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Rallye-ÖM: Schneebergland

Das Rezept heißt Druckaufbau

Im Vorfeld der Schneebergland-Rallye sorgen die Favoriten gekonnt für Druck und laden diesen auf die Schultern der Konkurrenz…

Foto: Daniel Fessl

Druck aufbauen, und das möglichst für den Gegner: So lautet offensichtlich das Motto der Sieganwärter bei der Schneebergland-Rallye 2011, die am 26./27. August im niederösterreichischen Rohr im Gebirge über die Bühne geht.

„Das wird die schwierigste Rallye“, sagt etwa Manfred Stohl unumwunden, und meint das damit gar nicht für sich selber im Erdgas-Mitsubishi, sondern für Titelfavorit Beppo Harrach. Stohl: „Er hat heuer fünf Mal gewonnen. Jeder erwartet eine Fortsetzung der Siegesserie. Da baut sich schon eine gewisse Last auf.“ Und schlau, wie er ist, spielt Stohl gleich dem nächsten Kontrahenten die Favoritenstellung zu: „Außerdem glaube ich, dass Raimund Baumschlagers Skoda S2000 das absolut beste Auto im Feld ist.“

Die zugeschanzte „Last“ nimmt Beppo Harrach nach außen hin gekonnt auf sich: „Wenn man’s genau nimmt, ist jede Rally ist die schwierigste. Aber wenn man die bisherigen Ergebnisse hernimmt, glaube ich, dass wir diese Schwierigkeiten bisher recht gut gemeistert haben. Uns Druck aufzuhalsen, wird nicht gelingen. Uns genügt ein vierter Platz zum Meistertitel. Was soll ich also viel Stress haben?“

Ein mulmiges Gefühl hat Harrach einzig hinsichtlich seines Autos. Beim Rallye-Sprint in Bruckneudorf hat er bei einem Ausritt seinen Mitsubishi nämlich schwer an der hinteren Radaufhängung beschädigt. „Und die italienische Firma, die diese Teile herstellt, hat bis 29. August Betriebsurlaub. Ich versuche daher schon seit Tagen, die Vertriebsfirma Ralliart Italien zu kontaktieren, damit die vielleicht jemanden erreichen, der für uns kurzfristig aufsperrt und die Teile hergibt.“

Doch auch das ist nicht so leicht, weil sich die zuständigen Ralliart-Leute zurzeit bei der Deutschland-Rallye befinden. Harrach: „Es könnte also knapp werden. Das ist die einzige Aufregung, die ich bezüglich der Schneebergland-Rallye habe.“

Auch Raimund Baumschlager, der bis zuletzt an seinem Skoda S2000 herumgefeilt hat, weist jeden Druck von sich. „Für uns gilt das Gleiche wie heuer bei jeder Rallye. Wir werden versuchen, unser Bestes zu geben. Aber realistisch betrachtet wird es wieder so sein, dass wir mit Harrach nicht mithalten können.“

Diese Einschätzung teilt auch der Schneebergland-Hausherr Gerwald Grössing. Der wiederum schiebt neben Harrach auch Stohl einen Teil Sieges-Verantwortung zu. „Ich bin fest überzeugt davon, dass heuer ein Mitsubishi gewinnen wird.“ Ob Grössing dabei vielleicht sogar an seinen eigenen gedacht hat?

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