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Rallye: Hintergrund

Was kostet ein komplettes Car-Branding für eine Rallye?

Sie sind Firmenbesitzer und wollten schon immer ein Rallyeauto in ihrem Design starten sehen, dachten jedoch das sei astronomisch teuer? Sie irren…

Michael Noir Trawniczek
Foto: GM Corp.

„Mit einem Investment von 150.000 Euro im Jahr erzielten wir jede Saison einen Medienwert von über zwei Millionen Euro“, schreibt der frühere Ditech-Boss Damian Izdebski in seinem Buch „Meine besten Fehler“ über seine erfolgreiche Kampagne mit Beppo Harrach. Und gegenüber motorline.cc erklärte Izdebski anlässlich seiner Buchpräsentation im Jahr 2015: „Das Sponsoring im Rallyesport gehört ganz und gar nicht zu meinen Fehlern – es war vielmehr die beste Marketingaktion, die wir je gemacht haben!“

150.000 Euro sind kein Pappenstiel – doch nicht immer müssen solche Summen berappt werden. motorline.cc wollte wissen: Was kostet ein Car-Branding bei einem der aufkommenden Stars der Rallyeszene, bei einem „jungen Wilden“ oder einem Neueinsteiger? Wie viel muss man bezahlen, wenn man für eine Rallye das komplette Auto eines Jungpiloten branden möchte?

Bereitwillig Auskunft gibt Luca Waldherr. Der 22-jährige Sohn des bei einem tragischen Arbeitsunfall ums Leben gekommenen Andreas Waldherr möchte den Weg seines Vaters fortsetzen – der langjährige Kartrennfahrer hat im Vorjahr im Corsa Cup Rallyeluft geschnuppert und heuer im Adam R2 Cup bereits mehrmals bewiesen, dass er zu den „jungen Wilden“, zu Österreichs Rallyehoffnungen gehört. Auch er ist abhängig von Sponsoren, ohne sie ist eine volle Saison nicht zu bewältigen...

Komplett-Branding ab 3.000 Euro pro Rallye

Was also würde es kosten, den Adam R2 komplett für eine Rallye zu branden? Luca sagt ganz offen: „Um 7.000 Euro bist du dabei. Dann stehst du als einziger Sponsor auf dem Auto, das auch komplett in dem von dir bestimmten Design foliert wird. Die Folierung selbst ist da nicht inkludiert, die kostet bei mir 1.500 Euro.“ Legt man weitere 1.500 Euro dazu, also um einen Gesamtpreis von 10.000 Euro kann man direkt vor der Rallye einen Event auf einer abgesperrten und gesicherten Strecke abhalten, um beispielsweise Firmenmitgliedern oder Kunden das unvergleichliche Abenteuer zu ermöglichen, auf dem „heißen Sitz“ von Luca Waldherr Platz zu nehmen.

Ein anderer Youngster des Rallyesports, Marvin Lamprecht, der in einem Mitsubishi Lancer Evo zurzeit die Wertung der Junioren-ARC (Austrian Rallye Challenge) anführt, gibt für ein solches Komplett-Branding sogar nur 3.000 Euro pro Rallye an, exklusive der Folierungskosten. Auch Dominik Schilcher, der bei der Kärnten-Rallye sein Debüt gegeben hat, gibt 3.000 Euro als Kosten für ein Komplett-Branding für eine Rallye an.

Der Unterschied ergibt sich daraus, dass Luca Waldherr quasi in der obersten Liga spielt, in der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft (ORM) im Rahmen des Adam R2 Cups fährt und so auch zu wertvoller Sendezeit im ORF kommt. Es genügt ein Blick in die Preisliste des ORF für herkömmliche Werbesekunden, um den Wert eins Car-Sponsoring erahnen zu können. Waldherrs Auto beispielsweise wurde unlängst auf dem Cover einer bekannten Fachzeitschrift platziert…

Neben der eingangs erwähnten wertvollen Medienbeachtung kann ein in den Firmenfarben gebrandetes Auto mit relativ wenig weiteren Kosten, beispielsweise für einen professionellen Fotografen, in der eigenen Werbung/Präsentation noch über Jahre hinweg genutzt werden….

Es wird nicht gerne über Geld geredet – daher ist es durchaus möglich, dass einige Firmenchefs bislang gar nicht wussten, dass man schon zu den hier genannten Preisen ein komplettes Auto branden kann. Natürlich nicht das Auto eines Staatsmeisters, aber eines aufstrebenden Jungpiloten – den Sympathiewerten innerhalb der Rallyeszene wäre ein solches Engagement sicher zuträglich, für manche Firma würde sich daraus vielleicht sogar eine völlig neue Zielgruppe ergeben. Jetzt zumindest weiß man es – und man darf gespannt sein, ob es bei einzelnen Rallyes zu kompletten Car-Brandings kommen wird…

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