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Rallye-WM: News

Freie Fahrt bei Volkswagen

Volkswagen-Motorsportdirektor Jost Capito erteilt einer Teamorder eine klare Absage, da es den Fans und der Meisterschaft gegenüber unfair wäre.

Volkswagen steuert in der Rallye-Weltmeisterschaft scheinbar unaufhaltsam den nächsten WM-Titeln entgegen. Außer Titelverteidiger Sebastien Ogier und Jari-Matti Latvala hat in der Saison 2014 noch kein anderer Pilot einen WM-Lauf gewonnen, die Gesamtwertung führen die beiden Volkswagen-Piloten nach fünf von 13 Rallyes bereits mit einem komfortablen Vorsprung an. Doch den Gedanken, die Meisterschaft durch eine Teamorder frühzeitig zu sichern, lehnt Volkswagen-Motorsport-Direktor Jost Capito mit deutlichen Worten ab.

"Es wäre Betrug an den Fans, wenn wir unseren Jungs bei einer Minuten Vorsprung vor allen anderen sagen würden: Kommt in dieser Reihenfolge nach Hause und fahrt kein Rennen mehr", wird Capito von Autosport zitiert. "Wenn wir das machen würden, warum sollten die Fans dann noch rauskommen und sich das anschauen?", fragt sich der Deutsche.

Dass Capito zu seinem Wort steht, wurde bei der Argentinien-Rallye offensichtlich. Trotz einer deutlichen Führung vor Kris Meeke (Citroen) durften Latvala und Ogier bis zum Ende der Rallye gegeneinander um den Sieg kämpfen - inklusive des Risikos eines Abflugs.

Capito begründet seine Entscheidung mit der Verantwortung der Hersteller gegenüber dem Sport. Hier könnten die Teams nicht nur an sich selbst denken. "Du kannst nicht sagen: 'Okay, wir sind auf der sicheren Seite, jetzt lasst uns die Meisterschaft nach Hause bringen.' Du musst etwas zurückgeben", sagt er. "Teamorder würden den Wert des Ganzen zerstören, das darf man dem Sport nicht antun. Es wäre der Meisterschaft gegenüber nicht fair."

Im Sinne der Meisterschaft würde sich Capito auch etwas mehr Gegenwehr der anderen Hersteller wünschen. "Es wäre großartig gewesen, wenn die anderen Hersteller in Argentinien besser hätten mithalten können", sagt er. Die Dominanz des Volkswagen-Teams sei dabei nicht nur der eigenen Stärke geschuldet. "Das liegt nicht daran, dass wir so dominant sind, die anderen Jungs haben bei dieser Rallye Fehler gemacht."

Capito verweist auf Mads Östberg (Citroen) und Mikko Hirvonen (Ford), die sich durch Unfälle schon am ersten Tag der Argentinien-Rallye aus dem Kampf um die vorderen Plätze verabschiedet hatten. "Es ist nicht fair zu sagen, dass wir derart dominant sind, wenn die beiden Fahrer, die uns herausfordern können, Fehler machen - das kann uns auch passieren."

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