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WRC Rallye Italien 2020: Dani Sordo zittert sich zum Sieg Dani Sordo feierte auf Sardinien seinen dritten WRC-Sieg
Motorsport Images

WRC Rallye Italien 2020: Dani Sordo zittert sich zum Sieg

Dani Sordo verteidigt bei der Rallye Italien seinen Sieg aus dem Vorjahr, gerät am Schlusstag aber noch gewaltig unter Druck von Ogier und Neuville

Dani Sordo (Hyundai) hat die Rallye Italien, sechster Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2020 gewonnen und damit seinen Sieg aus dem Vorjahr wiederholt. Allerdings machte es der routinierte Spanier am Schlusstag noch einmal spannend und hätte einen Vorsprung von rund einer halben Minute auf Sebastien Ogier (Toyota) und Thierry Neuville (Hyundai) bei den letzten vier Wertungsprüfungen fast noch verspielt.

Im Ziel betrug Sordos Vorsprung auf Neuville nur noch 5,1 Sekunden. Ogier, der vom Belgier bei der abschließenden Powerstage noch von Rang zwei verdrängt wurde, lag 6,1 Sekunden hinter Sordo. Der WM-Führende Elfyn Evans (Toyota) verpasste als Vierter das Podium und büßte dadurch einen Teil seines Vorsprungs in der Meisterschaftswertung ein.

"Wunderbar! Mit meiner Leistung heute bin ich nicht wirklich zufrieden, aber wir haben es nach Hause gebracht. Ich freue mich sehr", sagt der 37-jährige Sordo nach dem dritten Sieg seiner WRC-Karriere.

Neuville fängt Ogier bei der Powerstage ab

Die Grundlage dafür hatte er am Freitag gelegt, als er seine Startposition zehn ausnutze und mit Bestzeiten bei vier der sechs Wertungsprüfungen an die Spitze fuhr. Diese verteidigte Sordo am Samstag, allerdings fuhr Ogier die Lücke etwas zu. Dennoch schien Sordos Vorsprung von 27,4 Sekunden bei noch 41,50 zu fahrenden Kilometern mehr als beruhigend.

Doch Ogier und in seinem Kielwasser Neuville griffen am Schlusstag noch einmal an, wobei sich ein spannendes Duell der beiden entwickelte. Vor der abschließenden Powerstage lag Neuville 1,7 Sekunden hinter Ogier. Auf den letzten 6,89 Kilometern wandelte der Belgier diesen Rückstand in einen Vorsprung von 1,0 Sekunden um.

"Ich war am Limit und habe sehr hart gepusht. Es war das ganze Wochenende lang intensiv, ich habe alles gegeben, mehr war nicht drin", sagt Ogier, der durch den Positionstausch drei im Kampf um den WM-Titel möglicherweise wertvolle WM-Punkte verlor.

Enttäuschung nach Rang sechs bei Ott Tänak

Evans betrieb mit Rang vier und zwei Punkten aus der Powerstage Schadensbegrenzung und büßte unter dem Strich nur vier seiner vorher 18 Punkte Vorsprung auf Ogier ein. Der Waliser hatte sich am Freitag, als er als Erster in die Prüfungen startete, fast eine Minute Rückstand eingehandelt und war am Samstag und Sonntag nicht in der Lage, diese Lücke entscheidend zuzufahren.

Fünfter und damit bester Ford-Pilot wurde Teemu Suninen. Der Finne hatte nach dem ersten Tag noch auf Rang zwei gelegen, war aber nach Problemen mit der Handbremse am Samstag zurückgefallen. "Der Start in die Rallye war gut, da waren wir richtig schnell. Bei den schnellen Prüfungen hatten wir Probleme. Daran müssen wir arbeiten", sagt Suninen.

Sechster wurde der amtierende Weltmeister Ott Tänak (Hyundai), dessen Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung damit immer mehr schwinden. Der Este war am ersten Tag durch einen Aufhängungsdefekt zurückgeworfen worden, sicherte sich am Schlusstag aber immerhin den Sieg bei der Powerstage und damit fünf zusätzliche WM-Punkte. "Es ist enttäuschend, aber so ist es nun einmal", meint Tänak. "Nichts, was wir ändern könnten. Wir werden weiter angreifen und schauen, was möglich ist."

Huttunen bester R5-Fahrer

Bestplatzierter Fahrer eines R5-Autos war auf Gesamtrang acht Jari Huttunen (Hyundai), der damit auch die WRC3-Wertung gewann. Der Finne hatte 1:21,2 Minuten Vorsprung auf Kajetan Kajetanowicz (Skoda). Drittbester R5-Fahrer und Sieger der WRC2-Wertung für werksunterstützte Autos wurde Pontus Tidemand (Skoda).

Nicht ins Ziel kamen Esapekka Lappi (Ford) und Kalle Rovanperä (Toyota). Lappi hatte seinen Ford Fiesta WRC bereits am Freitag mit einem Motorschaden abstellen müssen. Rovanperä war am Samstag bei der achten WP mit seinem Auto angeschlagen, welches vor Ort nicht repariert werden konnte.

In der WM-Wertung liegt nach sechs von derzeit acht geplanten Rallyes Evans mit 111 Punkten weiter an der Spitze. Ogier hat als Zweiter 97 Punkte auf dem Konto. Neuville verbesserte sich mit nun 87 Punkten auf Rang drei, Tänak (83) fällt auf Rang vier zurück.

Hyundai in der Herstellerwertung nun vorne

In der Herstellerwertung hat Hyundai durch den Doppelsieg auf Sardinen die Führung übernommen. Mit 208 Punkten liegt das Team des südkoreanischen Herstellers nun sieben Zähler vor Toyota (201). M-Sport belegt mit 119 Punkte abgeschlagen Rang drei.

Weiter gehen soll es mit der Rallye-WM vom 19. bis 22. November mit der erstmals im Rahmen der WM ausgetragenen Ypren-Rallye in Belgien.

Motorsport-Total.com

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