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4fach-Europameister Wagner kämpft um Titelverteidigung

Die Europameisterschaft für historische Fahrzeuge der FIA bringt tolle Piloten in spektakulären Fahrzeugen und somit einen Hauch Nostalgie in die Oststeiermark. Unter anderem kämpft auch Vierfach-Europameister Karl Wagner im Rahmenprogramm der Rallye Weiz um seine Titelverteidigung.

Bevor am kommenden Freitag (Start um 13 Uhr) die nationale Rallye-Staatsmeisterschaft nach dem Schneebergland in Weiz in ihre zweite Runde geht, wird es dort höchst international. Erstens ist Weiz nach 2019 zum zweiten Mal Schauplatz der FIA European Historic Rally Championship, zweitens werden die 24 EM-Teilnehmer (ebenso wie die nationalen historischen Fahrzeuge) vor dem Hauptfeld der ORM-Piloten in die Rallye starten.

Als vierter von neun Saisonläufen in der Europameisterschaft für historische Boliden bietet die Veranstaltung in der Steiermark den Fans somit wieder eine ultimative Zeitreise in eine Ära, die eine erstaunliche Bandbreite an eindrucksvollen Autos aus einigen der berühmtesten Perioden des Rallyesports wiederbelebt.

Gefahren wurde heuer in der FIA European Historic Rally Championship bislang die San Remo Rallye im April, die Vltava Rallye in Tschechien im Mai und die Mecsek Rallye in Ungarn im Juni. Nach der Rallye Weiz stehen noch die Lahti Rallye in Finnland (13./14. August), die Asturias Rallye in Spanien (2. – 4. September), die Rallye Elba in Italien (23. – 25. September), die Rallye du Valais in der Schweiz 21. – 23. Oktober sowie abschließend die Rallye Costa Brava in Spanien (19./20. November) im Terminkalender. Covid-bedingt werden im Endeffekt den Piloten die besten fünf Ergebnisse der Saison zugerechnet.

Unterteilt ist die FIA European Historic Rally Championship in vier Kategorien:
Kategorie 1 = Fahrzeuge bis zum Baujahr 1971 und älter.
Kategorie 2 = Fahrzeuge Baujahr 1972 bis 1975.
Kategorie 3 = Fahrzeuge Baujahr 1976 bis 1981.
Kategorie 4 = Fahrzeuge Baujahr 1982 bis 1990.

Aus der Kategorie 1 ist in Weiz kein Teilnehmer am Start. In Kategorie 2 führen zwei in Österreich bestens bekannte Gesichter die momentane Gesamtwertung an. Der Ungar Laszlo Mekler im Alfa Romeo GTAM 1750 sowie der Italiener Paolo Pasutti im Porsche 911 liegen mit 42 Punkten gleichauf vorne, ohne jeweils heuer einen EM-Lauf gewonnen zu haben. So wie die beiden Spitzenreiter sind sowohl der Sieger von Tschechien, der Schwede Anders Johnsen (Porsche 911 RSR), sowie auch der Gewinner von Sanremo, Maurizio Pagella aus Italien (ebenfalls Porsche 911 RSR), in Weiz am Start. Der Engländer Ernie Graham holte mit seinem Ford Escort RS1800 Platz zwei in Sanremo, sollte also ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Auch Rotweißrot ist in Kategorie 2 vertreten. Das NÖ-Trio Michael Putz (BMW 2002 TIi), Lukas Schindelegger (Ford Escort RS2000 MK2) und Peter Schöller (Ford Escort MK I RS2000) inhaliert in Weiz EM-Luft.

Kategorie 3 ist aus österreichischer Sicht ebenfalls hochinteressant, ist hier doch der noch regierende Europameister Karl Wagner vertreten. Er smarte Wiener im Porsche 911 holte den historischen EM-Titel bislang vier Mal. „Ich bin sehr stolz, dass es in Österreich wieder einen Lauf zur Historischen Rallye-Europameisterschaft gibt“, sagt Wagner. „Noch dazu ist Weiz für mich die schönste Rallye Europas.“ Sportlich hofft Karl Wagner mit Copilotin Gerda Zauner in der Heimat natürlich auf ein starkes Ergebnis. „Ich war heuer in Sanremo nicht am Start. In Ungarn haben wir um vier Sekunden den Sieg verpasst, in Tschechien sind wir ebenfalls Zweiter geworden trotz einem Reifenschaden in der letzten Prüfung.“ Der bislang dominierende Mann kommt aus Italien, heißt wie ein Feuerzeug und ist auch dementsprechend feurig unterwegs. Andrea Zivian startet unter dem Pseudonym „Zippo“, hat mit seinem Audi Quattro HRT heuer alle drei bisherigen Läufe gewonnen und wird wohl auch in Weiz für Karl Wagner zur härtesten Nuss, die es zu knacken gilt. Wagner: „Er ist momentan wirklich sehr stark unterwegs, hat auch ein bärenstarkes Auto. Aber natürlich werde ich meine Chance suchen, um den Titel erfolgreich verteidigen zu können. Die Saison ist noch lang, außer Covid funkt uns wieder dazwischen.“ Mit dem schnellen Steirer Gert Göberndorfer im Opel Ascona B und dem Oberösterreicher Georg Reitsperger im VW Golf kämpfen zwei weitere Österreicher um Punkte in der Kategorie 3.

Schlussendlich sind auch in der Kategorie 4 sämtliche Toppiloten in Weiz dabei. Erfreulicherweise sitzt hier dem Gesamtführenden Daniel Alonso Villaron (Ford Sierra Cosworth) der Österreicher Alfons Nothdurfter (Ford Sierra Cosworth) unmittelbar im Nacken. Den Tiroler trennen vom Spanier derzeit nur sechs Punkte! Dahinter geht es jedoch ebenso eng zu. Der Finne Ville Silvasti im Audi Quattro A2 und der Italiener Lucio Da Zanche im Porsche Carrera RS liegen genauso in Schlagdistanz wie der Spanier Carlos Sampayo Cao im Renault R11 Turbo. Und außerdem mischt auch noch der Tiroler Alois Nothdurfter im Ford Sierra Cosworth beim Weizer EM-Furioso mit. Das Feld der Sieganwärter ist auch in Kategorie 4 jedenfalls kein kleines.

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