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DRM: Wartburg-Rallye

Zeltner übernimmt wieder Tabellenführung

Ein sensationeller Ruben Zeltner gewann alle 13 SP der Wartburg-Rallye und holte sich damit auch wieder die DRM-Tabellenführung zurück.

Fotos: DRM, ADAC Motorsport

Überlegener Gesamtsieger der Wartburg-Rallye 2015 vom 7. bis 9. August wurde Ruben Zeltner, der seinen Porsche 911 GT3 auf allen 13 Sonderprüfungen zur Bestzeit trieb. Gemeinsam mit Ehefrau Petra als Co-Pilotin wiederholte der amtierende Meister damit beim achten von zwölf Läufen zur deutsche Rallyemeisterschaft 2015 seinen Vorjahressieg.

Mit den drei Zusatzpunkten für den Sieg auf der Powerstage sicherte er sich auf den schnellen Asphaltprüfungen rund um die Wartburg die maximal möglichen 28 Meisterschaftszähler und schob sich damit vorläufig an die Tabellenspitze. Vor dem nächsten DRM-Lauf, der Ostsee-Rallye am 4./5. September, liegt Zeltner mit 124 Punkten vor Mark Wallenwein (109) und Fabian Kreim (105), die mit ihren Škoda Fabia R5 bei der Wartburg-Rallye planmäßig nicht am Start waren.

"Jetzt bin ich deutlich erleichtert", so Ruben Zeltner auf der Zielrampe. "Da Mark und Fabian hier nicht am Start waren, war das ein Pflichtsieg. Wir waren die Favoriten und konnten uns eigentlich nur selbst schlagen. Damit haben wir uns selbst ganz schön Druck aufgebaut." Mit Blick auf die Meisterschaftssituation ergänzt Zeltner: "Jetzt ist wieder alles offen. Wir planen aber weiterhin von Rallye zu Rallye."

Das Podium in Eisenach komplettierten Raphael Ramonat mit Co-Pilotin Nanett Center im Mitsubishi Lancer. Hinter dem Lokalmatador fuhren Maik Stölzel/René Meier in einem weiteren Porsche 911 GT3 als Dritter über die Zielrampe. "Unser Porsche war für die Schotterpassagen viel zu tief, nach der ersten Prüfung hatte ich schon nicht mehr daran geglaubt, dass wir überhaupt das Ziel sehen. Da die Stromversorgung im Bordnetz zusammengebrochen ist, mussten wir die Lichtmaschine wechseln. Aber dann wurde es doch noch ein extrem spannender Kampf um den dritten Platz, der sich erst in der letzten Prüfung zu unseren Gunsten entschieden hat."

Peter Corazza (Mitsubishi Lancer R4) und Carsten Mohe (Renault Clio R3T) sind die direkten Verfolger des Spitzentrios in der DRM. Sie hatten durch die Abwesenheit von Wallenwein und Kreim die Chance, näher zur Spitze aufzuschließen. Dies gelang aber nur teilweise. Den dritten Platz in der DRM-Wertung schnappte ihnen Marijan Griebel und Co-Pilot Stefan Clemens weg. Im Opel Adam R2 schoben sie sich in sehenswerter Fahrt an wesentlich leistungsstärkeren Fahrzeugen vorbei: "Ein tolles Gefühl, bis auf den Verbremser in der allerersten Kurve lief die gesamte Rallye perfekt. Der Kampf hat riesigen Spaß gemacht."

Wie sein Teamkollege Emil Bergkvist, der als frischgebackener Junioren-Europameister nach Eisenach kam, nutzte Griebel den Lauf zur Vorbereitung auf den deutschen Weltmeisterschaftslauf rund um Trier von 20. bis 23. August. Bergkvist belegte hinter Mohe den fünften Platz der DRM-Wertung. Er kämpfte mit Griebel um jede Sekunde, verlor jedoch bei der Nachtprüfung am Samstag Abend die entscheidenden Sekunden, da er durch den Gruppenstart hinter langsameren Fahrzeugen festhing.

Gleiches erklärte Mohe, der sich einen spannenden Kampf mit den beiden Youngstern lieferte: "Es war ein toller Kampf, und ich wollte natürlich nicht freiwillig hinter den beiden landen. Einen kleinen Beigeschmack hat das Ergebnis, da wir durch die extrem geringen Abstände zum Vordermann beim Gruppenstart ebenfalls behindert wurden. Ich weiß aber nicht, ob es unter anderen Voraussetzungen gereicht hätte. Egal wie - Marijan ist hier super gefahren."

"Das war eine Rallye zum Vergessen", lautete das Fazit von Peter Corazza. "Wir haben es zwar geschafft, in der DRM-Wertung den vierten Platz ganz eng vor Mohe zu verteidigen, auch durch den Zusatzpunkt für den dritten Rang auf der Powerstage, aber glücklich bin ich nicht." Mit großen Erwartungen gestartet folgte für den Deutschen schon auf der ersten Prüfung die Ernüchterung: "Wir hatten einen Plattfuß, und ich weiß immer noch nicht, wo wir uns den eingefangen haben könnten." Es folgten zwei weitere Reifenschäden und dazu noch ein Elektronik-Problem: "Dann hieß es nur noch durchrollen und wenigstens Rang vier verteidigen."

Wartburg-Rallye 2015, Endstand nach 13 SP (130,17 km)

 1.  Ruben Zeltner    Porsche 911 GT3             1:11:08,2
2. Raphael Ramonat Mitsubishi Lancer Evo VII + 1:14,4 Minuten
3. Maik Stölzel Porsche 911 GT3 + 2:53,7
4. Hermann Gaßner Mitsubishi Lancer Evo VIII + 2:58,9
5. Ron Schumann Mitsubishi Lancer + 3:03,9
6. Marijan Griebel Opel Adam R2 + 3:46,1
7. Carsten Mohe Renault Clio R3T + 3:59,7
8. Emil Bergkvist Opel Adam R2 + 4:01,0
9. Stephan Wild BMW M3 + 4:03,7
10. Peter Scharmach Mitsubishi Lancer + 5:48,6

DRM 2015 nach acht von zwölf Läufen
 1.  Zeltner, Ruben    Porsche 911 GT3       124
2. Wallenwein, Mark Škoda Fabia R5 109
3. Kreim, Fabian Škoda Fabia R5 105
4. Corazza, Peter Mitsubishi Lancer R4 65
5. Mohe, Carsten Renault Clio R3T 63
6. Färber, Frank Peugeot 207 S2000 47
7. Leschhorn, Nico Peugeot 207 S2000 39
8. Pusch, Patrick Citroën DS3 R3T 28
Stölzel, Maik Porsche 997 GT3 28
10. Griebel, Marijan Opel Adam R2 27

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