RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Analyse

Mads Østberg: Karriereneustart WRC2?

Mads Østberg erwägt, seiner Karriere in der WRC2-Kategorie neuen Schwung zu verleihen, weiß aber um die Risken dieses Rückschritts.

Nach vier Jahren als Fahrer für Herstellerteams wie M-Sport oder Citroën musste Mads Østberg seine Erwartungen für die Saison 2017 der Rallye-WM zurückschrauben. Mit dem familieneigenen Privatteam Adapta stand er mit einem (offiziell von M-Sport genannten) Ford Fiesta WRC bei acht der 13 WM-Rallyes am Start, kam dabei jedoch nicht über einen fünften Platz hinaus. Auch finanziell war das gemeinsam mit Martin Prokops JipoCar realisierte Projekt nicht allzu solide aufgestellt.

"Es war schwierig. Die Kosten waren enorm, aber wir haben es versucht und waren die einzigen, die mit einem 2017er-Auto gefahren sind", sagt Østberg über den Mangel an Privatfahrern in aktuellen WRCs. "So können wir aber nicht weitermachen", schließt der Norweger eine Fortsetzung des Engagements aus. Tatsächlich: Sein neuer Ford Fiesta WRC steht schon wieder zum Verkauf.

Wie es mit Østberg im nächsten Jahr weitergeht, ist derzeit noch völlig unklar. "Ich rede momentan mit vielen Leuten. Es könnten zwei Rallyes werden oder zwölf", grübelt er. Eine Möglichkeit sei auch, in die WRC2-Kategorie zurückzukehren, um dort mit guten Ergebnissen seiner Karriere neuen Schwung zu verleihen und so vielleicht wieder auf den Radarschirm der Werksteams zurückzukehren.

"Ich würde erwarten, dass ich Rallyes gewinnen oder zumindest vorne mitfahren kann", traut sich Østberg in der R5-Divison der Rallye-WM Spitzenergebnisse zu. Allerdings wäre der Schritt zurück für ihn auch mit einem Risiko verbunden, sollten Erfolge ausbleiben. "Ich hätte eine Menge zu verlieren, wenn ich in die WRC2 zurückgehe. Wenn ich dort nicht gewinne, wäre es an der Zeit zu gehen. Das möchte ich aber noch nicht", sieht Østberg die Kategorie als möglichen Karrierekiller.

Allerdings gibt auch Beispiele dafür, dass die WRC2 auch für etablierte Piloten eine gute Zwischenlösung sein kann. So ist z.B. Andreas Mikkelsen dort in diesem Jahr an den Start gegangen, nachdem er nach dem Rückzug von Volkswagen ohne WRC-Cockpit war. Nach zwei Klassensiegen für Škoda ging dann für den Norweger zunächst eine Tür bei Citroën auf, ehe er anschließend bei Hyundai eine neue sportliche Heimat fand.

Als Vorbild sieht Østberg seinen Landsmann aber nicht. "Andreas ist in der [Vorgängerserie; Anm.] SWRC und der WRC2 gefahren. Er kennt diese Klasse gut, ich weiß hingegen nicht so viel darüber; und dort gibt es auch sehr gute Fahrer", erkennt Østberg trotz sporadischer Rallye-EM-Gaststarts bei sich einen Erfahrungsrückstand im Umgang mit R5-Autos.

Den Helm an den Nagel zu hängen ist für den Norweger derzeit keine Option. "Ich werde nicht aufgeben. Ich bin erst 30 und habe in diesem Sport noch viele Jahre vor mir", sagt Mads Østberg. "Ich kenne mein Potenzial und bin motivierter denn je. Deswegen kämpfe ich darum, für 2018 alles klar zu machen. Ich will wieder Werksfahrer werden."

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Analyse

Weitere Artikel:

Die interessante. spannende Rebenland Rallye hat einige Fragen zum sportlichen Geschehen aufgeworfen - wir haben bei unserem Kolumnisten Achim Mörtl nachgefragt…

Die WRC kehrt 2027 nach Großbritannien zurück - allerdings nicht nach Wales: Eine neue Rallye in Schottland soll nach sieben Jahren Pause das Comeback bringen

ARC, Lavanttal Rallye: Vorschau Nothdurfter

One more try – one more chance

Nach zwei Jahren steht für Alfons Nothdurfter wieder einmal ein Start in Wolfsberg und Umgebung auf dem Programm, es wird sein erstes Antreten im Lavanttal mit Christian Roschker und dem noch nicht lange im Besitz befindlichen Ford Fiesta Proto sein.

Alpenfahrt Revival 2026: 1. Vorschau

Starterfeld nimmt langsam Formen an

Bis jetzt haben bereits 24 Mannschaften ihre Nennung abgegeben - Super-Star wird Rallye Ex-Weltmeister Stig Blomqvist mit Arne Hertz sein

In Erinnerung an Craig Breen

Hyundai fährt Rallye Kroatien im Sonderdesign

Drei Jahre nach dem tödlichen Unfall von Craig Breen erinnert das Hyundai-Werksteam mit einer speziellen Lackierung an seinen verunglückten Stammfahrer