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Arctic Lapland Rally 2019

Kalt, kälter, Arctic Lapland

Gleich vier Teams aus Österreich suchten die besondere Herausforderung: Rigler, Strobl, Mayer, Lietz. Ins Ziel schaffte es nur einer...

Noir Trawniczek
Fotos: Timo Pullikka / Tipu.Kuvat.Fi, WMM

"Als wir in Finnland angekommen sind und ich die äußeren Bedingungen gesehen habe, war mein erster Gedanke: Warum tust du dir das eigentlich noch an?", gibt Walter Mayer ganz offen zu. Der Gießhübler, der in zwei Wochen seinen 71. Geburtstag feiert, machte sich mit dem Abenteuer Arctic Lapland Rally quasi selbst ein Geschenk - nachdem er seinen Peugeot verkauft hatte, wurde das Abenteuer in einem angemieteten Citroen DS3 R5 bestritten, aus dem "Gebetsbuch" las Jürgen Heigl. Mayer kennt diese schwierige Rallye, die Jahr für Jahr auch prominente Fahrer anlockt (einst etwa Kimi Räikkönen, heuer Formel 1-Pilot Valtteri Bottas, der mit dem fünften Gesamtrang glänzen konnte) - Walter Mayer wusste also, worauf er sich einlässt. Doch heuer waren die Bedingungen besonders knifflig: Bis zu minus 40 Grad stellten eine Herausforderung für Mensch und Maschine dar, es gab auch zahlreiche technische Ausfälle, dazu kommt ein diffuses Licht und sehr viel Dunkelheit.

Philipp Lietz, den diese Herausforderung ebenfalls angelockt hat, erzählt motorline.cc: "Um 9 Uhr morgends wird es hell, um 15 Uhr wird es bereits wieder dunkel." Die klirrende Kälte machte auch dem gut trainierten Niederösterreicher zu schaffen: "Wir wussten ja, was uns erwartet - aber es war überraschend, wie schlimm die Kälte zum Beispiel in den Füßen zu spüren war." Lietz fuhr mit seinem finnischen Kumpel Jussi Kumpumäki in einem Subaru Impreza STI R4: "Ein gutes Auto aus dem Hause Tommi Mäkinen - aber manchmal hast du einfach Pech." So gab schon auf der ersten Prüfung das Differential seinen Geist auf - aufgeben wollte man freilich nicht, am Samstag wurde das Abenteuer fortgesetzt. Auf SP6 konnten Lietz/Kumpumäki dann auch die 35. Gesamtzeit sowie Platz 5 in der Klasse SM2 belegen. "Da sind wir jedoch relativ human gefahren", merkt Philipp an.

Doch ein schrittweises Herantasten an das Limit war Lietz nicht gegönnt, denn schon auf der nächsten Prüfung kam das Aus: "Zunächst hatten wir noch Heckantrieb - was eine interessante Erfahrung war, ein Subaru mit Heckantrieb. Als wir dann ausgerollt sind, war da zum Glück die Feuerwehr, die uns heißen Tee servierte, denn es gibt dort Stellen, wo du bei minus 40 Grad lieber nicht strandest." Der "Rallye-Hunger" ist bei Philipp Lietz nun alles andere als gestillt: "Ich bin sogar noch mehr moitiviert - denn solche Herausforderungen prägen einen mehr als ein Sieg."

Das wird sich wohl auch Alex Strobl gedacht haben, der sich nicht zum ersten Mal an der Arctic Lapland Rally versuchte und aber schon auf SP2 ein technisches Aus zu beklagen hatte. Ebenfalls auf SP2 mussten "Schraubi" Gerald Rigler und Copilot Martin Rossgatterer ihr arktisches Abenteuer für beendet erklären.

So blieb Walter Mayer die Ehre, im Ziel Österreichs Fahnen hochzuhalten - er beendete die Arctic Lapland Rally 2019 auf Gesamtrang 36. Angesichts der Strapazen und der schlechten Sicht versicherte er aber: "Das war meine letzte Arctic Lapland Rally." Doch wer mit 70 ein solches Abenteuer besteht, braucht sich wahrlich nicht genieren...

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