RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye: Exklusiv

Umstrittene Angleichung überhaupt möglich?

Die von einer Arbeitsgruppe vorgeschlagene Angleichung von WRC und R5-Autos könnte die OSK in Verlegenheit bringen…

Michael Noir Trawniczek
Foto: IG Rallye Fotoservice/Daniel Fessl

Heftige Diskussionen löst zurzeit ein Papier einer Arbeitsgruppe aus, welches in Teilen welches von der OSK erbetene Vorschläge zur Vereinfachung des Rallye-Reglements sowie des Punktesystems beinhaltet. Letzteres wurde für 2015 an das internationale System (25-18-15….) angepasst – doch dieses System wurde für internationale Meisterschaften mit weitaus mehr als sieben Läufen entwickelt. Offenbar erkannte man nach zwei Jahren mit dem internationalen System: Nicht alles, was von „ganz oben“, von der Internationalen Automobilsportbehörde (FIA) kommt, passt auch national. Das zuvor in Österreich angewandte System (20-18-16…) wiederum ermöglicht, dass der Zweitplatzierte wegen der Powerstage mehr Punkte generieren kann, als der Sieger. Daher wäre ein System 20-16-14… ein möglicher Kompromiss…

Nicht ganz so einfach sieht die Lage bei der Klassenanpassung aus, vor allem eine mögliche Angleichung von WRC und R5 sorgt für heftige Diskussionen. Viele fragen sich, warum man erst die höchste FIA-Kategorie World Rally Cars zulässt, wenn sie ein Jahr später an die R5 angepasst werden sollen – in der Weltmeisterschaft fahren diese beiden Klassen in zwei unterschiedlichen Meisterschaften, WRC (World Rally Championship/World Rally Cars) und WRC2 (World Rally Championship2/R5 und S2000).

Österreich ist eines von wenigen Ländern, welches sich an die Zulassung der WRC herangetraut hat – wofür die OSK von Fans und Medien gleichermaßen viel Applaus erhielt. Die ORM 2016 hat so viel Interesse geweckt wie schon lange nicht…

Will man jetzt die beiden Klassen WRC und R5 für 2017 angleichen, steht man ziemlich alleine, sprich ohne Erfahrungswerte da. Für eine seriöse Angleichung bräuchte man die exakten Daten der Fahrzeuge - die World Rally Cars weisen jedoch von Jahrgang zu Jahrgang unterschiedliche PS-Zahlen aus. Laut Gerwald Grössing hat sein WRC Jahrgang 2013 genau 307 PS. Ein Skoda Fabia R5 soll 290 PS haben. Geradezu absurd ist es, dass mit dem von M-Sport für Bergrennen und eine nationale Rallye-Meisterschaft entwickelten R5plus-Set der R5 dann rund 320 PS haben soll. Der Unterschied zwischen der Königsklasse WRC und dem Herstellerkundenauto R5 dürfte tatsächlich nicht allzu groß sein – zumindest auf den ersten Blick. Allerdings ergibt sich dieser Unterschied aus einer Vielzahl von Komponenten.

Nur: Welche WRC will man nun angleichen? Seit ihrer Neueinführung im Jahr 2011 gab es drei Baustufen. Die eingangs erwähnte Arbeitsgruppe hat nun bei M-Sport um Daten gebeten. Erhält man hier die exakten Daten aller Baustufen? Müssen dann letztendlich nicht noch mehr unterschiedliche Restriktoren angewandt werden? Wird nur M-Sport befragt oder kann die OSK auch auf die Daten der anderen WRC zugreifen? Und wie verhält es sich mit R5plus? Experten befürchten, dass manche R5-Motoren den erhöhten Ansprüchen von R5plus nicht standhalten werden. Ein weiterer Punkt ist die Verwendung von Ethanol. Zurzeit ist dessen Verwendung erlaubt – welchen genauen technischen Unterschied gibt es in punkto Daten zwischen Benzin- und Ethanol-Betrieb?

Man merkt schnell: Die OSK müsste bei einer Angleichung von WRC und R5 sehr viele Daten studieren, eventuell sogar Messungen auf einem Prüfstand vornehmen. Hier lauert ein weiteres Reglement-Waterloo - erst im Vorjahr blamierte sich die heimische Sportbehörde mit ihrer Tankstellenspritaffäre. Zurzeit wirkt die von der Arbeitsgruppe vorgeschlagene Angleichung wie ein Tauziehen zwischen den Befürwortern einer Angleichung und deren Gegnern - ohne jedoch zu wissen, wo eigentlich die Mitte liegt. Die OSK wäre gut beraten, vor dem Beschluss einer Angleichung zu ermitteln, ob es mit den zur Verfügung stehenden Daten und Mitteln überhaupt eine seriöse Lösung geben kann. Es wäre schade, wenn man dem Aufwind der ORM den Wind aus den Segeln nehmen würde.

Soll es in der ORM eine Angleichung von WRC und R5 geben? Zur UMFRAGE.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye: Exklusiv

Weitere Artikel:

Neulinger & Lichtenegger in Skandinavien

Beide BRR-Youngsters beim nächsten ERC-Lauf

Maximilian Lichtenegger und Bernhard Ettel durften in Spanien jubeln - beim nächsten ERC-Lauf, auf skandinavischem Schotter, starten mit Neulinger und Lichtenegger gleich beide BRR-Youngsters.

ARC, Vipavska Dolina: Vorschau

Die heiß geliebte Rally Vipavska Dolina!

13 Teams der Austrian Rallye Challenge reisen diese Woche in die slowenische Stadt Ajdovscina, wo mit der Rally Vipavska Dolina die dritte Rallye der ARC steigen wird. Die einzige Auslands-Rallye wird von den erwähnten Teams heiß geliebt - daher hat sie auch heuer ihren wohl verdienten Platz im neun Rallyes umfassenden ARC-Kalender.

EHRC Historic Rally Fafe: Bericht Schindelegger

Sensationeller EHRC-Start in Fafe

Das Rallyeteam Schindelegger hat in Fafe bei der historischen Schotter- Europameisterschaft mit Gesamtplatz 6 einen Traum-Saisonstart hingelegt.

Die Rally Gran Canaria war Ilka Minors 150. WM-Rallye - Johannes Keferböck erfreute seine Copilotin mit gesteigerten Speed-Werten und einer zugleich souveränen Fahrt. Mit dem zweiten Platz im WRC Masters Cup konnte man die Tabellenführung weiter ausbauen.

Neue Bilder und Videos des Toyota-Prototyps für 2027 sind aufgetaucht - Das Auto sieht nun deutlich anders aus als beim vorherigen Test in Portugal