RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM/DRM, 3 Städte Rallye: Vorschau
Foto: Harald Illmer, Daniel Fessl/Faksimile: Austria Motorsport

Deutsch-österreichische-Freundschaft: 5 Titelfighter in 2 Meisterschaften!

Neubauer versus Wagner in ORM, Titel-Dreilkampf in DRM - schnelle SPs in D, kurvige in Ö: Die 3 Städte Rallye wird ein Happening. Und: Was Simon Wagner fasziniert...

Noir Trawniczek

Simon Wagner 55, Hermann Neubauer 21 Punkte - so sieht es im ORM-Duell vor dem dritten von vier respektive mit Nullrunde Redstag vierten von fünf Läufen , der 3 Städte Rallye (14. bis 16. Oktober) aus. Vorteil Wagner, könnte man sagen - doch: Mit den Powerstagepunkten sind noch 56 Zähler zu vergeben, Streichresultate gibt es bei nur fünf gefahrenen respektive vier mit Punktevergabe gesegneten Läufen freilich nicht...

Hermann Neubauer, Staatsmeister der Jahre 2016 und 2019 braucht, will er seine Chancen auf einen dritten Titel aufrechterhalten, natürlich einen Sieg und am Besten noch drei Powerstage-Punkte dazu. Dann hätte er 49 Punkte am Konto, Simon Wagner würde selbst bei einem Ausfall die Tabellenführung mit sechs Zählern Vorsprung behalten. Würde Wagner hinter Neubauer Platz zwei in der Rallye und auch auf der Powerstage belegen, würde er mit 26 Punkten Vorsprung zur finalen Rallye W4 anreisen. Würde Wagner mit oder ohne Powerstage-Bestzeit gewinnen und Neubauer Platz zwei belegen, so würde dem Salzburger auch die Powerstage-Bestzeit nicht helfen: Simon Wagner wäre - auch wenn beide Titelfighter ausfallen sollten - vorzeitig Staatsmeister 2021.

Das Beste aus 2 Meisterschaften

Doch all diese Rechnungen sind quasi ohne dem deutschen Gastgeber gemacht - denn die 3 Städte Rallye ist in der Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) ebenfalls der vorletzte Lauf und es gibt mit Dominik Dinkel (89 Punkte), Marijan Griebel (88) und Julius Tannert (72) gleich drei Piloten mit realen Chancen auf den Titel. Dem Reglement zufolge hätte der Veranstalter die Rallye mit einigen DRM-Piloten eröffnen können, doch Rallyeleiter Andreas Dinzinger winkt ab: „Das wollten wir nicht! Denn diese Rallye wird ein echtes Highlight und es treten die Besten der beiden Staatsmeisterschaften in direkter Abfolge an.“

So wird Dinkel mit Stnr 1 eröffnen, es folgen Wagner, Griebel, Neubauer und Tannert - Simon Wagner ist fasziniert: „Nicht nur Hermann sondern auch die eng beieinander liegenden deutschen Titelkandidaten müssen allesamt voll attackieren und damit im besten Fall auch ihr volles Potential entfalten, es sind drei verschiedene rally2-Fabrikate vertreten, das wird höchst interessant.“ Und Simon selbst? Mit einem spitzbübischen Grinsen sagt er: „Naja, voll attackieren müssen würde ich nicht - doch ich bin sicher, dass uns unsere oberösterreichischen Fans zahlreich unterstützen werden und natürlich willst du vor den Freunden auch den Sieg holen.“ Nicht wenige haben Simon ganz oben auf ihrer Rechnung, dem in der ORM heuer noch Unbesiegten ist das bewusst, sagt aber : „Die Favoritenrolle annehmen tu ich mal lieber nicht...“

Gute Mischung

Nach den fünf Titelfightern komplettieren Keferböck/Minor (vor dem Crash im Hartbergerland vor Dinkel platziert), Riedemann, die Baumschlager-Piloten Kreisel (im Benzin-Fabia) und Von Thurn und Taxis (mit Bernhard Ettel) sowie Gerald Rigler (wieder im Fiesta R5 bzw. rally2) die spannungverheißenden Top 10. Bunt gemischt nicht nur DRM- und ORM-Teams, sondern oftmals auch in den Teams selbst...

