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ORM: Jännerrallye 2019

J. Wagner: Sensation perfekt

Julian Wagner gewinnt die Jännerrallye, das bedeutet auch gleichzeitig den ersten Sieg beim ersten Start mit dem Skoda Fabia R5.

Fotos: Harald Illmer

Gleich bei seinem ersten Start mit dem Skoda Fabia R5 hat Julian Wagner die 34. Internationale Jännerrallye gewonnen. Für den 23jährigen ist es der erste Gesamtsieg bei einer zur ORM zählenden Rallye. Ein Sieg, der mit Bestzeiten auf 14 von 16 Sonderprüfungen und einem Vorsprung von 8:21,1 Minuten auf den Zweitplatzierten Gerald Rigler mehr als deutlich ausgefallen ist.
Schon am ersten Tag war Julian Wagner gemeinsam mit Co Pilotin Anne Katharina Stein, bei zum Teil tiefwinterlichen, schwierigsten Verhältnissen, fulminant unterwegs, holte Bestzeiten auf den ersten sieben Sonderprüfungen und einen Vorsprung von knapp zwei Minuten auf seinen Bruder Simon heraus. Erst ein technisches Gebrechen auf der achten und letzten Sonderprüfung am Freitag verhinderte den glatten Durchmarsch des Mauthauseners. Ein Gelenk am Schaltgestänge ist gebrochen und Wagner musste die Hälfte der Prüfung im zweiten Gang zurücklegen. Dadurch verlor der Skoda Pilot viel Zeit. Vom einst so komfortablen Vorsprung sind am Ende des Tages gerade einmal 20,7 Sekunden übrig geblieben.
Nach dem Regrouping am Ende des ersten Tages musste Julian Wagner am Samstag als Erster starten und so den Schneepflug für die Konkurrenz machen. Doch auch mit dieser Situation und mit der angekündigten Attacke seines Bruders Simon wusste Wagner, bei seinem erst zweiten Antreten bei der „Jänner“, meisterhaft umzugehen. Wagner eröffnete den Tag wieder mit zwei Bestzeiten und baute den Vorsprung erneut aus. Als Simon Wagner auf SP13 ausfiel, betrug der Vorsprung auf den neuen Zweiten Gerald Rigler plötzlich fast sieben Minuten. Eine abermals neue Ausgangsposition, denn nun war Verwalten angesagt. Die letzten beiden Prüfungen trug der 23jährige seinen von BRR gestellten Skoda Fabia R5 förmlich durch das Mühlviertel dem Ziel entgegen. Am Samstag kurz vor 19.00Uhr war die Sensation schließlich perfekt. Wagner, der bei der Jännerrallye ein erstes Mal in seiner Karriere ein vierradgetriebenes Auto an den Start brachte, der seine ersten Sonderprüfungen bei Dunkelheit absolvierte und erstmals bei einer Rallye auf Schnee unterwegs war, holte sich den Sieg bei der 34. Auflage der Jännerrallye!

Julian Wagner nach seinem Sieg

„Wenn mir vor zwei Wochen jemand gesagt hätte, dass ich hier gewinne, hätte ich es nicht geglaubt! Wenn es mir nach dem ersten Tag jemand gesagt hätte, hätte ich es noch immer nicht geglaubt und irgendwie kann ich es jetzt auch noch nicht fassen! Die Momente nach der letzten Sonderprüfung, als der Sieg festgestanden ist, waren sehr emotional.

Meine Co Pilotin hat vor Freude geweint, mein Mentor Raimund Baumschlager war den Tränen nahe und auch ich habe Wasser in den Augen gehabt! Wir waren in den letzten beiden Tagen mit so vielen, für mich neuen Situationen konfrontiert, dass ich sicher ein wenig Zeit brauche, um alles zu verarbeiten. Die Sichtverhältnisse mit Nebel, Schneefall und Dunkelheit waren brutal. Das Vorausfahren am zweiten Tag war ebenso eine große Herausforderung für mich. Ich war noch nie in dieser Situation und hatte bei zum Teil massiven Schneeverwehungen keine Spuren zur Orientierung. Phasenweise konnte ich die Straße nur auf Grund der Schneestangen ausmachen. Und nach dem Ausfall meines Bruders mit dem Vorsprung von über sieben Minuten umzugehen, war auch keine leichte Aufgabe für mich. Der Druck war weg und sofort haben sich kleine Fehler eingeschlichen. Auch daraus habe ich viel gelernt. Am Ende hat es aber unheimlich viel Spaß gemacht und es waren die besten zwei Tage meiner Karriere. Wir haben die härteste Rallye Österreichs noch dazu bei so schwierigen Verhältnissen gewonnen! Darauf können wir sehr stolz sein. Schade, dass Hermann Neubauer so früh ausgeschieden ist und später auch noch mein Bruder Simon. Der Vergleich mit den beiden über die gesamte Distanz wäre interessant gewesen. Trotz des ersten Gesamtsieges bei einem ORM Lauf verschwende ich sicher keinen Gedanken an die Meisterschaft. Ich bin jetzt gerade einmal 350 Kilometer mit dem Fabia R5 gefahren und habe daher noch immer viel zu lernen. Das ist unsere Devise für die nächsten Monate.“

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