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ERC: Ungarn-Rallye

Chris Ingram ist Rallye-Europameister

Im chaotischen, letzten ERC-Lauf in Ungarn konnte sich der Brite auf den letzten Metern den EM-Titel sichern.

Michael Hintermayer Fotos: FIAERC

122 gestartete Teams, 56 davon erreichten das Ziel. Dies sagt viel über die Bedingungen beim letzten Lauf der Rallye-Europameisterschaft in Ungarn aus. Aus einer Bestzeitenjagd wurde schnell ein Kampf ums Überleben, da starke Regenfälle um die beschauliche Stadt Nyíregyháza im Nordosten Ungarns, die Rallye zu einer wahren Schlammschlacht machten.

Aquaplaning, Schlamm und schlechte Sichtverhältnisse waren am Programm. So manch ein Pilot bezweifelte, ob man dies als „Rallyefahren“ bezeichnen darf. Doch es schadete dem sportlichen Teil nur wenig, denn spannender kann ein Finale nicht ausfallen.

Drei Piloten hatten die Chance, beim letzten Lauf den ERC-Titel mit nach Hause zu nehmen: Alexey Lukyanuk (Citroën), Chris Ingram (Škoda) und der Pole ?ukasz Habaj (Škoda). Schon auf der sechsten SP erwischte es Habaj, der seinen Škoda nachhaltig verformte und aus dem Rennen um den Titel ausschied.

In der langen Ausfallsliste findet sich auch Niki Mayr-Melnhof im Ford Fiesta R5 wieder. Der Staatsmeister touchierte schon auf der zweiten SP eine Mauer, in SP3 war nach einem Getriebedefekt endgültig Schluss. Unter „Super Rally“ konnte man die Fahrt wieder aufnehmen, mehr als Gesamtrang 18 war aber nicht mehr zu erreichen.

Vor der vorletzten Prüfung (die Letzte musste abgesagt werden) führte Lukyanuk, der die Rallye bis dorthin ohne Zweifel dominierte. Ingram befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem dritten Platz der Wertung und hatte nur noch eine kleine Chance, den Titel mit nach Hause zu nehmen. Doch dann passierte es: Sowohl Lukyanuk, als auch Ingram wurden durch einen platten Reifen eingebremst. Lukyanuk blieb stehen, um zu wechseln, während Ingram seinen Škoda ins Ziel schleppte.

Beide rutschten in der Tabelle um einen Platz zurück: Lukyanuk auf P2, Ingram auf P4. Damit schließt Lukyanuk das Jahr mit 132 Punkten ab, Ingram mit 141 Zählern.

„Es war ein langer, steiniger Weg bis hierher. Aber wir haben es geschafft. Danke an alle, die mir dabei geholfen haben“, bedankte sich der 25-Jährige Brite. Lukyanuk hingegen war weniger Gesprächig, er beendete die mediale Saison mit einem hochinformativen „ich sage gar nichts mehr.“

Grund zur Freude hatten auch die BRR-Piloten Albert von Thurn und Taxis mit Co Bernhard Ettel (Škoda) und Norbert Herczig (VW), die auf dem siebenten und fünften Gesamtrang das Ziel erreichten. Der unerwartete Sieger lautet Frigyes Turán (Škoda).

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