Bunt gemischt aber auch die Prüfungen - jene auf deutschem Boden sollen dem Vernehmen nach auch „typisch deutsch“, also schnell, jene auf österreichischem Boden ebenso „typisch“, sprich kurvenreich sein. Wagner nickt: „So etwas habe ich auch gehört - und das wiederum oftmals auf dem gleichen ‚Ringerl‘. Da wird nicht nur die Reifenwahl, sondern auch die Setup-Erstellung zu einer echten Challenge. So soll es sein...“

Stark umkämpfte ORM2WD

Mindestens sechs Teams hätten in der ORM2WD zumindest theoretische Titelchancen - nachdem Christoph Lieb nicht startet und Luca Waldherr im Opel e-Rally Cup um den Vizemeister kämpft, bleiben Roland Stengg mit 30 Punkten, Michael Röck (29/beide auf Opel Corsa rally4), der Tscheche David Stefan (28/Peugeot 208) und Fabian Zeiringer (23) als ernsthafte Titelfighter, dazu kommen bekannt starke Piloten wie Sulzinger, (mit Jürgen Heigl), Rossgatterer oder der junge Deutsche Rene Noller (mit Anne Katharina Stein), der in der DRM zuletzt in der Klasse RC4 unbesiegt blieb...

Apropos Klassen: Seit 2020 sind sämtliche Lizeninhaber von FIA-ASNs in der ORM punktberefchtigt - soferne sie in Klassen an den Start gehen, die von der AMF ausgeschrieben wurden. Jene Teams der in Deutschland ausgeschriebenen Klassen NC1 bis NC9 sowie RC5N sind daher nicht in der ORM punktberechtigt, sollte ein solches Team in die Top 15 gelangen, werden die Teams dahinter nachgerückt. Potential dafür gibt es: In der starken NC1 etwa sind Manuel Kößler (Subaru), Hermann Gaßner (Mitsubishi) oder Florian Auer genannt. Insgesamt sind weit mehr als 100 Teams am Start, auch der Mitropa Cup ist vertreten, dazu kommt das Feld des Opel e-Rally Cups.

Für die nicht nur im Rallyesport oft und gerne gepflegte „deutsch-österreichische Freundschaft“ ist die bevorstehende 3 Städte Rallye ein echtes Happening. In Österreich folgen mit der Herbstrallye (Finale HRM & ARC/24.10.) und dem ORM-Finale bei der Rallye W4 (5.-6.11.) noch zwei weitere „Gustostückerl“...

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

TEC7 ORM2, Lavanttal Rallye: Bericht

Lokalmatador Lichtenegger holt ORM2-Sieg

Am Ende einer angesichts der wechselnden Witterungsbedingungen schwierigen Rallye gab’s den Premieresieg des jungen Kärntner Lokalmatadors Maximilian Lichtenegger, der gemeinsam mit seinem routinierten Copiloten Bernhard Ettel im Renault Clio Rally3 triumphierte.

Bei der LASERHERO Lavanttal-Rallye powered by Dohr – Wolfsberg / SG TOOLBOX in Wolfsberg sind viele Toppiloten, u.a. Michael Lengauer, nicht mehr dabei / Es führt Simon Wagner knapp vor Hermann Neubauer / Kärntner Talent Maximilian Lichtenegger auf Gesamtrang drei

Achim Mörtl Kolumne: Rückblick Lavanttal

Achim Mörtl: "Lengauer schneller als er kann"

"Simon Wagner fährt so schnell wie er muss, Michael Lengauer fuhr schneller als er kann" - so lautet die Analyse unseres motorline.cc-Kolumnisten, Ex-Staatsmeister Achim Mörtl.

Lavanttal Rallye: Mitropa Rally Cup

Stengg & Kobal gewinnen Mitropa Cup

Roland Stengg gewinnt mit Beifahrerin Rebeka Kobal (Renault Clio Rally3) die Mitropa Rally Cup Wertung. In der Gruppe der historischen Fahrzeuge siegen Alois Nothdurfter/Manfred Cerny auf ihrem Ford Sierra RS Cosworth.

ARC, Lavanttal: Bericht Gschwandner

Rallyefahrende Fahrschullehrer mit „Bildungsauftrag“

Der Obmann der Austrian Rallye Challenge und des MCL 68 fuhr nach siebenjähriger Pause wieder eine gezeitete Rallye. Traditionelle Rallye als Bühne für wichtiges Verkehrssicherheitsprojekt.

TEC7 ORM3, Lavanttal Rallye: Bericht

Marcel Neulinger erneut das Maß der Dinge

Mit Marcels älterem Bruder Nico (Rang drei) standen gleich zwei Neulingers am Siegerpodest in Wolfsberg. Lukas Dirnberger hält sich mit Rang zwei im Titelrennen.