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Rallye-WM: Interview

Hirvonen: "Tradition respektieren"

Mikko Hirvonen hält nichts von radikalen Änderungen am Rallyesport; der Veranstalter müsse gute Geschichten transportieren können.

Das allgemeine Interesse an der Rallye-WM ist nicht mehr so groß wie zu Beginn des Jahrtausends oder zur Phase der legendären Gruppe-B-Autos; zu dominant sind seit Jahren einzelne Fahrer und Hersteller. In jüngerer Vergangenheit lagen unterschiedliche Vorschläge auf dem Tisch, um den Sport wieder für eine breitere Öffentlichkeit interessant zu machen. Ein allzu revolutionäres Konzept, das sowohl von Volkswagen als auch dem WRC-Promoter propagiert wurde, bei dem das Endergebnis erst auf der abschließenden Powerstage entschieden werden sollte, wurde Ende 2014 von der FIA abgelehnt.

Das sportliche Format wird sich also in naher Zukunft nicht ändern. Technisch sollen die World Rally Cars mit dem neuen Reglement ab 2017 jedoch spektakulärer werden. "Für mich wäre es falsch, wenn man das Format und das Reglement komplett verändern würde. Es sollte andere Wege geben, wenn sie das Interesse erhöhen wollen", meint Ex-WM-Pilot Mikko Hirvonen. "Meiner Meinung nach muss der Rallyesport die Tradition respektieren."

Hirvonen weiter: "Okay, momentan dominiert ein Team, aber ich sehe nicht viel, das im Rallyesport falsch läuft. Es ist die Aufgabe des Promoters, eine gute Geschichte zu erzählen." Aus diesem Grund würde sich der Finne wünschen, dass die Aufmerksamkeit auch auf die Verfolger und Privatfahrer gelenkt wird: "Hinter den Top 3 gibt es viele interessante Dinge, die man im Fernsehen zeigen könnte. Deshalb denke ich, dass der Promoter etwas mehr tun könnte, um diese Kämpfe besser darzustellen."

Trotzdem fand Hirvonen die abgelaufene Saison nicht so schlecht, obwohl Volkswagen zum dritten Mal in Folge die Meisterschaft fast nach Belieben beherrscht hat: "Okay, Citroën steigt jetzt aus, aber mit Volkswagen, M-Sport und Hyundai waren einige Teams dabei. Durch die weltweite ökonomische Situation reduzieren die Hersteller ihre Budgets, gleichzeitig ist Volkswagen momentan sehr stark. Sie gewinnen praktisch alles, aber es gibt im Motorsport immer Teams, die vorne sind und andere, die versuchen aufzuholen. Ich hoffe, dass Hyundai mit dem neuen Auto die Lücke schließen kann. 2017 kommen dann Citroën und Toyota zurück. Hoffentlich ist der Wettbewerb dann besser."

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