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Rallye-WM: News

Rallye Monte-Carlo ohne Monaco sinnlos?

Dass die Rallye Monte-Carlo heuer das Fürstentum mied, stößt auf Kritik – Mäkinen: "Wir starten die Rallye mitten in Frankreich!"

Die Rallye Monte-Carlo ist eine der berühmtesten und geschichtsträchtigsten Motorsportveranstaltungen der Welt. Zum ersten Mal wurde sie im Jahr 1911 ausgetragen. Das Flair des kleinen Fürstentums sowie die Prüfungen im meist winterlichen Umland der französischen Seealpen haben jahrzehntelang für den besonderen Charme gesorgt. Nach der 87. Ausgabe vor einer Woche regte sich Kritik, denn die diesjährige Rallye blieb Monte Carlo beinahe gänzlich fern.

So hat es heuer nicht einmal mehr den zeremoniellen Start auf dem Casinoplatz oder sonstwo im Küstenstaat gegeben. Stattdessen fand er im Zentrum von Gap statt, der Heimatstadt von Sébastien Ogier, wo der spätere Sieger dementsprechend gefeiert wurde. Auch der Großteil der Sonderprüfungen wurden im bergigen Umland von Gap gefahren. Erst spät am Samstag Abend machten die Teilnehmer einen kurzen Abstecher ins namensgebende Fürstentum, um dann am Sonntag nördlich davon die letzten Prüfungen zu absolvieren.

Servicezone gab es im Fürstentum jedoch keine; dass die Rallye kaum Berührungspunkte mit Monte Carlo, einem Stadtteil Monacos, hatte, stieß auf Kritik. Vor allem der zeremonielle Start, der einige Jahre lang auf dem Platz vor dem Casino stattfand, wurde vermisst. "Wir haben das extrem ausgeschlachtet, aber dann ließ das Interesse nach", begründete Oliver Ciesla als Vertreter der WRC Promoter GmbH diese Entscheidung. "In diesem Jahr haben wir es nicht gemacht, und jetzt fragen die Leute danach."

Einer der Kritiker ist Toyota-Teamchef Tommy Mäkinen, der die 'Monte' selber vier Mal, von 1999 bis 2002, gewonnen hat: "Als ich noch gefahren bin, war die Basis immer in Monte Carlo. Es herrschte immer eine fantastische Atmosphäre. Man wusste, dass man in Monte Carlo ist. Das war jetzt nicht mehr der Fall. Wir starten die Rallye mitten in Frankreich. Die 'Monte' muss wieder nach Monte Carlo. Diese Rallye muss eine größere Herausforderung sein. Warum starten wir nicht in Monte Carlo und fahren dann eine lange Schleife mit einer provisorischen Servicezone auf halben Wege?"

Für die Teams und ihre Sponsoren waren vor allem die Fotos und TV-Aufnahmen in Monaco selbst sehr wichtig, denn die Bilder des glamourösen Ambientes gingen um die Welt. "Wir werden das mit dem Automobilclub von Monaco besprechen, ob wir es für nächstes Jahr wieder machen", hielt sich Ciesla alle Optionen offen. "Es ist für die Teams und Sponsoren auch gut, um Gäste für die erste Rallye des Jahres einzuladen. Monte Carlo ist eine Topadresse."

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