Kogler zu den jungen aufstrebenden Rallye-Piloten Österreichs. Mit Platz 3 in der Meisterschaft ebenfalls auf einem Scirocco zeigte das Waldviertler Ehepaar und Hobby-Team Walter / Petra Kunz im Laufe der Saison eine deutliche Steigerung und war vor allem beeindruckend fehlerlos unterwegs.

Eine ziemlich wechselhafte Saison hatte hingegen Michael Kogler. Ursprünglich auf den Diesel-Titel angesetzt, wechselte er nach einem Unfall mitten in der Saison in die Benzinfraktion um Zweirad-Lorbeeren zu ernten. Es dauerte jedoch seine Zeit, bis er sich auf die höchst unterschiedliche Technik eingestellt hatte. Gerade als dies geschafft schien, kam ein weiterer „Roller“ dazwischen, bei dem das VW Golf IV Kit Car eher böse beleidigt wurde. In Summe war die Saison 2010 eine Lernphase für Michael Kogler. Eine wichtige (und teure) Lernphase. Doch zu bedenken ist, dass es von Raimund Baumschlager über Manfred Stohl bis zu Ari Vatanen gab es in deren "Sturm & Drang Periode"-Ausritte in Serie gab.

Souverän agierte Kris Rosenberger mit seinem Porsche Carrera RS in der Historischen Meisterschaft. Eine komplette Saison lang. Zweifelhafte Unkenrufe über sein Auto, die bezeichnenderweise nicht von seinem sehr kameradschaftlichen Konkurrenten um den Titel, sondern von außerhalb kamen, prallten an der Souveränität des St. Pöltners ab. Beeindruckend, wie er als gelernter Allrad- und späterer Fronttrieb-Pilot den Umstieg auf den, in Extremsituationen schwierig zu fahrenden Heckmotor-Boliden bewältigte.

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